Acht Tage Safari in Tansania stehen hinter mir und der Abschied von Afrikas Wildness fällt mir jetzt schon schwer. Unser Guide Iddy fährt uns von Karatu noch an den Flughafen Arusha. Unterwegs machen wir auf unseren Wunsch hin Halt an diversen Souvenirshops, die ich allesamt hätte leer kaufen können, weil mir die afrikanischen Holzschnitzereien so gut gefallen. Es sind Makombe Schnitzereien aus Ebenholz. Aber selbst nach harten Verhandlungen wollen die Preise nicht fallen und so habe ich nur ein paar Holzgiraffen in meinem Handgepäck, von denen ich hoffte, dass sie die Reise überstehen werden.

Vom Flughafen Arusha nach Sansibar mit der Propellermaschine

Vom Flughafen Arusha nach Sansibar mit der Propellermaschine

Abschied von Tansania am Flughafen Arusha

Als wir endlich den Flughafen Arusha erreichen, bin ich überrascht. Eine Propellermaschine steht auf einer geteerten Straße und als ich feststelle, dass hinter der staubigen Einfahrt nichts anderes mehr kommt, muss ich Iddy zweimal fragen ob das wirklich der Flughafen Arusha ist. Er setzt mich hier ab, es folgt ein kurzer Abschied von meiner Safarigruppe. Sie alle fahren weiter zum Kilimandscharo Airport und fliegen von dort aus nach Sansibar. Ich bin die einzige, die vom Flughafen Arusha nach Sansibar fliegt. Nun stehe ich hier, mit meinem Gepäck und meinen Holzgiraffen in der Plastiktüte am Flughafen Arusha. Die Abflughalle ist ein einziger Raum, mit offenen Türen auf staubigem Boden. Es gibt einen Schalter, hinter dem zwei Damen stehen. Als ich an der Reihe bin, werden als erstes meine Holzgiraffen untersucht und es heißt, dass die so nicht mit können. Eine Dame checkt unterdessen meinen Reisepass, vor ihr liegt eine handgeschriebene Liste und dann kommt der Satz, der mir grade noch gefehlt hat: du stehst nicht auf der Liste. Wie jetzt? Was heißt, ich stehe nicht auf der Liste? Es tut mir leid, du stehst nicht auf der Liste. Und damit war der nächste an der Reihe und die Sache für die Damen hinter dem Schalter erledigt.

 

Du stehst nicht auf der Liste. Wie jetzt? ne, oder?

Vom Flughafen Arusha nach Sansibar mit der Propellermaschine

Da stand ich nun. Mitten in Arusha an einem Flughafen, der eher einem Stall glich. Mutterseelenallein mit meinem riesigen Koffer, der für diesen Flughafen viel zu monströs wirkte, meinen Holzgiraffen in der Plastiktüte und meinem Zettel mit meiner Reisebuchung, auf der tatsächlich kein Flug von Arusha nach Sansibar drauf stand. Das war jetzt ein Scherz, oder? Nein. Meine Safarigruppe war längst von dannen gezogen, ich hatte noch nicht mal die Handynummer von Iddy, der in den letzten acht Tagen alles für mich gemanagt hat. Ich meine klar, war es mir auch schon zuhause aufgefallen, dass der Flug nicht auf dem Buchungszettel drauf stand, aber ich dachte mir nix dabei, wird schon alles stimmen hab ich gedacht, ich hab ja schließlich über ein Safarianbieter in Deutschland gebucht. Ich lasse mir nix anmerken und tue so als sei das nur ein Irrtum, als mich ein junger Herr anspricht, der wohl der Flughafenmanager war. Ich solle mitkommen. Was geschieht jetzt mit mir, was machen die jetzt mit mir, ging es mir durch den Kopf. Er wollte irgendwelche Bestätigungen, Reisebuchungen, die ich nicht hatte, weil alles über das Reisebüro in Deutschland lief. Was sollte ich jetzt tun, wen könnte ich anrufen? Mir fiel niemand ein. Mein Kopf war in diesen Minuten nicht zum Denken in der Lage, denn alles was sich in meinem Gehirn befand, war der Satz: du stehst nicht auf der Liste. Mit welchem Touroperator ich gereist bin, will der junge Herr wissen. Ich sage ihm die Firma und er fängt an zu telefonieren. Unterdessen setze ich mich irgendwohin und warte bis sich alles geregelt hat. In solchen Minuten habe ich eine erstaunliche Ruhe und ein seltsames Gottvertrauen, dass alles irgendwie schon weitergeht. Jedenfalls strahle ich das glaube ich nach außen aus. Nach einigen Telefonaten, winkte mich der Herr wieder zu sich, wollte von mir wissen wie ich hieß und schrieb Nicole auf einen Zettel, der mein Boardingpass war. Ein Stein fiel mir vom Herzen. Ich hab`s doch gewusst, wird sich schon alles regeln. Ist halt Afrika. Irgendwie ist trotzdem alles geregelt, auch wenn`s manchmal auf den ersten Blick nicht so aussieht.

Du stehst nicht auf der Liste. Wie jetzt? ne, oder?

Trotz der Minigröße von Arushas Flughafen wird die Sicherheitskontrolle Ernst genommen, Handgepäck und Koffer gründlich durchleuchtet, nur von meinen Giraffen in der Plastiktüte will keiner mehr was wissen. Die sind jetzt quasi blinde Passagiere.

Der Flughafen Arusha mit dem Mount Meru im Hintergrund ist ziemlich idyllisch

Du stehst nicht auf der Liste. Wie jetzt? ne, oder?

Mit der Propellermaschine vom Flughafen Arusha nach Sansibar

Endlich kann ich entspannen und dabei fällt mir auf dass der Flughafen Arusha schon sehr idyllisch ist. Diese kleinen Minipropellermaschinen vor der Kulisse des Mount Meru im Hintergrund das hat wieder so was von Jenseits von Afrika. Noch immer kann ich es nicht so recht glauben, dass ich tatsächlich mit so einer Maschine nach Sansibar fliegen soll, aber nach einer Stunde warten, ist es dann soweit. Der Flughafenmanager kommt wieder und winkt uns über das Rollfeld. Wir boarden. Drei Stufen. Ich muss mich ducken, denn aufrecht stehen, war nicht in dieser Maschine, in der sage und schreibe 7 Passagiere mitflogen. Und der Kapitän. Der sagte noch, man solle von den hinteren Plätzen nach vorne kommen. Wegen der Gewichtsverteilung. Ich kann das immer noch nicht recht glauben. In so einer Minimaschine bin ich noch nie geflogen. Der Flug war ein Horror. Nicht wegen dem Flug an sich, sondern deswegen, weil so wenig Sauerstoff in der Maschine war, dass ich völlig wegnickte und mir schwindlig wurde. Ich war froh wieder Boden unter den Füßen zu haben.

Angekommen in Sansibar. Tropisches Inselparadies

In Sansibar schlug mir tropische Hitze entgegen. Ein völlig anderes Klima als im Norden von Tansania, am Fuße des Mount Meru und seines großen Bruders: dem Kilimandscharo. Glücklichweise holte mich hier ein Fahrer ab, der mich auf seiner Liste hatte. Die Fahrt zum Hotel an der Ostküste von Sansibar dauerte eine Stunde. Allein die Fahrt ist aber schon eine Sehenswürdigkeit. Sansibar ist so anders als Nordtansania. Auf den Straßen herrscht geschäftiges Treiben. Überall wuselt es von Menschen, Autos, Mopeds. Vorbei an Shops, die ihre Waren auf der Straße ausbreiten: Waschmaschinen, Betten aus Holz, Mopeds. Wir fahren vorbei an Bananenplantagen und kleinen Dörfern. In einem Gebäude sehe ich wie ein paar Sansibari in langen Kleidern grade gen Mekka beten. Sansibar ist überwiegend moslemisch geprägt, aber auch Christen und Hindus leben hier friedlich zusammen. Die Sonne geht über dem Regenwald unter. Palmen. Eine sanfte Brise lauer Abendwind. Ich bin von der Savanne Afrikas im tropischen Paradies gelandet.

Ich wache von diesem Traum erst wieder auf als der Rezeptionist mich komisch ansieht, meinen Reisepass in der Hand hält und ziemlich lange in seinem Computer rumsucht und mir dann sagt: du stehst nicht auf der Liste.

 

PS: ist wirklich so gelaufen. Aber es ist alles gutgetanen und ich werde es wohl ewig in Erinnerung behalten 😉 Hast du schon mal was ähnliches erlebt oder warst selber schon mal am Flughafen Arusha? Schreib es in die Kommentare!

 

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