Wandern in den Knuckles Range im zentralen Hochgebirge von Sri Lanka und im UNSESCO Weltnaturerbe.

Von Dambulla aus fahren wir weiter und kommen langsam ins Zentrale Hochland von Sri Lanka. Die Landschaft wird mit jedem Kilometer schöner und grüner. Bauern waten am Straßenrand durch Reisfelder und grüßen uns freundlich zu. Die Straße führt aufwärts und in der Gegend kurz vor Kandy wird es geschäftiger.

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Wandern in den Knuckles Range: Mein Unterkunftstipp

Gegen Spätmittag erreichen wir unsere Unterkunft, die Oruthota Chalets, die so malerisch über dem Victoria Stausee liegen. Wir sind die einzigen Gäste für diese Nacht, Touristen kommen selten an diesen wunderschönen abgelegenen Ort, sagt Sarath, unser Reiseführer. Dafür ist das Hotel bei Einheimischen, die hier ihre Flitterwochen verbringen umso beliebter. Und tatsächlich am übernächsten Morgen wird das Hotel für eine Hochzeitszeremonie geschmückt und wir begegnen der hübschen Braut beim Frühstück. Es ist die zweite Feier, die erste Feier hatte am Tag vor unserer Anreise stattgefunden. Singhalesen halten immer zwei Hochzeitsfeiern ab, die erste in weiß, bei der zweiten ist die Braut ganz in rot geschmückt. Weiß symbolisiert die Jungfräulichkeit und rot, naja… der Nachweis der Jungfräulichkeit wird in Sri Lanka noch von der Schwiegermutter nach der ersten Nacht überprüft. Familienmitglieder aus der gesamten Region kommen zu den Feierlichkeiten zusammen, daher kann so ein Hotel schnell ausgebucht sein.

Wanderung durch die Knuckles Range: Der Weg ist das Ziel

Wanderung Knuckles Range

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker wieder früh. Vor Sonnenaufgang sitzen wir in unserem Van. Vor uns liegen 1,5 Stunden Fahrt. Nach den 1,5 Stunden wechseln wir bei Udadumbara das Fahrzeug, wir steigen in den alten klapprigen Van von einheimischen Führern, die uns hinein in die Knuckles Range bringen werden. Es geht weitere 1,5 Stunden Fahrt, aber diesmal auf holprigen Wegen mit reichlich vielen Schlaglöchern, weshalb die Fahrt auch so lange dauert. Wir passieren kleine Dörfer, in denen grade erst der Tag begonnen hat. Mittlerweile hat sich die Sonne über die Bergwipfel geschoben und taucht die Landschaft in milde Sepiatöne. Die Aussicht auf die umliegenden Berggipfel ist atemberaubend. Wie eine zackige Wand erheben sich die Gipfel der Knuckles Range um uns herum. Den Namen erhielten die Berge, weil sie angeblich aussehen wie die Fingerknöchel einer geballten Faust (engl. Knuckles). Die Fahrt geht weiter, hinein in den Urwald. Wir befinden uns jetzt auf über 1.129 Metern Höhe. An den Hängen wächst der gute Ceylon Tee. Dichte große Urwaldbäume flankieren jetzt die Landschaft. Ein Laster zieht grade mächtige Teakholzstäme aus dem Wald. Dann endlich haben wir unser Ziel erreicht. Wir sind mitten in den Knuckles Range und unsere Wanderung kann beginnen.

Wanderung Knuckles Range

 

Wanderung durch die Knuckles Range zwischen Urwald, Reisterrassen und Wasserfällen

Wanderung Knuckles Range

Hier wartet unser Guide auf uns, ein echter Bauernbursche aus den Dörfern, der uns ein bisschen was zur Flora und Fauna erzählen wird. Als erstes spritzt er aber unsere Schuhe mit Mittel gegen Blutegel ein, zu spät. Bei mir haben sich schon zwei der widerlichen Blutsauger in sekundenschnelle durch meine Trekkingsocken und Hosen gefressen, dabei hab ich mir extra die Socken über die Hosen gezogen, was ziemlich lächerlich aussah aber empfohlen wurde. Blutegel sollen harmlos sein, sie übertragen keine Krankheiten und fallen ab, wenn sie sich vollgesaugt haben, aber man braucht sie jetzt auch nicht unbedingt. Alle anderen bleiben von den Blutegeln befreit, aber ich habe immer ein besonderes Glück. Sie lauern in Blättern und im Gras auf einen und knabbern sich unbemerkt in deine Haut. Egal, die Wanderung  geht los durch die grüne Urwaldlunge der Knuckles Range. Am Wegesrand wächst wilder Pfeffer und die Luft riecht nach Zitronella. Schmetterlinge, so groß wie meine Hand, schwirren von Blüte zu Blüte. Der Guide zeigt uns fleischfressende Pflanzen und andere exotische Gewächse.

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Wir wandern hinab ins Tal. Hier haben die einheimischen Bauern Reisterrassen angelegt, die sich an die Berghänge schmiegen. An einem Fluss packen wir unsere Lunchpakete aus und verschlingen sie gierig. Mittlerweile sticht die Sonne erbarmungslos vom Himmel und eine Wanderung bei tropischem Klima schlaucht doppelt. Hinter dem Fluss geht es den Berghang wieder nach oben. Etwas abgehetzt stoßen wir in mitten vom Nichts auf ein kleines Bauernhaus, die Familie stellt uns sofort ihre Plastikstühle hin, damit wir kurz verschnaufen können. Ihr Haus besteht nur aus einem Raum, worin die ganze Familie lebt. Essen und Schlafen auf Matten, die tagsüber zusammengerollt werden, findet auf dem Boden statt. Nur für die Touristen, die völlig planlos aus dem Urwald hervortauchen gibt es die guten Plastikstühle. Dabei nehmen wir das nach den Strapazen mit der tropischen Schwüle schon fast wie eine Selbstverständlichkeit hin. Am Ende erwartet uns noch ein Wasserfall, denn ich dankend nutze, um mir die Wanderstiefel auszuziehen und meine Füße kühle.

Wanderung Knuckles Range

 

Es war nur eine kleine Wanderung, aber ich bin ziemlich geschafft, die Hitze ist anstrengender als gedacht. Der Rückweg erfolgt wie der Hinweg und am Abend werden wir mit rosaroten Wolken über unseren Oruthota Chalets und einem kalten Bier belohnt.Wanderung Knuckles Range

Ein singhalesischer Kochkurs

Am nächsten Morgen erwartet uns Suzy und ihr Mann zu einem Kochkurs. Sie zeigt uns wie man ein gutes Curry kocht. Dafür raspeln wir für die Kokosmilch erstmal ein paar Kokosnüsse. Aus Kürbis, Schwertfisch, Curry und Kokosnussmilch kocht sie uns dann ein leckeres Menü. Suzys Söhne spielen übrigens Rugby, der eine in der Nationalmannschaft von Sri Lanka, der andere in der Nationalmannschaft von Australien.

Infos zu den Knuckles Range

Die Knuckles Range im Zentralen Hochgebirge gehören zu einem Bioshären Reservat und zum UNESCO Weltnaturerbe in Sri Lanka (zusammen mit Horton Plains und Peak Wilderness).

Gebiet Knuckles Range: Die Gebirgskette Knuckles Range erstreckt sich über 155 km2 zwischen Kandy und Mahiyangama.

Tiere & Pflanzen: Hier findet man eine reiche Flora und Fauna, die es nur in dieser Gegend gibt, also endemisch ist, z.B. die Ceylon Hutaffen oder Weißbartlanguren, aber auch viele Schmetterlinge, Vögel, Reptilien und sogar Leoparden (die man aber selten sieht). Die Landschaft ist wunderschön und abwechslungsreich von den Gebirgsketten, über Reisfelder und Teeplanatagen sowie Urwälder mit Flüssen und Wasserfällen. Es kommen nur wenige Touristen in diese Region, weshalb sie noch recht ursprünglich und total ruhig ist, was ich sehr angenehm empfand. Ich habe keinen anderen Touristen gesehen.

Wanderung Knuckles Range

Ein Weißbartlangure in den Knuckles Range

Meine Tipps für eine Wanderung in den Knuckles Range

Mein Unterkunftstipp:

 

Wann ist die beste Zeit für Wanderungen in den Knuckles Range

ich war im Januar in den Knuckles Range wandern. Februar ist auch gut. Die Monate November bis März gelten als beste Reisezeit, wobei es im Zentralen Hochgebirge auch öfter Regnen kann. Besonders in Regenzeiten kann es rutschig sein und die Blutegel kommen verstärkt vor. Die Gipfel der Berge liegen meist im Nebeldunst, weshalb sie auch Nebelberge genannt werden.

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