Tel Aviv ist eine Stadt, die ich nur schwer beschreiben kann. Vielleicht liegt es daran, dass in Tel Aviv alles zu haben ist und alles möglich ist. Nicht umsonst nennt sich die modernste Stadt Israels The big Orange – was eine ironische Bemerkung sein soll und auf den Vergleich mit New York anspielen soll. Soll heißen, schau her Welt, wir haben genauso viel zu bieten. Die Stadt scheint stolz zu sein auf ihr modernes, junges Image in einem Land, das seit seiner Geburtsstunde von Konflikten geprägt wird. Hier scheint es die Israelis herzuziehen, die ein Statement gegen all diese Schlagzeilen des Nahostkonflikts abgeben wollen. Als haben die jungen Leute in diesem Land die Schnauze voll von Schlagzeilen mit Terroranschlägen, von Hass und Ideologien. Hier in Tel Aviv wird auch gekämpft, aber gegen dieses Bild und dafür verwenden die jungen Leute ihre ganze Energie. Man lebt hier nach dem Motto „das Leben ist kurz“, sagt Yair zu mir und genau das ist der Spirit, den man in Tel Aviv an jeder Ecke zu spüren bekommt. Die Chance auf ein normales Leben mit gutbezahlten Jobs, Clubbesuchen und Sushi Restaurants, ist im gesamten Nahen Osten hier in Tel Aviv am größten.

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Tel Aviv – die Weiße Stadt: Bauhausstil und junge Designer

Und dennoch findet man soviel Kontraste in dieser Stadt. Im altjüdischen Viertel Neve Tzedek reihen sich kleine Geschäfte und Boutiquen aneinander. Häuser mit Graffitiwänden versuchen der Stadt ein eigenes Gesicht aufzumalen. Individuell, weltoffen, tolerant will man sein in Tel Aviv. Und das zieht die Menschen an: die Mietpreise steigen wie in jeder trendigen Metropole auch in Tel Aviv in astronomische Höhen. Ich schlendere über den Rothschild Boulevard mit seinen im Bauhaus-Stil errichteten Häuser aus den 1930er Jahren. Aus der Zeit, in dem auch Berlin im Bauhaus-Fieber war, aus der Zeit als viele deutsche Juden nach der Reichsprognomnacht in das ehemalige Palästina auswanderten, weil sie in Deutschland keiner Beschäftigung mehr nachgehen durften. Die jüdischen Architekten wurden in der Bauhausstadt Dessau ausgebildet und bauten sich neue Wohnhäuser mitten in die neue Heimat hinein. Über 4.000 von diesen weiß getünchten Bauhäusern stehen im Zentrum Tel Avivs, mit ihren schnörkellosen und funktionalen geraden Linien sind sie wie geschaffen für diese Stadt, auch wenn sie mittlerweile etwas vergilbt wirken. Seit 2003 gehören sie zum Weltkulturerbe. Am Abend verwandelt sich der Rothschild Boulevard in eine Ausgehmeile, tagsüber führt man hier mit Vorliebe seine Hunde spazieren.

Der Stil von Tel Aviv ist casual

Künstler und Kreative zieht es genauso in die Stadt wie junge Start-up Unternehmer. Die Schuhdesignerin Maya Levi hat hier ihr Geschäft eröffnet: Handmade Shows der Marke Olivia Thomas, produziert von einer Handvoll Designer in Tel Aviv. „Der Modestil Tel Avivs ist „casual“,“ sagt Maya Levi, „die Frauen legen zwar Wert auf Äußeres, aber, bequem sollen die Schuhe sein“ und das heißt flache Absätze, am besten Flip Flops für den Strand und wenn es dann doch mal schicker sein soll, dann hat Maya ihre bequemen Lederschuhe mit geringen Absätzen in ihrer Boutique. Preisniveau ca. zwischen 80 und 250 Euro.

Tel Aviv: Schlemmen auf dem Carmel Markt

Wer orientalisches Flair sucht, der wird auf dem Carmel Markt fündig. Wie ein arabischer Souk reihen sich die Marktstände aneinander, wuseln die Menschenmengen durch die engen Marktgässchen. Marktschreier übertrumpfen sich mit ihrem Geschrei und an den Garküchen gibt es von der Falafel bis zu den chinesischen Dumplings so ziemlich alles zu essen. Überall gibt es Frisches, doch bei der Mittagshitze bringe ich keinen Bissen hinunter. Ich lasse mir einen fruchtigen Smoothie für 20 Schäkel zubereiten, das sind ca. vier Euro. Dass Israel nicht gerade billig ist, merke ich schnell. An einem Tag bin ich allein für Getränke fast 50 Euro los.

Körperkult am Strand von Tel Aviv

Vom Carmel Markt aus laufe ich entlang der Strandpromenade zurück zu meinem Hotel. Hier zieren sich Hotelhochhäustürme wie Perlen an einer Kette am Strand entlang. Schön ist anders. Aber das mag vielleicht auch wieder daran liegen, dass die Stadt in aller Eile entstanden ist, für immer mehr Menschen, die nach dem 2. Weltkrieg in den neugegründeten Staat Israel auswanderten. Ich werfe mich in mein Strandoutfit. Das Meer ist herrlich: angenehm lauwarm meine ich, kalt für die Jahreszeit sagt Yair (es ist Anfang Mai). Hier am Strand fällt mir auf, welchen Körperkult die Tel Avivis betreiben: Man legt sich nicht einfach in die Sonne, man betreibt Sport: vom Stand-up-Paddling bis zum Beachvolleyball und Softball, hier strahlen perfekte Körper im Sonnenlicht. Israelische Männer sind unter uns Frauen gesagt, wahnsinnig attraktiv, wahrscheinlich sagen das die Männer auch von den Frauen. Aber dafür tut man auch einiges: Die Strandpromenade ist das Freiluftfitness-Studio der Stadt: mir begegnen nicht nur Jogger, Fahrradfahrer, Segwayfahrer, nein, mir begegnen ganze Gruppen im Sportlerdress, die auf der Strandpromenade ihre Fitnessübungen machen, von Aerobic bis zum Yoga. Am Venice Beach von Tel Aviv zählt es eine gute Figur zu machen.

In einem Beachclub an der Marina, nahe des alten Hafens gönne ich mir eine Weißweinschorle auf Eis und bin spätestens jetzt im Urlaubsmodus angekommen: was könnte besser in diesem Moment sein als ein Meer, Sonne, schöne Menschen, Chilloutklänge, eine kühle Weißweinschorle und die Sonne, die langsam im Meer versinkt. Ein paar Surfer nutzen die letzten Sonnenstrahlen des Tages für ein Ballet auf dem Meer. Tel Aviv ist so relaxt wie ich mich grade fühle, am liebsten würde ich einfach hier sitzen bleiben solange bis die Nacht über dem Meer hereinbricht.

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Vielen Dank an das Israelische Tourismusministerium für die Einladung nach Tel Aviv und Israel.

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