Langsam haben wir uns Cusco – der Hauptstadt der Inka genähert. Und erst in Cusco, spüre ich die Magie Perus, des einstigen Inkareiches auf mich wirken. So ganz anders ist das Flair in den Altstadtgassen von Cusco als es noch in Arequipa, Chivay oder Lima war. Die Stadt ist touristisch und dennoch versprüht sie noch immer die geheimnisvolle Magie des Andenvolkes. Cusco ist eine Mischung aus Bergdorf, Backpacker-Hotspot und Großstadt. Doch vor allem ist Cusco eines: das Tor zu Macchu Picchu und dafür kommen schließlich alle Peru-Touristen hier her. Doch bevor wir uns Macchu Picchu und dem Heiligen Tal der Inka nähern, schaue ich mich in der Hauptstadt der Inka um, denn auch hier gibt es einiges zu entdecken. Cusco gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. In diesem Artikel zeige ich dir die schönsten Cusco Sehenswürdigkeiten.

Cusco

Auf Quechua, der Sprache der Inka, bedeutet Cusco soviel wie der Nabel der Welt, das heilige Zentrum also des riesigen Inkareiches. Laut einer Legende soll der erste Inka König Manco Cápac, der Sohn der Sonne, zusammen mit seiner Schwester Mama Ocllo die Stadt gegründet haben. Aber erst der neunte Inka König Pachacútec gilt als Gründungsvater der Stadt. Er ließ die Stadt in Form eines Pumas ausbauen, dabei lag der Pumaschwanz am Fuß des Rio Huatanay und der Kopf des Pumas auf den Hügeln über Cusco in Saqsayhuman. Im Zentrum lag die heutige Plaza Armas. Von hier aus beginnt man am besten den Stadtbummel durch Cusco.

Cusco Sehenswürdigkeiten

Cusco Sehenswürdigkeiten: Plaza Armas – das Zentrum von Cusco

Cusco Sehenswürdigkeiten

Zu Zeiten der Inkaherrschaft fanden hier prachtvolle Zeremonien statt, wie Sonnwendfeiern oder Militärparaden, bei der die Macht und auch das Gold der Inka zur Schau gestellt wurde. Der Platz war mit Sand vom Pazfikstrand ausgestattet und doppelt so groß wie heute. Wo einst prachtvolle Inkatempel standen, bauten die Spanier nach der Eroberung ihre kolonialen Gebäude direkt auf die Mauern der Inkapaläste. Auch bei den Spaniern war die Plaza Armas der zentrale Mittelpunkt Cuscos. Hier wurden Hinrichtungen vollzogen. Von den kolonialen Gebäuden stechen heute noch die Kathedrale von Cusco hervor, die als Symbol für den Triumph der Spanier über die Inka errichtet wurde. Die Regenbogenflaggen sind hier übrigens kein Symobl für die Homosexualität sondern stehen für die vier großen Reiche der Inka. Der Platz ist immer noch zu jeder Tagesezeit sehr belebt. Am besten lässt man ihn übrigens von einer der schönen Dachterrassen eines Restaurants auf sich wirken. Hier gönne ich mir erstmal nach meiner Ankunft in Cusco eine richtig schöne touristische Pizza.

Plaza Armas Cusco

Von der Plaza Armas bummle ich weiter durch kopfsteingepflasterte Altstadtgassen. Häusschen mit bunten Balkonen und Terrassen zieren die Straßen und jede Menge Touristen irren durch die Gassen, in denen Peruanerinnen mit Lamas spazieren gehen, um ein wenig Geld für ein Foto zu erhaschen. Eigentlich dürften sie das nicht, sagt Mileni unser Guide, die uns zu den schönsten Sehenswürdigkeiten von Cusco führt.

Plaza Armas Cusco

Cusco Sehenswürdigkeiten: der Sonnentempel Qorikancha 

Cusco Sehenswürdigkeiten

Auf die spanischen Eroberer muss der Sonnentempel Qorikancha mächtigen Eindruck gemacht haben als sie zum ersten Mal nach Cusco einfielen: der Innenraum des religiösen Zentrums der Inka war ausgestattet mit massenweise Gold, Silber und Edelsteinen. Vergoldete Tierfiguren wie Lamas, Schlangen, Schmetterlinge oder Maiskolben zierten die aalglatten Steinmauern des Sonnentempels. Kurze Zeit nach der Ankunft der Spanier war von dieser Pracht schon nichts mehr übrig. Alle Schätze wurden weitgehend eingeschmolzen, eine echte Schande! In einem Raum wurden die Leichen der Inkakönige mumifiziert. Anschließend wurden sie ans Sonnenlicht gebracht, wo ausgewählte Jungfrauen ihnen täglich Nahrung brachten. Ein Raum des Sonnentempels wurde ganz mit Silberschmuck verziert: er diente der Anbetung des Mondes. Die Inka waren auch Astrologen und so wurde das religiöse Zentrum Qorikancha auch zur Erforschung der Gestirne, also als Planetarium, genutzt. Man fand heraus, dass die Straßen von Cusco parallel zu den Sternen verlaufen. Heute stehen von dem religiösen Heiligtum der Inka nur noch die gut gebauten Grundmauern. Die spanischen Eroberer haben auf den Inka-Tempeln das Santo Domingo Kloster mit gleichnamiger Kirche errichtet.

Cusco Sehenswürdigkeiten: Der 12-eckige SteinCusco Sehenswürdigkeiten

In der Calle Hatunrumiyoc befindet sich eine Sehenswürdigkeit, die auf den ersten Blick recht unscheinbar wirken mag und wenn man nichts davon weiß, läuft man womöglich auch achtlos daran vorbei. Gut, dass wir unseren Guide Mileni dabei haben, die uns erklärt, was es mit dem 12-eckigen Stein auf sich hat. Hier in dieser traditionellen Gasse, in der viele kleine Geschäfte, Souvenirshops und Boutiquen angesiedelt sind und Frauen in Trachten gerne ihre Lamas spazieren führen, befinden sich die letzten Übrigbleibsel der Inka-Ruinen. In einer Mauer ist der 12-eckige Stein eingefügt. Die Inka waren bekannt für ihre exakte Bauweise, in der wirklich jeder Stein passgenau auf dem anderen sitzt und die Fugen so hauchdünn sind, dass nicht einmal ein Blatt Papier dazwischen passt. Zu damaligen Zeiten eine echte Glanzleistung! Man findet diese Bauweise auch in den anderen Inkastätten.

Cusco Sehenswürdigkeiten

Cusco Sehenswürdigkeiten: Die Ruinen von SacsayhuamanCusco Sehenswürdigkeiten

Über 20.000 Arbeiter schleppten gewaltige Felsbrocken in einer ca. 80-jährigen Bauzeit in der Ruinenstadt Sacsayhuaman zusammen. Teilweise messen die Felsbrocken über 200 Tonnen. Ob Sacsayhuaman eine Verteidigungsanlage war oder als repräsentativer Standort diente, ist nicht ganz klar. Fakt ist aber, dass die 3 ha große Anlage eine wichtige Bedeutung gespielt haben muss und noch immer eine spürbare Magie ausübt. Als ich die Felsmauern erstmals erblicke, schieben sich Lichtstrahlen durch eine graue Wolkendecke als wollten sie mir sagen, dass ich grade einen heiligen Ort betrete und wie gemalt stehen ein paar Alpakas hoch über den Ruinen in einem Abstand von ein paar Metern, aber aufgestellt wie Soldaten, welche die Ruinen bewachen. Es ist heute kaum mehr vorstellbar, welche Art von Leben sich hier in der alten Inkastadt einmal abgespielt haben mag, aber es scheint als hätten die alten Inka noch immer ihre Alpakas als Wächter ihrer heiligen Stätten abgestellt. 600 Meter sind die Felswände lang, welche die gleiche exakte Bauweise zeigen: das fugenlose Inneinanderfügen der Felsblöcke, die genaue Schleifweise der Steine und wenn man genauer hinsieht, sagt Mileni, erkennt man Tiersymbole darin, wie z.B. eine Schlange, die sich aus mehreren Felsen zusammensetzt.Cusco Sehenswürdigkeiten

Von Sacsayhuaman hat man auch einen atemberaubenden Blick über Cusco. Die Stadt liegt 3 Kilometer unter der Ruinenstadt. Und wie ein Falke sieht man über die Dächer der gesamten Stadt Cusco, und vielleicht ist das auch der Grund, weshalb Sacsayhuaman in der Sprache der Inka so etwas wie gesättigter Falke bedeutet – ein Falke, der nicht angreift, aber alles im Blick behält? Und bevor ich die heilige Stätte über das Sonnentor verlasse, begegne ich den Wächtern der Ruinenstadt erneut. Dieses Mal formatieren sich die Alpakas zu einer kleinen Herde, die uns passieren lässt.

Cusco Sehenswürdigkeiten

Cusco Sehenswürdigkeiten: Qenqo – Opferstätte der Inka

Auf der Straße, die nach Sacsayhuaman führt, kommst du an einigen Inkastätten vorbei. Eine davon ist die Opferstätte Qengo. Der Name der Opferstätte bedeutet Zickzack oder Labyrinth, was auf die unterirrdisch gewundenen Gänge zurückzuführen ist. Die Inka nutzten die Stätte vermutlich zur Mumifizierung von adligen Inkaherrschern. Was wie eine Höhle aussieht galt einst als Steinaltar, in den Felsritzen fand man menschliche Überreste und während der heiligen Zeremonien rann von den Kalksteinwänden Blut herunter. Ein Ort also, den ich lieber schnell wieder verlassen will.

Cusco Sehenswürdigkeiten: Tambomachay – die heiligen Inkabäder

Cusco Sehenswürdigkeiten

Auf der gleichen Straße befinden sich auch die Bano del Inca – die Inkabäder. Dabei handelt es sich aber weniger um eine Badeanstalt, sondern vielmehr um eine religiöse Stätte. Vermutlich wurden hier Wasserrituale veranstaltet und das Wasser, das aus den akkurat trapezförmig angelegten Brunnen über Terrassen herunter fließt, diente als eine Art Weihwasser.

Was ich sonst noch erlebt habe in Cusco

  • Schokoladenmuseum
    Der Besuch des Schokoladenmuseum war eher ein Reinfall. Es steht zwar Museum drauf, ist aber eigentlich nur ein Verkaufsraum für Schokolade, in dem nebenbei gezeigt wird, wie Schokolade eingepackt wird. Nicht sehr interessant. Wer aber Schokolade aus Peru kaufen möchte, der ist hier genau richtig. Es gibt verschiedene Sorten z.B. mit Quinoa oder sogar mit Coca – einfach mal probieren, das lohnt sich auf alle Fälle! Die Schokolade ist übrigens in ganz Peru sehr teuer, aber sie hilft auch bei Höhenkrankheit!Schokoladen-Workshop in Cusco*
  • Kochkurs
    mein Reiseveranstalter hat zum persönlichen Kochkurs eingeladen, um echte peruanische Gerichte zu kochen. Kann man auch buchen, z.B. hier:
  • Kochkurs in Cusco*

Anreise & Übernachten in Cusco

Anreise

ich bin von Arequipa nach Cusco geflogen. Mein Inlandsflug dauerte ca. 2 Stunden mit Latam – eine sehr gute Fluggesellschaft. Mehr Infos dazu in meiner Reiseroute Peru

Viele reisen vom oder zum Titicacasee nach Cusco mit Touristenbussen.

Übernachten

Mein Hotel in Cusco: Hotel Llipimpac*

Das Hotel liegt im Zentrum von Cusco. Ich hatte ein Zimmer mit Balkon und Blick über die Stadt. Ich empfehle mindestens 2-3 Nächte in Cusco zu bleiben und mind. einen der hier aufgeführten Ausflüge zu machen:

Empfehlenswerte Ausflüge ab Cusco

Cusco ist das Tor zu Macchu Picchu. Viele reisen von hier aus zu der bekanntesten Sehenswürdigkeit von Peru. Aber auch Tagesausflüge zu folgenden Highlights kann ich dir empfehlen:

Lies auch meine Peru Tipps:

 

Reisetipps: Reiseführer Empfehlungen

folgende Reiseführer empfehle ich dir für diese Reiseroute:

 Stefan Loose Reiseführer Peru & Westbolivien: mit Reiseatlas*

bzgl. dem Bolivien Anteil in diesem Reiseführer muss ich sagen, ist das zu wenig für diese Reiseroute wie sie hier beschrieben ist, da er nur Bolivien rund um Titicacasee und La Paz enthält.

 

 

 

 

Lonely Planet Reiseführer Peru *

obwohl ich echt Fan der Stefan Loose Bücher bin, muss ich sagen für Peru fand ich diesen Reiseführer von Lonely Planet fast besser und strukturierter.

 

 

 

 

warst du schon einmal in Peru und hast einen Tipp, der hier fehlt? Schreib es gerne in die Kommentare! Auch wenn du sonst noch Fragen hast.

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