Von der Fachwerkhausromantik in Dinkelsbühl kommen wir in das fürstliche Ansbach. Hier triumphieren vor allem prunkvolle Barockfassaden in der Innenstadt und geben der Stadt auch den Beinamen „fränkisches Rokoko“. Ansbach war einst die Residenzstadt der Markgrafen von Ansbach und daher ist die fürstliche Residenz auch eines der wichtigsten Baudenkmäler der Stadt. Bei unserer Stadtbesichtigung durch Ansbach erleben wir die fränkische Stadt im Weihnachtszauber und entdecken die Highlights von Ansbach.
lies auch meinen aktuelleren Artikel: Ansbach Sehenswürdigkeiten & Tipps mit allen Highlights in Ansbach
Die Highlights von Ansbach erkunden
Fürstlich: Bei den Markgrafen in der Residenz
„Die Zimmer in der Residenz sind nicht beheizt“, sagt unser Schlossführer und zieht sich gleich die dicke Daunenjacke drüber. Wie musste das erst in den kalten fränkischen Wintern des 18. Jahrhunderts gewesen sein, als die Residenz noch von den Markgrafen bewohnt wurde? Immerhin gibt es Kachelöfen in den Räumen. Wir starten eine Führung durch die fürstliche Residenz in Ansbach. Prunkvolle Räume im Rokoko-Style mit reichlich Gold und Stuck, Seidentapeten und Porzellanfigürchen, lassen erahnen welch rauschende Feste man hier in Franken einst mit gepuderten Perücken feierte. Solange bis der letzte Markgraf seine Besitztümer an Preußen verscherbelte, um mit einer englischen Adligen durchzubrennen und in England Pferde züchtete – ein Verrat an Ansbach. Vielleicht ist das ein Grund, weshalb man seine sterblichen Überreste nicht in der Gruft bei seinen Verwandten aufbahren wollte?
Gruselig: In die Gruft – wo die Markgrafen ihre letzte Ruhe fanden
Nachdem wir die Wohnräume der Markgrafen von Ansbach kennen und mittlerweile die Dunkelheit über Ansbach liegt, steigen wir hinab in die fürstliche Gruft der St. Gumbertus Kirche. In der Gruft liegen 25 Sarkopharge der Ansbacher Markgrafen. Ziemlich gruselig, wie ich finde, vor allem als uns der Stadtführer mitteilte, dass die Fürsten noch in ihren Särgen schlummern. Um ehrlich zu sein, war ich erleichtert die markgräfliche Gruft von Ansbach wieder zu verlassen.
Hoch hinauf: auf den Kirchturm der St. Gumbertus Kirche mit Rundum-Blick
Bei Dunkelheit machten wir uns auf den Weg den Kirchturm zu besteigen, immer enger und immer dunkler ging es die Steinwendeltreppen hinauf, über Holzleiter und windige Zugfenster. Oben angekommen, hat man einen Rundblick über Ansbach und den Marktplatz. Hier ist der Weihnachtsmarkt schon in vollem Gange und die Weihnachtswunderwelt wirkt von hier oben friedlich stumm und leise. Wieder unten angekommen, probieren wir hier weißen Glühwein.
Begegnung mit Caspar Hauser
Rund um die St. Gumbertus Kirche begegnet der Ansbach-Besucher auch einer sehr berühmten historischen Figur: Caspar Hauser. Dieser erregte im 17. Jahrhundert über alle Grenzen hinweg Aufsehen, als er urplötzlich auf dem Marktplatz auftauchte, geistig zurückgeblieben und behauptete, er habe sein ganzes Leben nur mit Wasser und Brot in einem dunklen Raum alleine verbracht. Verschwörungstheoretiker vermuteten hinter Caspar Hauser einen badischen Erbprinz, die Theorie konnte aber nicht belegt werden. Trotzdem bleibt Caspar Hauser bis heute eine faszinierende Figur.
Stilecht: Rokoko Dinner in der Orangerie in Ansbach
Wer dem Lebensgefühl und dem Zeitalter des Rokoko auf die Spur kommen will, ist in Ansbach genau richtig. Jedes Jahr im Sommer werden hier die Rokokofestspiele zelebriert, bei der man sich in historische Rüschengewänder, Riemchenschuhe und gepuderte Perücken werfen darf und sich einmal wie ein Fürst fühlen kann. Da gerade Winter ist und wir auch was vom Rokoko-Feeling abhaben wollen, gehen wir zum Abendessen in die Orangerie im Hofgarten. Dort werden wir stilecht von einem echten Vertreter des Rokoko in Empfang genommen. Selbiger unterhielt uns am Abend, lehrte uns die fürstlichen Tischsitten des Zeitalters, ermahnte die Herren jedes Mal aufzustehen, wenn sich eine Dame am Tisch erhob und gab einige Annekdötchen aus der Rokokozeit preis. Eine sehr amüsante Geschichte, bei der das fantastische Abendessen in der Orangerie gleich noch viel besser schmeckte.
Hoteltipp Ansbach
Und selbstverständlich durften wir uns auch wie echte Rokoko-Prinzessinnen fühlen in unserem Schlafgemach im Hotel Bürger-Palais, einem alten denkmalgeschützten Palais direkt bei der Residenz.
Residenz Ansbach: Promenade 27, 91522 Ansbach, Bayern, Eintritt 4,50 Euro Erwachsene Stadtführung: Ansbach im Lichterglanz, auch empfehlenswert: Bratwurstführung
Rokoko-Dinner in der Orangerie, Promenade 33, Ansbach
Vielen Dank an Franken Tourismus für die Einladung nach Dinkelsbühl und Ansbach.
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Hallo 🙂
Ein echt schöner Bericht. Ich selbst habe in Ansbach studiert, kenne die Stadt also recht gut. Zu den Rokokofestspielen habe ich es leider in all den Jahren dennoch nicht geschafft. Soll ein echtes Erlebnis sein 😉 Zum Glück ist Ansbach für mich nicht aus der Welt, vielleicht klappt es ja nächstes oder übernächstes Jahr 😉
Liebe Grüße,
Kerstin
Hallo Kerstin,
ja, die Rokokofestspiele müssen ein echtes Ereignis in Ansbach sein 😉
Liebe Grüße
Nicole