Mindestens eine Safari gehört zu jeder Sri Lanka Reise. Dafür hat die kleine Insel im Indischen Ozean auch einige Nationalparks zu bieten. Einer davon ist der Udawale Nationalpark, der vor allem für seine großen Elefantenherden bekannt ist. Aber auf einer Safari im Udawale Nationalpark im Süden von Sri Lanka lassen sich noch viel mehr Tiere beobachten. Ich zeige dir hier meine Highlights bei meiner Udawale Nationalpark Safari und ein paar Einblicke ins benachbarte Elephant Transit Home am Udawale Nationalpark.

Udawale Nationalpark Safari

Udawale Nationalpark Safari – im Reich der Elefanten

Spätestens seit meinen Afrika Safaris in Tansania und Südafrika, weiß ich, Tierbeobachtungen auf Safaris sind die besten Erlebnisse, die es gibt. Und daher ist eine Udawale Nationalpark Safari auch das absolute Highlight auf meiner Sri Lanka Reise. Der Udawale Nationalpark ist insbesondere für seine Elefantenherden bekannt, die hier im geschützten Park frei leben können. Sri Lanka verfügt über die höchste Dichte an Elefanten auf dem Asiatischen Kontinent. Und man begegnet in Sri Lanka auch freilebenden Elefanten, die außerhalb der geschützten Nationalparks unterwegs sind. Aber sie sind stark bedroht. Ihre Population ist in den letzten 60 Jahren um über 50% geschrumpft. Ihr Lebensraum wird immer kleiner, der Mensch vertreibt die Dickhäuter zunehmend durch stärkeren Siedlungs- und Städtebau. Außerdem sehen es die Bauern natürlich auch nicht gerne, wenn Elefanten ihre Felder zertrampeln und ihre Ernte vernichten. Im Udawale Nationalpark haben die Elefanten ihren eigenen geschützten Lebensraum, in dem sie sich frei und ohne Gefahren bewegen können.

Udawale Nationalpark Safari

ich bei der Arbeit auf Safari im Udawale Nationalpark Sri Lanka

Schon bei der Anfahrt sehen wir einige Exemplare am Zaun stehen. Die haben wohl festgestellt, dass hier die Chancen gut sind, dass jemand eine süße Frucht über den Zaun wirft. Ein männliches Prachtexemplar fällt uns besonders auf: zwei riesige gebogene Stoßzähne zieren den Elefantenbullen. Für einen Ceylon-Elefanten ist das eine echte Besonderheit, denn nur 2 % aller Ceylon Elefanten haben überhaupt Stoßzähne und wenn dann sind sie im Vergleich zu afrikanischen Elefanten auch eher sehr klein. Ceylon-Elefanten sind sowieso viel kleiner als afrikanische Elefanten, aber immerhin die größten ihrer Artgenossen auf dem asiatischen Kontinent. Im Vergleich zu indischen Elefanten ist ihre Hautfarbe dunkler und im Vergleich zum Sumatra-Elefant haben sie mehr Pigmente auf der Haut.

Udawale Nationalpark Safari

Auf Safari im Udawale Nationalpark: Vögel und Reptilien

Unsere Safari beginnt am Nachmittag. Eigentlich keine günstige Zeit für Safaris, denn in den frühen Morgen- und Abendstunden stehen die Chancen am besten, wilde Tiere zu beobachten. Trotzdem, wir fahren mit einem Jeep in den Park und schon sind meine Sinne wieder geschärft. Meine Augen suchen die Gegend ab, blicken unter Sträucher und in Baumwipfel auf Pirsch nach einem Tier. Natürlich wäre es ein absolutes Highlight für mich einen Leoparden zu sichten. Die gibt es hier zwar auch, aber die Chance einen zu sehen, ist gering. Im Yala Nationalpark und Wilpattu-Nationalpark kommen häufiger Leoparden vor als hier. Aber selbst in Afrika ist mir das nicht recht gelungen, da Leoparden Nachtjäger sind und sich am Tag im Dickicht oder auf Bäumen verkriechen. Als erstes nehmen wir einen stinkenden Geruch war, zwei Wasserbüffel suhlen sich im Schlamm.

Udawale Nationalpark Safari

Udawale Nationalpark Safari: Krokodile gesichtet

Wir sehen viele Vögel, deren Namen ich nicht aufzählen kann, aber vom Greifvogel bis zum Pfau und bunten Piepmatz ist alles dabei. Da der Udawale Nationalpark aus einem Stausee mit vielen angrenzenden Gewässern besteht, spielt sich das Leben auch am Wasser ab.

Udawale Nationalpark Safari

Krokodile schwimmen wie tote Äste an uns vorbei, kaum sichtbar für ein ungeschultes Touristenauge, dass einen toten Ast nicht von einem Reptil unterscheiden kann. Vom kleinen Kaiman bis zum 2 m langen riesigen Krokodil, das mit seinem schwerfälligen Körper durch den Tümpel segelt, um dann in Zeitlupe ans Ufer zu kriechen und das Maul weit aufzusperren. Selbst in Afrika habe ich kein Krokodil in Action gesehen, meist lungern die trägen starren Krokodilkörper nur am Ufer herum, um sich zu sonnen. Aber hier scheinen die Tümpel voller Reptilien zu sein. Die Fischer, die hier ihre Netze auswerfen werden wissen was sie tun. Außer Krokodilen sehen wir noch andere Reptillien wie Echsen oder Warane. Auch ein Mungo schleicht vor unserem Jeep noch über die Straße, um sich im Gebüsch zu verkriechen.Udawale Nationalpark Safari

Hier am See stoßen wir auch auf eine kleine Elefantenherde, die Junge mit sich führt. Die Tanten wirken etwas nervös als sich unser Jeep nähert. Eine stößt mit ihrem Kopf sogar drohend gegen den Jeep neben unserem und wackelt den von oben bis unten durch. Dann zieht sie von dannen ins Gestrüp. Man sollte einer Elefantenherde niemals zu nahe kommen. Interessant ist auch die Fresstechnik der Elefanten. Zuerst stampfen sie mit ihren mächtigen Füßen gegen die Grasbüschel, um die Wurzeln zu lockern, dann reißen sie die Büschel mit dem Rüssel aus und schütteln sie ein bisschen durch, damit der Staub und die Erde abfällt. Ihr seht schon, ich bin absolut fasziniert von Safaris und davon, Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, denn man kann soviel von ihnen lernen.

Mein Fazit zu meiner Udawale Nationalpark Safari

Udawale Nationalpark Safari

Ich hätte gar nicht gedacht, dass ich soviele Tiere sehen werde. Neben Elefanten habe ich jede Menge anderer Tiere sehen können, was die Safari sehr abwechslungsreich machte und das obwohl ich nur eine Halbtagessafari am Nachmittag hatte. Gegen Spätnachmittag sind sehr viele Jeeps in den Park gefahren – zuviele meiner Meinung nach, es entstand fast schon eine Rallye. Insofern Glück für uns, wir konnten die Tiere in Ruhe beobachten. Eine Safari im Udawale Nationalpark kann ich daher voll empfehlen – ein echtes Highlight in Sri Lanka!

Elephant Transit Home am Udawale NationalparkUdawale Nationalpark Safari

Ehrlich gesagt, habe ich lange überlegt, ob ich darüber schreiben soll oder nicht, denn als Blogger zieht man nunmal die Masse an Leuten dort hin, worüber man schreibt und ich bin mir nicht sicher, ob das in diesem Fall richtig ist. Genausowenig, wie ich mir sicher war, ob es richtig ist, dieses Elefantenwaisenhaus am Udawale Nationalpark zu besuchen. Eigentlich wollte ich es vermeiden, aber ich musste ich mich der Mehrheit beugen. Eines müsst ihr wissen, ich liebe Elefanten. Es sind meine Lieblingstiere. Gegründet wurde das Udawale Elephant Transit Home 1995 vom Sri Lanka Department of Wildlife Conservation. Offiziell handelt es sich bei dem Elephant Transit Home um ein Waisenhaus für Elefantenbabies, die ihre Mütter und Herde in der Wildnis verloren haben und alleine keine Überlebenschance hätten. Das hört sich erstmal gut an. Immerhin werden jährlich 200 Elefanten von Menschen erschossen. Allerdings warnt Pro Wildlife z.B. vor dem Besuch des Elephant Orphanage in Pinnawela. Dort würden Elefanten nicht artgerecht gehalten und per Elefantenhaken geführt werden. Täglich bis zu 8.000 Besucher, die die Elefantenbabies ertragen müssten, würden die Tiere stressen. Pro Wildlife unterscheidet das Udawale Elefantenwaisenhaus von Pinnawela dadurch, dass die Elefantenbabies sich dort frei bewegen könnten und nicht gezwungen werden zur Fütterung vor den Massen an Zuschauern zu kommen bzw. Zuschauer auch keinen direkten Kontakt zu den Wildtieren haben dürften wie in Pinnawela. Die Elefanten werden aber schon zur Fütterung getrieben und die brauchen sie ja schließlich auch um zu überleben. Es wird ihnen dann auch extra Futter vor die Füße der Zuschauer geworfen, damit diese sie gut fotografieren können, was ich dann schon etwas skeptisch sehe. Folgende Dinge sehe ich skeptisch:

  • wenn sich mit Elefantenbabies Geld machen lässt, ist es immer zum Wohle der Tiere?
  • warum gibt es soviele Elefantebabies die Waisen sind? Eine Elefantenherde lässt ein Baby normalerweise niemals alleine zurück, es sind so soziale Tiere. Dass ein Kalb von der Herde getrennt wird passiert in der Natur, aber in dieser großen Zahl? In Pinnawela werden z.B. Elefanten extra gezüchtet, um sie dann Touristen vorzuführen.
  • warum werden keine alten Elefanten gezeigt, die ebenfalls schutzbedürftig sind? z.B. gibt es in Sri Lanka viele Elefanten, die in Landminen getreten sind, die noch vom Bürgerkrieg da sind. Diese Elefanten sind teilweise verstümmelt, auch solche Elefanten habe ich im Udawale Elephant Transit Home gesehen und es wird sich auch um diese Tiere gekümmert, aber sie wurden nicht den Zuschauern vorgeführt, warum wohl? Alte Elefanten sind wohl nicht süß genug für Touristen.
  • die Nähe von so vielen Menschen ist für die Tiere trotzdem Stress, auch wenn keine Berührung stattfindet
  • gibt es wirklich keinen Elefanten-Haken bei der Erziehung der kleinen Elefanten? Stöcke habe ich zumindest gesehen.

selbstverständlich sind Elefantenbabies süß und putzig, aber ganz ehrlich, mir gefallen sie sehr viel besser wenn sie bei ihrer Herde in ihrem natürlichen Umfeld sind. Nach vier oder fünf Jahren werden die Elefantenbabies in Udawale in die Wildnis entlassen. Bis dahin werden sie dreimal täglich mit einer Ration Milch aufgepäppelt.

Mein Safari Camp im Udawale NationalparkUdawale Nationalpark Safari

Toll war auch mein Safari Camp in der Nähe des Udawale Nationalparks. Das Athgira River Camp liegt an einem Fluss. Wir hatten eine Unterkunft in einem modernen Komplex, das aber aus Safarizelten bestand und jeweils ein eigens Bad hatte. Nach der Safari kann man hier erstmal gemütlich im schönen Swimmingpool abhängen und danach geht es zum leckeren sri lankischen Barbeque im Restaurant. Genauso muss ein Safaritag sein. Perfect World.

Mein Unterkunft-Tipp: Athgira River Camp*

Wann ist die beste Reisezeit für eine Safari im Udawale Nationalpark?

Die beste Reisezeit ist im Januar/Februar. Ich war im Januar in Udawale. Die Monate sind trocken und es regnet weniger.

Die beste Uhrzeit ist in den frühen Morgen- und Abendstunden, dann suchen die Tiere nach Nahrung und halten sich mit Vorliebe an Wasserlöchern auf, wo man sie besser beobachten kann. Aber wie gesagt, ich hatte eine Safari am Mittag und trotzdem so viele Tiere gesehen. Meine Safari dauerte 3 Stunden, was auch üblich ist.

 

Lies hier meine kompletten Sri Lanka Reiseberichte bzw. Reiseroute:

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