Wiedereinmal begebe ich mich auf Spurensuche mitten in Deutschland. Wo sind eigentlich die deutschesten Ecken Deutschlands? Wo liegen die Ursprünge meines Heimatlandes? Eine Region, die ich dafür besuchen muss, ist der Teutoburger Wald in Nordrhein-Westfalen. Hier ist so vieles passiert, das mit der Geschichte unseres Landes zu tun hat. Allem voran ist der Teutoburger Wald bekannt durch die Varusschlacht im 9. Jahrhundert n. Chr. Für alle, die jetzt weniger historisch bewandert sind: das war eine der bedeutendsten Schlachten der Germanen gegen die Römer. Drei römische Legionen unterlagen den germanischen Heeren, die von Arminius (auch Herman und daher Hermannschlacht) angeführt wurden. Durch diesen Sieg war es den Römern unmöglich geworden, sich Germanien unter den Nagel zu reißen. Die rechtsrheinischen Gebiete gehörten weiterhin den Germanen und Arminius stieg in der Legende zu einem Volkshelden auf. Heute erinnert das Hermannsdenkmal bei Detmold an die siegreiche Schlacht in den grünen dunklen Wäldern mitten in Deutschland und noch immer ist die Varusschlacht in aller Munde, wenn man in den Teutoburger Wald in Nordrhein-Westfalen fährt, auch wenn wir Deutschen wenig Nationalstolz zeigen.

Doch nicht nur die Legende um die Varusschlacht und der Anblick des kolossalen Hermandenkmals sollte einen Besuch im Teutoburger Wald wert sein. Die Region hat soviel zu bieten, das für jeden Geschmack was dabei ist. Altehrwürdige Kurorte wie Bad Oeynhausen und Bad Salzuflen boten schon immer Anziehungspunkte für diejenigen, die ihrem Körper und Geist etwas gutes tun wollten, denn der Teutoburger Wald bietet neben seinem erholsamen Wald auch für Wellnessliebhaber viel und für Wanderer ist die Region nahezu paradiesisch: ursprüngliche Wälder und die atemberaubend schönen Externsteine sind nur einige der beliebtesten Ausflugsziele. Und dazwischen liegen noch Städte wie Bielefeld, Detmold und Lüdge.

Ein Wochenende ist viel zu knapp, um der Region gerecht zu werden und alles zu sehen. Daher sind an diesem Wochenende auch gleich mehrere Blogger im Teutoburger Wald unterwegs, um die schönsten Ausflugsziele ausfindig zu machen. Mein Programm beinhaltet eine Mischung aus Erholung bzw. Wellness, für die der Teutoburger Wald bekannt ist und den kulturellen Highlights. Dennoch stelle ich dir in diesem Artikel auch die Highlights vor, welche die anderen Blogger erkundet haben.

Als Anlaufstelle für die Erkundungen in der Region eignet sich der beschauliche Kurort Bad Salzuflen in der Nähe von Herford. Schon der Taxifahrer meinte, dass es schön sei, in Bad Salzuflen und hat sich dann doch verfahren. Vielleicht wollte er mir bei einer unfreiwilligen Stadtrundfahrt auch nur zeigen, was der Kurort alles zu bieten hat. Ich quartiere mich für dieses Wochenende im Hotel Arminius in Bad Salzuflen ein – wie könnte es auch anders sein, stellt man auch hier den Bezug zu dem wichtigsten Ereignis der Geschichte her. Ich reise als letzte an, aber der Nachtportier meinte, dafür habe er ein extra schönes Zimmer für mich reserviert. Als erstes erkunde ich die hübsche Altstadt von Bad Salzuflen.

Ein Bummel durch Bad Salzuflen – wo die Luft nach Salz riecht

Teutoburger Wald - Bad Salzuflen

Bad Salzuflen – Stadt der Salzsieder

Bad Salzuflen war einst ein Salzsiederstädtchen. Die Sole ist das wichtigste Gut der Stadt. Bevor man ihre Heilkräfte entdeckte, wurde hier Salz abgebaut. Im 18. und 19. Jahrhundert dann entdeckte man die Heilkräfte der Sole, die besonders für Menschen mit Lungen- und Atemwegsbeschwerden heilsam ist und damit perfekt war, um die Tuberkulosen der damaligen Zeit zu kurieren. Bad Salzuflen wurde zu einem der größten Heilbäder Deutschlands, bis zu 600.000 Liter Sole liegen hier in der Luft, zerstäubt in kleine Partikel, die von den Gradierwerken mitten in der Stadt gefördert werden und dafür sorgen, dass die Luft in Bad Salzuflen tatsächlich nach Salz riecht und damit ziemlich erholsam ist. Schon bei einem Bummel durch die Altstadt meine ich die entspannende Wirkung zu vernehmen, von der ich bis dahin noch gar nichts ahnte. Das Klima ähnelt dem am Meer und wirkt unglaublich befreiend.

Teutoburger Wald - Bad Salzuflen

Ich bummle weiter durch den Kurpark. In den Seeterassen haben wir zu Abend gegessen, was ich sehr empfehlen kann. Der Charme eines Kurortes lässt sich hier nicht verbergen, die Straßen sind geprägt von Bäderhausarchitektur und alten Gründerzeitvillen und zeugen von jener Zeit, in der Bad Salzuflen eine Hochburg der betuchten Tuberkulosen und Sommerfrischler war. Die Altstadt hingegen zeigt eher dörflichen Charakter mit ihren hübschen Fachwerkhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die auf die Zeit der Salzsieder hindeutet, die am Ufer des Flüsschens Salze, das mitten durch die Altstadt fließt, ihr Salz siedeten. Bad Salzuflen scheint auch heute noch ein Ort zu sein, an dem die Romantik inne hält, denn vor dem Rathaus steht eine Hochzeitskutsche und vor der Kirche ein Taubenschlag mit weißen Tauben darin. Der Kurort ist perfekt um auch die übrige Region im Teutoburger Wald zu erkunden.

 

Bad Oeynhausen – Kurpark, Bali-Therme und GOP-Varieté

Teutoburger Wald - Bad Oeynhausen

Am nächsten Morgen fahre ich nach Bad Oeynhausen, ca. 25 Minuten von Bad Salzuflen entfernt. Hier besuche ich die Balitherme (Bericht zur Balitherme siehe hier) und entspanne mich in der Sauna und im Sole-Thermalbecken. Der Teutoburger Wald ist reich an Erholungsorten wie diesen, neben der Balitherme gibt es die VitaSol Therme in Bad Salzuflen oder das Ishara-Bad in Bielefeld, das sich Kerstin angeschaut hat. Es gibt zahlreiche Erholungs- und Entspannungsangebote in der Region. Kneipkuren und Moorbäder ergänzen das Wellnessangebot. Anschließend jogge ich durch den Kurpark, um zum Bahnhof zu kommen und dann festzustellen, dass es der falsche Bahnhof war. Trotzdem habe ich den hübschen Kurpark im morgendlichen Vorbeijoggen wahrgenommen mit seinen beiden klassizistischen Badehäusern und den herrschaftlich angelegten Springbrunnen zeugt er noch mehr als der in Bad Salzuflen von den großen Zeiten der Sommerkuren betuchter Gäste. Abends sieht er allerdings erst richtig stilvoll aus.

Teutoburger Wald - Bad Oeynhausen

Abends komme ich mit den anderen Bloggern nach Bad Oeynhausen zurück. Wir besuchen das GOP-Varieté im Kaiserpalais im Kurpark. In den prächtigen Räumen des Kaiserpalais ist eine Theatervorstellung noch stimmungsvoller als sonst. Obwohl ich nicht so der Varietéfan bin, muss ich ehrlich sagen, dass ich lange nicht soviel gelacht habe, denn die Jungs der „Machine de Cirque Show“ haben mir mit ihrer Handtuchnummer die Lachtränen in die Augen getrieben. Diese Varieté-Show ist nicht nur wegen ihrer Akrobatikkünste sehenswert, sondern auch wegen den komischen Elementen. Ein Besuch lohnt sich. Im Anschluss könnte man noch in den Adiamo Danceclub, ebenfalls im Kaiserpalais gehen, was wir allerdings nicht gemacht haben, da alle Blogger von ihrem anstrengenden Tagesprogramm erledigt waren.

 

Ausflugstipps im Teutoburger Wald: Lüdge – Stadt der Feuerräder

Teutoburger Wald - Lüdge

Von Bad Oeynhausen aus sollte ich den Zug nach Lüdge nehmen.  2 Stunden enfernt liegt die Stadt inmitten des Landes des Hermanns und im südöstlichen Teil des Teutoburger Waldes. Leider ist die Anbindung mit dem Zug nicht ganz so optimal, weshalb mein Ausflug nach Lüdge nicht nur wegen des regnerischen Wetters buchstäblich ins Wasser fiel. Auf dem Programm stand eine E-Mountainbiketour zum Köterberg, der höchsten Erhebung des Eggegebirges in Lippe. Von dort oben soll die Aussicht sagenhaft sein, man blicke über die Ferne in den Teutoburger Wald hinein über 62 Ortschaften in Niedersachen, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Allerdings stehen die Chancen bei Regenwetter dafür nicht allzu gut. Ein Rundweg um den Köterberg führt u.a. zum Kloster Falkenhagen, wo die Mountainbike-Tour gestartet wäre. Das Kloster Falkenhagen ist eine gut erhaltene Klosteranlage mit dem ältesten Fachwerkhaus in Lippe aus dem Jahr 1506.

Teutoburger Wald - Lüdge

Kloster Falkenhagen in Lüdge im Teutoburger Wald, Bild: Lüdge Tourismus

Lüdge selbst ist eine Fachwerkhaus-Stadt an der Deutschen Märchenstraße, die noch vollständig mit einer Stadtmauer und Wehrtürmen umgeben ist. Ein Besuch in Lüdge lohnt sich vor allem zu Ostern, denn am Ostersonntag findet traditionell der Osterräderlauf statt. Dabei werden mit Anbruch der Dunkelheit in Feuer gesteckte Strohballen den Osterberg hinuntergerollt, begleitet von Glockengeläute, Blasorchester und Jubelrufen. Wenn sie im Tal ankommen, soll es in dem Jahr der Legende nach eine gute Ernte geben.

Teutoburger Wald - Lüdge

Lüdge Stadtmauer im Teutoburger Wald – Bild: Lüdge Tourismus

 

 

Ausflugstipps im Teutoburger Wald: Hermannsdenkmal bei Detmold

Keine Frage, die wichtigste Sehenswürdigkeit des Teutoburger Wald ist das Hermannsdenkmal, das mit 54 Metern Höhe, das größte Denkmal und eines der acht Nationaldenkmäler Deutschlands ist (das Niederflurdenkmal in Rüdesheim ist z.B. auch eines der acht Nationaldenkmäler Deutschlands). Das Hermannsdenkmal steht mitten im Wald auf der Grotenburg, im sogenannten Großen Hünenring in der Umgebung von Detmold. Zwar vermutet man, dass die tatsächliche Varusschlacht bei Bramsche in Niedersachsen stattfand, aber der Fürst von Lippe bestand darauf, das Hermannsdenkmal auf die Anhöhe der Grotenburg zu erbauen, da es von dort weit über Lippe hinaus sichtbar sei.

Elke hat darüber hinaus viele Tipps für Wanderer auf ihrem Blog und war ebenfalls noch im Paderborner Land unterwegs. Hier fand ich den Viaduktwanderweg interessant, den sie gegangen ist.

Ausflugstipps im Teutoburger Wald: die Externsteine

externsteine

Die Externsteine sind die zweitwichtigste Sehenswürdigkeit des Teutoburger Wald und es kratzt mich wirklich sehr, dass ich nicht mehr die Zeit hatte, diese wunderschönen Sandsteinfelsen selbst zu besuchen, denn diese wollte ich schon lange einmal im Original sehen. man kann die Sandsteinfelsen sogar besteigen. Vom Hermannsdenkmal führt ein idyllischer Wanderweg zu den Externsteinen durch den Teutoburger Wald (ca. 8 Kilometer). Aber auch mit dem Auto sind die Externsteine gut z.B. von Detmold oder Bad Salzuflen erreichbar.

Externsteine: Externsteiner Str. 35, 32805 Horn-Bad Meinberg

Ausflugstipps im Teutoburger Wald: Detmold mit Freilichtsmuseum Detmold

Freilichtmuseum Detmold

Die historische Altstadt mit Residenzschloss von Detmold sind ebenfalls sehenswert. Ich selbst habe in Detmold jedoch nur das Freilichtmuseum besucht, bei dem ich einen tollen Einblick in das Leben eines Paderborner Dorfes im 17. und 18. Jahrhundert bekommen habe und viel darüber erfahren habe, wie die Region damals vom Flachsanbau lebte und Kleider herstellte. Ein Besuch in dem Freilichtmuseum kann ich empfehlen, mein

Ausflugstipps im Teutoburger Wald: Kloster Dahlheim

Bettina hat das Kloster Dahlheim bei Lichtenau besucht. Das Kloster Dahlheim beherbergt das LWL Landesmuseum für Klosterkultur und wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Es ist vor  allem für die Klostergärten oder die Brauerei, in der die Mönche ihr eigenes Bier brauten, bekannt. Auch Martin Luther war einst im Kloster Dahlheim und ein besonders interessantes Kapitel scheint die Zeit der Hexenverfolgungen gewesen zu sein.

Ausflugstipps im Teutoburger Wald: Gräflicher Park von Bad Driburg

Kerstin war in Bad Driburg und hat sich dort den Gräflichen Park angeschaut und ein Moorbad genommen. Somit kommt das Thema Erholung und Erlebnis hier wieder bestens zur Entfaltung:

Übernachten: Hotel Arminius Bad Salzuflen, Ritterstr. 2

Teutoburger Wald - Bad Salzuflen

Restauranttipps in Bad Salzuflen: Seeterrassen am Kurparksee

Kulturtipp: GOP Varieté im Kaiserpalais in Bad Oeynhausen

Wellnesstipp: Balitherme Bad Oeynhausen

War ein Ausflugstipp für dich dabei oder hast du vielleicht noch einen Geheimtipp für den Teutoburger Wald? schreib es in die Kommentare!

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Hinweis: Ich wurde von Teutoburger Wald Tourismus zu dieser Bloggerreise eingeladen. Vielen Dank für die Erlebnisse.

 

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