Wir verlassen Lima und fahren auf der Panamericana in Richtung Süden nach Paracas zu den Ballestas Inseln. Bei den Einheimischen wird die Route auch der Grinko-Trail genannt, die typische Reiseroute der Peru-Touristen auf ihrem Weg in den Süden. Die Straße führt durch eine trostlose Wüstengegend, die zu den Ausläufern der Atacama Wüste gehört. Nichts als trockener, grauer Wüstenstaub, der nahezu die gleiche Farbe wie der Himmel trägt. Der Himmel widerum wird wie schon in Lima vom Humboldtstrom geprägt, der immer für etwas grauen Dunst an der Pazifikküste sorgt. Erst als wir uns unserem Tagesziel, den Ballestas Inseln bei Paracas nähern, malen sich wieder bunte Farben zwischen das Wüstengrau und der Himmel strahlt im schönsten Blau, genauso wie die Wellen des Ozeans, der hier auf die Wüste trifft. Und die bunten Fischerboote im Hafen der Marina von Paracas lassen einen schnell die karge Ödnis vergessen.

Lima

Auf dem Weg von Lima nach Paracas zu den Ballestas Inseln

Marina ParacasBootstour zu den Ballestas Inseln bei Paracas

Ballestas Inseln

Hier starten wir unsere Bootstour zu den Islas Ballestas, die auch als die “kleinen Galapagos-Inseln” oder “Galapagos-Inseln für Arme” bezeichnet werden. Ich persönlich halte solche Vergleiche für völlig schwachsinnig, da die Galapagos-Inseln ganz anders sind als die Ballestas Inseln und ich der Meinung bin, dass jeder Ort für sich einzigartig sein sollte. Die Islas Ballestas sind jedenfalls für ihre Seelöwen und die vielen Vogelarten, die sich hier vor der Küste Perus herumtreiben, bekannt. Neben Seelöwen leben auf den Ballestas Inseln Humboldtpinguine, Guoanokormorane, Guanotölpel, Inkaseeschwalben, Chilepelikane, Felsuferwipper uva. Wer Glück hat, kann auch Delphine sehen, ich hatte leider keinen gesehen.

Ballestas Inseln – merkwürdige Felszeichnungen El Candelabro

Paracas

Die Bootstouren sind recht gut organisiert. Der Guide verteilt Flugblätter, auf denen die Namen der Vögel stehen – in fünf unterschiedlichen Sprachen. Der erste Stopp ist an einem merkwürdigen Wüstenscharrbild, dem El Candelabro: im Wüstensand über einer Klippe ist ein dreizackiger Kronleuchter o.ä. in die Erde eingraviert – dieses Wüstenscharrbild von Paracas gibt schon einen ersten Vorgeschmack auf die Nazca-Linien, die wir noch besuchen werden. Über die Bedeutung sind sich die Wissenschaftler im Unklaren, da das Bild an einem Küstenfelsen ist, vermuten einige, dass es sich um ein Signal für Seefahrer handeln könnte, andere glauben, die Zeichnung habe etwas mit einem astronomischen Agrarkalender zu tun. Jedenfalls sieht die Zeichnung aus der uralten Paracas-Kultur ganz anders aus als die Nazca-Linien und dass diese Wüstenscharrbilder Jahrhunderte überdauert haben, finde ich einfach faszinierend.

Ballestas Inseln

Ballestas Inseln

Ballestas Inseln: Das “Weiße Gold” der Guanotölpel

Ballestas Inseln

Ballestas Inseln: Der Fels wird auch Elefant genannt, weil es so aussieht als habe er einen Rüssel. Die schwarzen Punkte sind alles Guanotölpel

Doch zurück zu den Ballestas Inseln. Es dauert nicht lange bis wir die ersten Seelöwen erspähen, wie sie mit ihren trägen Körpern auf den Felsklippen liegen und sich in der Sonne wärmen. Ohrenbetäubendes Vogelgeschrei begleitet unser Boot zwischen den Klippen der Islas Ballestas. Am Himmel kreist der erste Schwarm Guanotölpel über das Boot und in einem unachtsamen Moment bekomme ich fast eine Kostprobe des wertvollen Guoanos ab. Na super. Grade nochmal daneben gegangen.

Ballestas Inseln

Für Peru war der Guano einst ein wichtiges Exportgut, das dem Land sogar richtige Reichtümer bescherte. Schon die Inka wussten um die Wirkung des Vogeldüngers und nutzten Guano in der Landwirtschaft. Aber erst Alexander v. Humboldt brachte den Vogelkot im 19. Jahrhundert nach Europa und ab da an fing der Export des “Weißen Goldes” an. Im Salpeterkrieg im 19. Jahrhundert zwischen Peru, Chile und Bolivien ging es eben um den wertvollen Guano. Heute gibt es zwar andere Dünger, aber Peru baut auf den Ballestas Inseln nach wie vor Guano ab: alle vier bis fünf Jahre wird eine dicke Schicht von dem Vogelkot von den Klippen abgetragen. Die Gerüste dafür sieht man ebenfalls an den Klippen.

Ballestas Inseln

Guanotölpel auf den Islas Ballestas

Ballestas Inseln

Inkaseeschwalben auf den Islas Ballestas

Ballestas Inseln

Guano Kormorane auf den Islas Ballestas

Ballestas Inseln

Chile Pelikane auf den Islas Ballestas

Ballestas Inseln

Humboldt Pinguine auf den Islas Ballestas

Ballestas InselnNach 2 Stunden dreht das Boot und fährt den Rückweg zur Marina an. Schade, ich hätte gerne noch ein paar gute Fotos von den putzigen Seelöwen gemacht.

 Bootstour zu den Ballestas Inseln
Dauer: ca. 2 Stunden, Start and der Marina Turistica de Paracas
Abfahrt: 8.00 Uhr, 10.00 Uhr, 12.00 Uhr
Kosten ca. 40 SOL
Die Ballestas Inseln besehen aus 3 Inseln: Ballestas Norte, Centro und Sur, die auch angesteuert werden. Insgesamt ist das Schutzgebiet 7.197 ha groß.

Pisco Verkostung in einer traditionellen Pisco Bodega

Pisco Brennerei

Nach der Bootstour verlassen wir für eine kurze Zeit den bekannten Grinko-Trail und fahren etwas hinein ins Landesinnere, dort, wo die Täler etwas weniger karg und dafür mehr fruchtbar sind. Denn hier, in der nahe gelegenen Stadt Pisco, liegt natürlich auch der Ursprung des peruanischen Nationalgetränks Pisco Sour. Und in den Weinbergen rund um Pisco und in der Nähe von Ica wird der Traubenschnaps angebaut. Wir besuchen eine dieser traditionellen Pisco-Brennereien, El Catador, wo wir zunächst mittagessen und anschließend alles über das Nationalgetränk Perus erfahren. Selbstverständlich mit anschließender Verkostung – versteht sich von selbst, oder? Pisco Sour ist ein Traubenschnaps, der mit Limettensaft und Eiweiß gemixed wird und einfach super erfrischend schmeckt. Pisco darf nur aus dem frisch fermentierten Most der vollen Frucht gebrannt werden. Die Traube wird noch mit den Füßen gemanscht, daraus machen die Peruaner jedes Jahr ein großes Fest. Unsere Führerin grinst dabei schelmisch, was vermuten lässt, dass das wohl eine rechte Gaudi sein muss. Gären tut der Traubenschnaps in traditionellen Tongefäßen. Bei der anschließenden Pisco Verkostung wird es dann immer lustiger und wir übersetzen uns gegenseitig Trinksprüche, leider habe ich vergessen was der Trinkspruch “zur Mitte, zur Titte, zum Sack…” auf Quechua heißt, aber es war auf alle Fälle mega lustig. Frag doch bei deinem Besuch einfach noch mal nach! Übrigens stehen diese traditionellen Pisco-Brennereien Perus auch auf der tentativen Liste der UNESCO Weltkulturerbe.

Pisco Brennerei

 Pisco-Brennerei El Catador, Fundo tres Esquinas 102, Ica

Übernachten in Ica

Ich habe im nahegelegenen Ica übernachtet, in der wunderschönen Villa Jazmín, die ich nur empfehlen kann. Schöne Zimmer, ein schöner Garten mit Pool und ein gutes Restaurant in einem sehr ruhigen Stadtteil. Zur Oase Huacchina ist es auch recht nah.

Infos zur Reiseroute in Peru

 Distanz von Lima zu den Ballestas Inseln: ca. 260 Kilometer und bis Ica: 308 km
Busse von Lima nach Ica und Nazca mit Cruz del Sur

Infos zur Peru Reise

Empfohlene Reiseliteratur

 Stefan Loose Reiseführer Peru & Westbolivien: mit Reiseatlas*

 

 

 

 

 

Lonely Planet Reiseführer Peru *

 

 

 

 

 

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