Der Addo Elephant Park ist vielleicht nicht so berühmt wie der Kruger Nationalpark, aber er wird künftig wohl immer mehr Beachtung finden. Denn er bietet mehrere Vorteile:

  • erstens befindet sich der Addo Elephant Park auf der touristisch gut frequentierten Garden Route bei Port Elizabeth,
  • zweitens herrscht in diesem Gebiet keine Malaria, womit der Addo Elephant Park einer der wenigen Parks in Afrika ist, in dem man auf eine malariafreie Safari gehen kann und
  • drittens ist der Addo Elephant Park der einzige Nationalpark weltweit, in dem man die Chance hat, die Big 7 zu sehen! Zu den Big Sieben gehören neben den üblichen Big Five: Leopard, Löwe, Elefant, Büffel und Nashorn auch der Wal und der Weiße Hai. Ja richtig gehört, im Addo Elephant Park kann man tatsächlich auch Wale und den Weißen Hai bestaunen, wenn man es richtig anstellt.

Damit ist der Addo Elephant Park einzigartig und unter den Nationalparks Südafrikas nicht zu unterschätzen. Doch vor allen Dingen sieht man eine Menge Elefanten, die dem Park ja schließlich auch seinen Namen gaben.

The Greater Addo Park – Safari an Land und der Küste

Addo Elephant Park Südafrika

Das hat einen Grund: Aufgrund der Großwildjagden im 20. Jahrhundert und der Jagd nach dem begehrten Elfenbein waren Elefanten in Afrika kurz vor dem Aussterben. Als ihre Zahl auf grade mal 11 Elefanten gesunken war, hat man eingesehen, dass man diese so wunderbare Tierart schützen müsse, auch wenn sich immer noch Farmer darüber beschwerten, dass Elefanten ihre Felder zerstören würden. 1931 zog man schließlich Zäune um ein Areal, die bis heute noch stehen, doch es ist geplant, die Fläche des Nationalparks zu vergrößern. Es werden Löwen und Nashörner angesiedelt. 2003 wurde der Park auch um die Meeresregion an der südafrikanischen Küste um 120.000 Hektar zum Greater Addo Park erweitert. Immerhin brüten hier die größten Kolonien afrikanischer Pinguine, ziehen jährlich in den Wintermonaten Wale, Delfine und Haie vorbei, was den Artenreichtum des Parks enorm vergrößert.

Addo Elephant Park Südafrika

Safari im Addo Elephant Park

Addo Elephant Park Südafrika

Ich muss zugeben, dass ich zunächst einmal ziemlich enttäuscht vom Addo Elephant Park war. Wir fuhren kilometerweit auf befestigten Straßen entlang, links und rechts nichts weiter als Dornengestrüp. Die Landschaft bietet nicht wirklich viel Abwechslung fürs Auge. So hatte ich mir eine Safari nicht vorgestellt, da war ich von Tansania anderes gewohnt. Doch dann hielt ein Auto neben uns an und die Insassen behaupteten, sie hätten Löwen gesehen, unsere Jagd begann. Doch die Löwen blieben leider im Dornengestrüp verborgen, wir haben keine gesehen. Das ist wohl auch eher Glücksache, denn es leben lediglich fünf Stück in diesem rießigen Gelände, wie soll man die jemals finden? Ganz zu schweigen von einem Leoparden, den man ohnehin nur schwierig sehen kann. Die besten Chancen dafür stehen in den frühen Morgenstunden oder kurz vor Dunkelheit, wenn die Löwen auf Jagd gehen. Aus der Ferne sehen wir einige Zebras auf grüner Fläche weiden, verschiedene Antilopen und Vögel. Und natürlich sehen wir Warzenschweine (Wardogs). Von denen gibt es wirklich reichlich im Addo Elephant Park, unser Guide meinte sogar, dieser Park sollte umbenannt werden in Addo Elephant and Wardogs Parks.

Addo Elephant Park Südafrika

Doch dann sehen wir endlich auch die Elefanten, ganze Herden tummeln sich hier an den Wasserlöchern und strecken uns ihre Hinterteile entgegen. Ganze Familien marschieren aus dem Dornengestrüpp, trotten ihrer Leitkuh hinter her und folgen ihr zum Wasserloch. Es ist wirklich eine Freude, den kleinen Elefanten dabei zu zu sehen, wie sie in dem Schlammloch spielen. Sie bestäuben sich mit ihren Rüsseln mit Schlamm, wälzen sich in dem kühlenden Schlamm, der ihre Haut vor der starken Sonne schützt und spielen miteinander.

Addo Elephant Park Südafrika

Ein kleiner scheint sich in der Schlammmasse zu verlieren, seine Artgenossen eilen ihm schnell zur Hilfe oder klettern auf ihn drauf. Die Mütter sind wie die Mütter der Menschen stets besorgt und bewachen das wilde Toben der kleinen mit Argusaugen. Ein Halbwüchsiger vertreibt unter dessen eine Warzenschweinfamilie vom Wasserloch, selbst als diese immer wieder versucht einen Weg zum Wasserloch zu finden, trompetet ihnen der kleine Elefant den Marsch und die Warzenschweinfamilie sucht in den Dornen das Weite. Der Elefant sei “selfish”, sagt unser Guide, er teilt sein Wasserloch nicht gerne mit anderen Tierarten, er möchte sauberes Wasser haben und trinkt daher auch nur aus sauberen Wasserquellen, bevorzugt nur mit seines gleichen.

Addo Elephant Park Südafrika

Am Rande toben sich hingegegen zwei Bullen aus und führen erste Machtkämpfe durch. Ihr eindringliches Trompeten geht bis ins Mark.

Eine weitere bermerkenswerte Tierart, der wir im Addo Elephant Park begegnen ist der Pillendreher. Das ist ein kleiner schwarzer Käfer, der seine sich vom Elefantenkot ernährt und seine Eier da hineinlegt. Daher werden Autofahrer auch davor gewahrnt Elefantenkot zu überfahren. Der Pillendreher ist die natürliche Müllabfuhr im Addo Elephant Park, den er bereinigt die Kothäufen der Elefanten. Im Alten Ägypten war er ein Symobl für die Auferstehung, weshalb man Verstorbenen Pharaonen immer eine Ladung Pillendreher Käfer mit ins Grab legte zum Schutz.

Addo Elephant Park Südafrika

Mein Fazit zur Safari im Addo Elephant Park

Wir machten 2 Tage eine Pirschfahrt durch den Addo Elephant Park und haben hauptsächlich Elefanten gesehen. Ich war ein wenig enttäuscht, da ich dachte, ich würde mehrere Tiere sehen, aber tatsächlich fast nur Elefanten und Warzenschweine, ein paar Antilopen und von weiter Ferne ein paar vereinzelte Zebras und Kapbüffel. Daher finde ich den Addo Elephant Park wirklich sehenswert, wenn man Elefanten sehen möchte, die ja auch zu meinen Lieblingstieren unter den Big 5 gehören. Diese konnte ich in großen Herden und aus nächster Nähe beobachten. Aber, um mehrere Tiere zu sehen sollte man dann doch in den Kruger Nationalpark fahren. Auch kam für mich kein so richtiges Safari-Feeling auf. Dazu fand ich den Park auch sehr touristisch, aber das fand ich beim Kruger Park auch. Der Addo Nationalpark ist einfach rießig und man fährt kilometerlang nur an Dornengestrüp vorbei.

Wann ist die beste Reisezeit für den Addo Elephant Park?

Während der südafrikanischen Sommermonate von November bis März herrscht Hochbetrieb im Addo Elephant Park, da dies auch die Hauptreisezeit für die Garden Route ist, auf der der Addo Nationalpark auch liegt. Zudem haben viele Afrikaner auch Sommerurlaub während dieser Zeit. Und die Wasserlöcher werden häufig von den Elefanten besucht, da sie Wasser suchen. Der Park kann im Prinzip ganzjährig besucht werden.

Während der südafrikanischen Wintermonate hat man die besten Chancen Wale, Delfine und Haie zu sehen. Dann ist es jedch ziemlich kühl und windig am Kap.

Wichtige Fakten und Informationen für deine Safari im Addo Elephant Park

 Größe: mit 1640 km2 Fläche der größte Nationalpark am Ostkap
Infos für Selbstfahrer: Gästen ist es erlaubt, mit dem eigenen Wagen durch den Park zu fahren, allerdings ist aussteigen, sich aus dem Fenster lehnen und über Kothügel fahren streng verboten. Da Elefanten voll auf Zitrusfrüchte abfahren, sollte man diese auch nicht dabei haben, da sonst ein Unglück mit Elefanten passieren könnte.
Eingänge und Öffnungszeiten: Es gibt 2 Tore bzw. Eingänge zum Park Hauptcamp ist täglich von 07:00 bis 19:00 Uhr geöffnet  Matyholweni (in der Nähe von Colchester) ist täglich von 07:00 to 17:00 geöffnet, letzter Ausgang um 18:30 Uhr möglich
Eintritt: 275 Rand pro Erwachsener und pro Tag, 138 Rand pro Kind und pro Tag
Übernachtungsmöglichkeiten im Park vorhanden.
Aktivitäten, die man im Park buchen kann: Game Drives, 4×4, Evening & Morning Walks, Reittouren
Infos bei sanparks.org

Nützliche Tipps für deine Safari im Addo Elephant Park

Empfohlene Reiseführer

Der Dumont Reiseführer Südafrika beinhaltet leider nur Südafrika ohne Swasiland & Lesotho. Dafür ist er aber sehr umfangreich. Detaillierte Infos zu Natur, Landschaft, Wildlife, Geschichte, Kultur uvm. Auch sehr hilfreich ist die große faltbare Karte zum Herausnehmen. 24,99 Euro
DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Südafrika: mit Extra-Reisekarte*

 

 

 

 

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Die Gardenroute ab Kapstadt gibt es im Reise Know-how Verlag für17,99 Euro

 

 

 

 

Unterwegs auf der Garden Route mit dem Hop-on-hopp-off-Bus

Wenn du nicht mit dem eigenen Mietwagen oder einer Reisegruppe unterwegs bist, hast du die Möglichkeiten z.B. einen Hop-on-hop-off Bus zu nutzen, der zwischen Kapstadt und Port Elizabeth pendelt:

Möglichkeiten ab Kapstadt die Garden Route zu entdecken:

 

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