Der Titicacasee gilt als höchstgelegener schiffbarer See der Welt. Er liegt auf der Altiplano Hochebene der Anden. Mit einer Fläche von 8.288 Quadratkilometer ist der Titicacasee gut 15 mal größer als der Bodensee und gehört etwa zur Hälfte zu Peru und zu Bolivien. Besonders sehenswert sind die Uros Schilfinseln am Titicacasee.

Am Titicacasee wurde die Legend der Inka geboren

Reiseroute Peru - Bolivien - Chile

Peru: über den La Raja Pass zum Titicacasee

Wir fahren von Cusco aus über den La Raya Pass auf 4.323 Metern zum Titicacasee. Die Fahrt dauert lange und führt durch eine karge trostlose Landschaft. Zum ersten Mal während meiner Reise peitscht Regen an die Fenster des Buses. Erst als wir den See erreichen, kommt die Sonne wieder zum Vorschein. Die tiefblaue Farbe des Titicacasees blitzt zwischen der kargen Landschaft hervor. Wir fahren vorbei an spärlichen Lehmhütten, vor denen Esel grasen, das Leben hier scheint ärmlich zu sein.

Titicacasee

Viele Legenden ranken sich um den tiefblauen Titicacasee in den Anden. Der Legende nach, stammen die Inka von der Sonneninsel (Isla del Sol/ Bolivien) am Titicacasee. Der Sonnengott der Inka soll seine Kinder Manco Capac und seine Schwester Mama Ocllo über einem Felsen auf der Sonneninsel auf die Erde herabgelassen haben. Da der Felsen angeblich die Form eines Pumas hatte, heißt der Titicacasee übersetzt soviel wie bleiernes Puma. Die ersten Inka Manco Capac und seine Schwester Mama Ocllo zogen vom Titicacasee nach Cusco, um dort eine Stadt zu bauen, aus der schließlich der Nabel des Inkareiches werden sollte. Von Cusco aus weitete sich das Inkareich dann immer weiter aus.

Titicacasee

Bei einer Bauernfamilie auf der Halbinsel Capacita am TiticacaseeTiticacasee

Gegen späten Nachmittag erreichen wir die Halbinsel Capacita auf peruanischer Seite. In Capacita werden wir bei einer einheimischen Bauernfamilie übernachten. Viele Gemeinden am Titicacasee haben sich dem Tourismus geöffnet. Sie laden Touristen in ihre Häuser ein, um eine authentische Art ihrer Lebensweise zu zeigen. Durch die Einnahmequelle des Tourismus wird es den Bauernfamilien möglich gemacht, ihre Traditionen weiterzuleben, die Dorfstrukturen zu erhalten und auch nachfolgende Generationen zu halten. Vom Bürgermeister werden wir begrüßt und zu unseren Unterkünften geführt. Die Frauen legen uns Blumengränze zur Begrüßung um den Hals.Titicacasee

Ich habe großes Glück, ich bekomme die Hütte vom Bürgermeister zugeteilt und das ist die Luxusbude schlechthin: Mit Blick auf den Titicacasee, schlafe ich in einer gut gebauten Hütte (keine Lehmhütte), die sogar ein gefließtes kleines Bad mit Toilette und Waschbecken hat. Dusche gibt es nicht, aber für eine Nacht ist es ok. Meine Mitreisenden hatten da weniger Glück.

Titicacasee

Titicacasee

Zum Abendessen kochen uns die Bauernfrauen das beste Essen meiner bisherigen Peru-Reise: als Vorspeiße gibt es eine herrlich wärmende Quinoa-Suppe und als Hauptgericht fangfrische Forellen aus dem Titicaca-See und dazu den leckeren Inka-Kräutertee. Man geht hier früh schlafen, Unterhaltungsmöglichkeiten und Internet gibt es natürlich auch nicht. Von dem Dorf und seinen Bewohnern sehen wir eigentlich auch nichts und so sind wir doch Touristen, die fremd an einem Ort sind und die bald wieder weiterziehen werden. Am nächsten Morgen gibt es wieder Frühstück im Essraum und danach zeigen uns die Bauern ein bisschen mehr von ihrem einfachen Leben. Ein Bauer reibt Pflanzen auf einem Stein wie vor hundert Jahren, um daraus Seife zu machen. Lustig wird es als uns die Frauen bitten ihre Gewänder anzuziehen. Ich bekomme ein Mützchen übergestülpt mit einem langen Schal dran – ist wohl für unverheiratete Frauen gedacht.

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Peru: Bei einer Bauernfamilie am Titicacasee

Die Uros Schilfinseln auf dem Titicacasee

Uros Schilfinseln

Nach dem Frühstück brechen wir auch schon wieder auf. Wir packen unsere Habseligkeiten zusammen und besteigen ein Schiff, mit dem es über den Titicacasee nach Puno geht. Auf dem Weg dahin besuchen wir eine typische Schilfinsel der Uros. Die Uros sind ein Volk, das sich einst vor den Übergriffen der Inka auf die Schilfinseln im Titicacasee flüchtete. Sie bauten sich aus dem Schilf schwimmende Inseln und setzten auf den See über. Die Inseln sind nicht verankert, sondern schwimmen tatsächlich. Als Besucher erfährt man alles darüber, wie eine solche Schilfinsel gebaut wird und das Schilf übereinander geschichtet wird, um einen Lebensraum zu schaffen. Wir besuchen eine etwas abseits gelegene Uros Schilfinsel und erfahren vom einzigen Mann, wie das Leben hier funktioniert. Drei Familien leben in je einer Hütte. Man ziehe weg von der Elterngeneration, um ein eigenes Leben zu führen, erklärt man uns. Man tauscht Waren untereinander, um zu überleben und besucht sich gegenseitig mit den typischen Schilfbooten.Uros Schilfinseln

Uros Schilfinseln

Die Frauen der Insel lassen uns in ihre Hütten schauen, in denen es nach verfaultem Schilf stickt. Die kleinen Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, tollen auf der Insel herum. Ein Junge hält eine Ente im Arm, das einzige Spielzeug für die kleinen hier. Wenig später ist die Ente tot, ich vermute mal, sie wurde aus Versehen erwürgt, aber sie scheint trotzdem noch ein willkommenes Spielzeug für die Kinder zu sein, jedenfalls hält der Junge die Ente, deren langer Hals jetzt traurig herunterbaumelt, noch immer im Arm.

Selbstverständlich wollen die Frauen auch etwas verkaufen. Und selbstverständlich ist das touristisch. Ich habe sehr viele negative Blogberichte über die Uros Schilfinseln von Rucksackreisenden gelesen – das sei touristisch und man müsse dann auch was kaufen. Natürlich sind die Uros Schilfinseln da, damit Touristen sie besuchen, nämlich aus genau dem Grund, weshalb man auch in ein Museum geht, um sich Kultur zugänglich zu machen. Natürlich leben die Uros heute auch nicht mehr so, wie vor hunderten von Jahren, das tun die Leute, die in einem unserer Freilichtmuseen alte Kunsthandwerke demonstrieren ja schließlich auch nicht. Natürlich geht die junge Generation auch lieber auf eine Universität als selbstgemachte Armbänder zu verkaufen und natürlich geht so immer auch ein Stück der Tradition, der Sprache und Identität verloren. Aber soll sich ein Volk vor der Moderne verschließen nur um es den Touristen recht zu machen, die was authentisches sehen wollen, aber möglichst bitte nichts dafür bezahlen wollen? Natürlich müssen auch die Uros von etwas leben, das tun sie, in dem sie ihre selbsthergestellten Sachen für ein paar wenige Soles an Touristen verkaufen, sie erhalten wohl auch ein bisschen Eintritt für das, das sie uns ihre Lebenswelt zeigen, aber das ist verglichen mit den Lebensmittelpreisen in Peru so gut wie nichts. Davon können sie nicht leben und trotzdem zeigen sie uns diese Welt. Ich fand den Besuch auf den Uros Schilfinseln jedenfalls interessant, denn noch nie habe ich ein Volk gesehen, das auf schwimmenden Schilfinseln lebt. Aber so ein Besuch in einem “traditionellen” Dorf ist immer kritisch zu begutachten, ich fand es aber nicht so entwürdigend wie der Besuch in dem Karen-Dorf in Chiang Rai, zu dem ich einen sehr kritischen Bericht geschrieben habe. Daher muss jeder selber entscheiden, ob er die schwimmenden Uros Schilfinseln besuchen möchte.

Peru Reisetipps

Uros Schilfinseln am Titicaca See

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Titicacasee: Von Peru nach Bolivien in Desguadero

Titicacasee

Wir fahren mit dem Schiff weiter durch Wasserstraßen, sehen vom Deck aus noch viele andere Schilfinseln, auf denen tatsächlich auch noch Menschen leben, jedenfalls sieht es so aus. Schweine grunzen durch die Schilfsümpfe. Titicacasee Titicacasee

Je näher wir Puno kommen, desto trubeliger wird es. In Puno wartet unser Bus auf uns, er wird uns zum Grenzort Desguadero bringen, wo wir Peru verlassen werden und in Bolivien einreisen. Desguadero ist ein dreckiger Grenzort und ich habe mich hier überhaupt nicht wohl gefühlt. Man sollte seine Sachen nicht aus den Augen lassen, auf sein Gepäck aufpassen wie ein Luchs (es wird hier viel geschmuggelt und Drogenkuriere nutzen Touristen heimlich dafür aus, daher Gepäck gut bewachen) und aufpassen beim Geldwechseln, dass man nicht beschissen wird. Als ich meine peruanischen Sol in Bolivianos tauschen wollte, wurde ich fast von einem Geldwechsler betrogen, als ich es merkte, hat er so getan als wäre es ein Versehen und dass obwohl mein Guide neben mir stand. Also aufpassen!

 

Der Titicacasee von Bolivien aus

Wie gesagt liegt die berühmte Isla del Sol – die Sonneninsel auf bolivianischer Seite. Ich habe sie leider nicht besucht, sondern wir sind direkt weiter nach La Paz gefahren, aber die Landschaft in Bolivien rund um den Titicacasee ist wunderschön. Karg, menschenleer, weit und das Licht malt ganz besondere Farben in die Landschaft. Auch die Königskordilliere auf dem Weg nach La Paz ist mega beeindruckend!

Titicacasee

Lies auch meine Peru Tipps:

Reisetipps: Reiseführer Empfehlungen

folgende Reiseführer empfehle ich dir für diese Reiseroute:

 Stefan Loose Reiseführer Peru & Westbolivien: mit Reiseatlas*

bzgl. dem Bolivien Anteil in diesem Reiseführer muss ich sagen, ist das zu wenig für diese Reiseroute wie sie hier beschrieben ist, da er nur Bolivien rund um Titicacasee und La Paz enthält.

 

 

 

Lonely Planet Reiseführer Peru *

obwohl ich echt Fan der Stefan Loose Bücher bin, muss ich sagen für Peru fand ich diesen Reiseführer von Lonely Planet fast besser und strukturierter.

 

 

 

 

Schreib mir deine Erfahrungen gerne in die Kommentare! Auch wenn du sonst noch Fragen hast.

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