Sanft lande ich auf einer Landebahn am Rande des Mittelmeeres. Der Christofo Colombo Flughafen von Genua drückt sich zwischen die Ausläufer der Alpen und die Ligurische Küste. Genua, die Hauptstadt der italienischen Provinz Ligurien, ist für viele nur eine Stadt, von der sie auf Kreuzfahrtschiffe steigen. Ich schlendere durch die alten Gassen, es ist Abend und mein Weg führt mich zuallererst hinunter zum Hafen. Hier kann man ihn vernehmen, den Duft der Freiheit, der großen weiten Welt, die einem das Meer offenbart. Den gleichen Duft muss auch Christoph Kolumbus gewittert haben, als er hier 1451 am Hafen seiner Geburtsstadt stand und nur eines wollte: die Weite der See ergründen, hinaus zu fahren in die weite Welt, um etwas Großes zu vollenden. Und das hat er:  anstatt den Seeweg nach Indien zu entdecken, der den Genuesern noch mehr Reichtum beschert hätte, verfuhr sich Kolumbus und entdeckte zufällig Amerika. Hier an diesem kleinen Hafen von Genua war der Anfang vom Ende der alten Welt.

Am nächsten Morgen will ich die Dunkelheit aus meinem Hotelzimmer vertreiben und schiebe die Vorhänge zur Seite. Doch der Ausblick inmitten der Altstadt Genuas gibt nur Häuserwände preis. Diese Stadt ist so eng, dass sich Hauswand an Hauswand drängt. Zum Frühstück gibt`s typischerweise Foccaccia – gesalzener Hefeteigfladen mit Oliven drin. Nicht jedermanns Sache, aber ich mag es.

Ich schlendere durch die Kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt, jede Hauswand wäre hier eigentlich ein gutes Fotomotiv. Häuserwände verwandeln sich in tiefe, dunkle Schluchten – das sei typisch für Genua, sagt die Genueserin Christina: einst führten die Gassen vom Hügel direkt gerade aus hinunter zum Meer. Der Blick in die Gassen hat etwas Melancholisches an sich, einsame Stille, verblaster Glanz und dann, auf der Via Garibaldi angekommen, wieder geschäftiges Treiben.

Genua – La Superba – die Stolze: Adelspaläste auf der Via Garibaldi

Touristen schieben sich zwischen die Prachtstraße Genuas mit seinen Dogenpalästen, den Palazzi Rolli, die heute zum Weltkulturerbe gehören und zeigen wie reich diese Stadt einst war, als ihr das Meer und der Seehandel zu Glanz und Gloria verhalf. Genua war nach Venedig die bedeutendste Hafenmetropole der mittelalterlichen Welt. Die Waren, die hier am Hafen verladen wurden, gingen nach Florenz und Pisa, in die Schweiz und bis nach Nordeuropa hinauf. Die Kaufleute von Genua wurden dadurch reich, sie ließen sich ihre prunkvollen Palazzi aufbauen. Die Via Garibaldi ist eine einzigartige Ansammlung von Palästen und hübsch restaurierten Fassaden. Am bekanntesten sind der Palazzo Bianco und der gegenüberliegende Palazzo Rossi (der weiße und rote Palast). Beide beherbergen großartige Sammlungen europäischer Gemäldekunst. Die anderen Paläste sind nicht öffentlich zugänglich, aber wenn man Glück hat, stehen die Tore offen und man kann einen Blick in die Innenhöfe werfen, auch diese sind voller Prunk und Glanz. Von der Via Garibaldi hat Genua auch seinen Spitznamen „La Superba“ erhalten – die Stolze – die Principesa al Mare. Heute finde ich in den Prunkpalästen von damals die wohl schönste Filiale der Deutschen Bank. Genua hatte übrigens die erste Bank und war für den Geldhandel bekannt und noch immer findet man hier alle wichtigen Geldhäuser in den Palazzi.

Beste Aussichten auf Genua: mit dem Panoramaaufzug hoch hinaus

Ich schlendere weiter über die Piazza San Lorenzo, dessen ganze Zierde der Duomo San Lorenzo  mit seinen in weißem Marmor und schwarzen Schiefer geschichtete Fassade ist. Unscheinbar verbirgt sich der Ascensore Castelletto, ein alter Aufzug aus der Belle Epoche. Ich fahre mit ein paar alten Leuten hinauf, sie scheinen im oberen Stadtteil zu wohnen, der wie eine Terrasse über dem Altstadtkern hängt. Von dort oben liegt mir Genua mit samt seinem Hafen zu Füßen. Ich sehe die Wäsche auf Dachterrassen trocknen, die Dächer der Palazzi, die ganze Enge einer Stadt, die sich die Stolze nennt. Hieroben bin ich weit entfernt von dem Altstadtgewusel dort unten. Unter alten Bäumen und vor prächtigen Fassaden, fährt man hier Kinderwägen spazieren, setzt sich auf eine Bank und schaut einfach nur auf diese Stadt am Meer. Wieder unten gönne ich mir ein Gelato in der Cremeria delle Erbe, ebenso unscheinbar gelegen in einer versteckten Straße, der Vico delle Erbe. Nirgendwo in ganz Genua schmeckt das Eis cremiger als in dieser kleinen Eisdiele. Ich wandere weiter durch die Straßenschluchten, vorbei an Grafittiverzierten Häuserwänden, vorbei an Einwandererunterkünften. Wenn es dunkel wird, dann wird es hier unten in der Nähe des alten Hafen etwas schummrig, dann sieht man all die illegalen Einwanderer aus Afrika, die einem irgendeinen Ramsch aufschwätzen wollen. Man sieht die Prostituierten und Drogenhändler offen auf den Straßen stehen. Auch das ist Genua, der stolzen Stadt am Meer. Bevor ich mich zum Abendessen begebe, wandere ich noch  durch die Markthallen des Mercato Orientale. Hier sieht alles so lecker aus, dass ich am liebsten Großeinkäufe getätigt hätte, aber wir sind verabredet im Il Genovese. Hier zeigt uns der Chefkoch wie man das originale Pesto Genovese zubereitet. Pesto und Foccachia, Pesto und Pasta, was braucht man mehr, um einen Abend in Genua ausklingen zu lassen? Genua, die Prinzessin am Meer, sie wird dich nicht enttäuschen, wenn du dich auf sie einlässt. Sie bleibt die Stolze – la Superba. Lass dich einfach treiben, durch die Gassen, durch die Stadt.

Rezept für Pesto Genovese:

  • Basilikum
  • handgepresstes Olivenöl aus Ligurien
  • Pinienkerne
  • Salz und Pfeffer

Alles in eine Marmorschüssel geben und mit dem Mörser verstampfen bis das Pesto schmatzt. Dazu schmeckt Foccachia und Pasta.

5 Top-Sehenswürdigkeiten von Genua

  1. Top-Sehenswürdigkeit Genua: Der Hafen

  • wer will kann sich hier das Aquarium anschauen. Eines der größten in Europa mit einer riesigen Sammlung an Meerestieren. Ich bin kein Fan von Zoos und auch die Schlange vor dem Eingang wäre mir zu lange gewesen, deswegen habe ich eine der Top-Sehenswürdigkeiten von Genua nicht besucht, sondern mich lieber am Hafen umgeschaut.
  • Hier kannst du dein Tagesticket schon vorab online reservieren und sparst dir die Schlange beim Anstehen: Tagesticket für das Aquarium in Genua*
  • Sehenswürdigkeit Genua il Bigo: 100 Meter vom Aquario entfernt kann man mit dem alten Lastenkran-Aufzug 100 Meter hoch fahren und das Panorama über den Hafen von Genua genießen
  • Restauranttipp am Hafen von Genua: Fisch-Restaurant  I Tre Merli al Porto Antico itremerli.it

2. Top-Sehenswürdigkeit Genua: Via Garibaldi und Palazzi Rolli

3. Top-Sehenswürdigkeit Genua: Duomo San Lorenzo

hier sollen angeblich die Reliquien von Johannes des Täufers aufbewahrt sein.

4. Top-Sehenswürdigkeit Genua: Panoramaaufzug Ascensore Castelletto

Da Genua sehr eng ist und sich terrassenförmig an den Hang schmiegt, hat die Stadt viele Aussichtspunkte zu bieten. Es gibt Aufzüge uns Zahnradbahnen. Die beste Aussicht auf Genua und den Hafen hat man aber vom Panoramaaufzug Ascensore Castelletto.

5. Top-Sehenswürdigkeit Genua: Mercato Orientale

Wer sich für Märkte interessiert findet in der Markthalle des orientalischen Marktes sicherlich leckere Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.

Restaurant-Tipps für Genua:

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Tipps & Ausflüge für Genua:

Vielen Dank an Tourismus Ligurien für die Einladung nach Genua. 

 

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