Tel Aviv ist für sein Nightlife bekannt. Es ist DIE Partystadt Israels und des Nahen Ostens. Beliebt vor allem auch bei Gays – Schwulen und Lesben und das nicht, weil Tel Aviv soviel Schwulenclubs hat, sondern weil Schwule und Lesben hier keine eigene Szene brauchen, weil sie hier so offen und freizügig mit ihrer Sexualität leben können wie nirgendwo sonst. Tel Aviv ist die toleranteste Stadt zwischen Mittelmeer und Wüste, in einem Land, das vor Religionskult nur so strotzt, explodieren hier die Extreme nebeneinander. Das verstört, verwundert und übt zugleich seine magische Anziehungskraft auf all die Touristen aus und all jene Israelis, die modern sein wollen. Ausgerechnet in einer israelischen Stadt ist die einzige Religion, die ausgiebig zelebriert wird, die pure Lust aufs Leben. Tel Aviv will sich in kein Klischee pressen lassen. Die Stadt will einfach nur leben, einfach nur leben als sei jeder Tag bzw. jede Nacht die letzte des Lebens. Man muss sich hier mitten hineinstürzen in das Getümmel zwischen Tag und Nacht, um ein Bild von dieser Stadt zu bekommen, um ein Bild davon zu haben wie es ist, das Leben zwischen Multikulti, zwischen Beachlife, zwischen Nahostkonflikten und religiösen Auseinandersetzungen, die es irgendwo zu geben scheint, irgendwo in diesem Land, aber weit genug entfernt von Tel Aviv, so scheint es mir zumindest. Oder man ist einfach auf der Suche nach dem Leben, dem Kick, einem Rausch der Sinne. Ich weiß es nicht, was genau der Reiz dieser Stadt ist, sie wirkt auf mich seltsam verstört.

Exzessives Clubbing und Nightlife von Tel Aviv

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Nightlife von Tel Aviv: Jimmy Who`s

Als die Nacht über mir und Tel Aviv hereinbricht, längst nach 23 Uhr, treffe ich mich mit der jungen Israelin Einat Rotfus. Sie will mir das Bild Tel Avivs bei Nacht zeigen. Das richtige Tel Aviv. Nicht das Tel Aviv der Postkartenmotive. Einat führt uns Mädels heute durch das Nightlife von Tel Aviv, zeigt uns die angesagtesten Bars und macht uns bekannt mit der Szene. Wir treffen uns im Jimmy Who`s am Rothschild Boulevard, der bei Tag so unschuldig wirkte und sich in der Nacht mit den Partygängern aufputscht. Erinnern soll das Interieur an einen Club im Soho`s New Yorks: Industrial Design, cool, trendy und der DJ sorgt für gute Musik. Im Untergeschoss gibt es Separees, ein bisschen muffig, ein bisschen angestaubt, aber das ist der Chic von Tel Aviv, der alles so hipp macht. Die Preise sind gesalzen, aber da musst du jetzt durch, mit einem Drink ist es nicht getan, ich muss mir einen Wodka Shot runterstürzen, zu dem mich der Gruppenzwang und die Einladung des Barkeepers zwingt. Bis zu diesem Tag, dachte ich, dass meine wilden Partynächte der Vergangenheit angehören. In Tel Aviv erhälst du eine Verjüngungskur, wenn du dich ins Nachtleben stürzt, eine Zeitreise zurück in deine Sturm und Drang Zeit.

Den nächsten Wodka Shot gibt es ebenfalls am Rothschild Boulevard, im Polly`s, einer Bar mit Indoor und Outdoor Tischen. Ein eher umspektakulärer Zwischenstopp, dafür mit kostenlosem Shot. An dieser Stelle wollte ich nach einem erlebnisreichen Tag eigentlich zurück in mein Hotelzimmer, aber Einat, schleppte mich einfach weiter mit (Ich hasse übrigens Wodkashots, aber protestieren, half nichts mehr).

Nightlife von Tel Aviv: Feiern unter Schwulen im Schwulenclub Evita

Im Schwulenclub EVITA  werden wir vier Mädels freudig begrüsst und in Empfang genommen. Der Barkeeper oben ohne ist ein wahrer Hingucker mit seinem Waschbrettbauch, aber eben leider schwul. Wir fallen ein bisschen auf unter all den Männern hier, die auf ein schnelles Abenteuer aus sind. Aber wir sind der Mittelpunkt des Geschehens, der Barkeeper stellt sofort die Shots für uns bereit und zwinkert mir zu: hey, hey, der Abend fängt jetzt an Spaß zu machen. Ich mag Schwulenclubs weil man hier hemmungslos abfeiern kann und die Schwulen immer so locker drauf sind, das ist hier in Tel Aviv nicht anders. Als wir uns wieder verabschieden wollen, erhalten wir von der Dragqueen ein Extraständchen: „especially for my German girlfrinds“. Schlecht ist die Show nicht, im Gegenteil. Die Stimmung steigt. Spätestens hier hatte ich es aufgegeben die Wodkashots zu zählen, die ich bereits intus hatte.

 

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Nightlife von Tel Aviv: Schwulenclub Evita

Nightlife von Tel Aviv: Sinnesrausch im Inclub Kuli Alma

Nightlife von Tel Aviv: Kuli Alma

Abtanzen zur coolen Musik im Inclub Kuli Alma

Einen echten Sinnesrausch erlebt man im Kuli Alma, einer der angenagtesten Locations von Tel Aviv. Es riecht ordentlich nach Gras als wir die Treppe zu dem In-Schuppen hinunter gehen. Und es dauert keine fünf Minuten, bis mir ein Joint angeboten wird. Angebote aller möglichen Art sind hier die Regel. Es wird ungeniert gebaggert, ohne dabei lange herumzufackeln, wir erinnern uns: „in Tel Aviv, wird gelebt als sei es der letzte Tag, bzw. die letzte Nacht, deines Lebens“. Aus diesem Laden geht keiner mehr alleine nachhause. Ich tanze hier einfach nur zu der wahnsinnig coolen Musik des DJ`s ab und bestaune die obszönen Graffitis an den Wänden und beobachte die attraktiven Menschen im Club beim Flirten. Der Club ist voll und die Stimmung ist gut, genauso die Musik. Alles hier ist purer Sex. Es ist übrigens ein Tag unter der Woche, ein Mittwoch, den wir für diese Clubbingtour durch Tel Aviv gewählt haben, aber laut Einat geht man in Tel Aviv an jedem Tag aus und die Nächte sind wie erwartet lange.

 

Nightlife von Tel Aviv: Absacker im stylischen Club Aria

Einen letzten Absacker trinken wir im Aria, ein relativ neues In-Restaurant mit einer Bar. Das Restaurant im 2. Stock gehört zu den besten in Tel Aviv, hat aber um diese Zeit schon geschlossen. Der edle Bohemien-Style des Restaurants zieht sich auch in der Bar im ersten Geschoss durch. In der Bar steppt  noch der Bär. Im Aria geht es um einiges schicker und eleganter zu als in den vorherigen Locations. Das Publikum ist stylisch und elegant unterwegs. Einige Mädels flirten mit ein paar Expats, die die Gelegenheit für ein Abenteuer suchen. Ich trinke artig den Shot, den man mir auch hier wieder unter die Nase hält. Und dann geht es ab für mich ins Taxi und nachhause in mein Hotelbett. Um vier Uhr morgens ist aber in Tel Aviv noch lange nicht Schluss mit der Party, wohin es Partyguide Einat noch zieht, weiß ich nicht. Es ist mir auch egal. Mir reicht dieses Revival der Sturm und Drang Zeit meiner Twenties für heute völlig aus, denn morgen geht meine Israelreise weiter in Richtung Haiffa. Mir bleiben zweieinhalb Stunden Schlaf, aber zum Glück hatte ich weder Kopfschmerzen noch einen Kater am nächsten Morgen. Zu meiner eigenen Überraschung war ich topfit. Vielleicht ist das das Geheimnis von Tel Aviv – feiern bis zum Morgengrauen, um fit und jung zu bleiben.

 

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Meine Tel Aviv Tipps

übernachten in Tel Aviv

In Tel Aviv solltest du dir ein Hotel an der Strandpromenade gönnen. Ich habe 2 Nächte im Hotel Herods direkt am Strand verbracht:

Diese Aktivitäten solltest du in Tel Aviv unbedingt unternehmen:

Der ideale Reiseführer für Tel Aviv:

Das Dumont Reisehandbuch zu Israel. Mit herausnehmbarer Karte, vielen Hintergrundinfos zu Land und Leuten, zur koscheren Küche, sowie praktische Tipps und die Beschreibung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Israel, Palästina und Sinai. Er hilft Dir bei der Planung Deiner Reise zu den schönsten Orten genauso wie als informativer Reisebegleiter für unterwegs.

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Um die Locations in Tel Aviv zu finden, zoom die Karte so weit wie möglich heran:

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Ich wurde vom Israelischen Tourismusamt zu dieser Clubbingtour mit Einat Rotfus eingeladen. Meine Meinungen sind davon unabhängig.