2.300 Paläste soll es in St. Petersburg geben. Die russische Stadt an der Ostsee gilt als nördlichste Millionenstadt der Welt. Als wir mit der MSC Musica in den Hafen von St. Petersburg einlaufen, ist es kurz vor 6 Uhr morgens. Seit einer guten halben Stunde bin ich schon wach und kann meine Augen nicht vom Himmel und der Shilouette am Horizont abwenden. Sind es noch die letzten Ausläufer der weißen Nächte, die diese Farben an den August-Himmel zaubern? Die Stadt ragt aus einem feuerroten Gluthimmel und der eisig blauen Ostsee am Horizont hervor. Zwei Stunden später sitzen wir im Bus, der uns vom Hafenterminal nach Puschkin bringt, dem ehemaligen Zarskoje Selo. Das 25 Kilometer südwestlich von St. Petersburg liegende Puschkin war die Sommerresidenz der Russischen Zaren, hier residierten sie im Katharinenpalast, in dem sich auch das weltberühmte Bernsteinzimmer befindet.

St. Petersburg Katharinenpalast und Bernsteinzimmer in Puschkin

 

Ausflug nach Puschkin zum Katharinenpalast und dem Bernsteinzimmer

St. Petersburg Katharinenpalast und Bernsteinzimmer in Puschkin

Puschkin ertrinkt im Nebelsumpf als wir noch vor 10 Uhr morgens ankommen. Genauso hat St. Petersburg ausgesehen als Zar Peter der Große die Stadt an den Ufern der Newa aus nebligen Sümpfen auferstehen ließ. Das war im frühen 18. Jahrhundert. Erst 1712 wurde St. Petersburg Hauptstadt des russischen Zarenreichs. Die goldenen Zwiebeltürme des Katharinenpalast versinken im grauen Dunst, blass blau schimmern die Mauern des Katharinenpalast durch den Nebel. Hier residierte sie also: Katharina die Große, die Prinzessin aus Anhalt-Zerbst und mächtigste Frau Russlands. Immer habe ich das Bild der schönen Cathrine Zeta-Jones vor Augen, aus dem Film über die Machtergreifung Katharinas II. Schon immer hat mich diese Figur fasziniert.

St. Petersburg Katharinenpalast und Bernsteinzimmer in Puschkin

Menschentrauben versammeln sich vor dem Eingang. Wir sind nicht die einzigen, die den Katharinenpalast und das Bernsteinzimmer besichtigen wollen. Zum Zeitvertreib spielt eine Russische Musikkapelle vor dem Haupteingang Tschaikowskis Schwanensee und versucht dabei mit ein paar Tanzschritten eine gute Figur zu machen. Ich schmunzle. So habe ich mir die Russen nicht vorgestellt. Schließlich geht es schneller als gedacht und dank des Mikrophons in unserem Ohr können wir unseren Guide immer gut verstehen.

St. Petersburg Katharinenpalast und Bernsteinzimmer in Puschkin

Katharina I, die zweite Ehefrau Peter des Großen, ließ den Katharinenpalast 1717 als Sommerresidenz errichten. Elisabeth I., Zarin von Russland und Tochter Peter des Großen, ließ den Palast prunkvoll ausbauen. Dies wiederum entsprach nicht so ganz dem modernen Geschmack Katharinas II. Die aufgeklärte Zarin, die sich von den revolutionären Ideen eines aufgeklärten Europas inspiriert fühlte, mochte den Prunk Elisabeths nicht. Katharina die Große ließ den Katharinenpalast nach ihren Vorstellungen umgestalten. Der Katharinenpalast war ihr Lieblingspalast, sie ließ ihn, inspiriert von englischen Landschaftsparks, mit wundervollen Grünanlagen und römischen Thermen austatten. Sie liebte es durch den Park zu flanieren, in einer der Grotten mit ihren Liebhabern zu frühstücken und die Ideen von Voltaire und Montesquieu zu lesen.

St. Petersburg Katharinenpalast und Bernsteinzimmer in Puschkin

Ich gehe den Menschenmengen hinterher, hinauf auf dem mit weißem Marmor ausgestatteten Treppenhaus mit dem schlafenden Amor und hinein in den Spiegelsaal. Der goldene Glanz des Raumes überstrahlt alles, es folgen Speißesäale der Zarenfamilie mit Gemälden an den Wänden, gedeckten Tafeln und Kachelöfen an den Wänden. Katharina die Große feierte immer ihren Geburtstag hier in ihrer Sommerresidenz, fern vom Hof in St. Petersburg. Und sie starb hier in ihrem Lieblingspalast, in ihren Gemächern, ganz für sich allein. Nach ihrem Tod war der Palast weniger von Bedeutung, denn Katharinas Sohn Paul, der neue Zar, hasste alles was mit seiner Mutter zu tun hatte, die er ebenfalls nicht mochte.

St. Petersburg Katharinenpalast und Bernsteinzimmer in Puschkin

St. Petersburg Katharinenpalast und Bernsteinzimmer in Puschkin

Das mysteriöse Bernsteinzimmer im Katharinenpalast

Wir nähern uns dem Bernsteinzimmer, in dem fotografieren verboten ist, obwohl es sich hierbei nur um eine Nachbildung des echten Bernsteinzimmers handelt. Das originale Bernsteinzimmer wurde 1941 von der NS geraubt und gilt seit dem als verschollen. Ursprünglich war es für Schloss Charlotttenburg in Berlin bestimmt, wurde aber an Peter den Großen im Austausch für Soldaten verschenkt. Die Nazis haben es gestohlen als sie den Katharinenpalast stürmten. Das Bernsteinzimmer ist ein Raum, der von oben bis unten mit  Bernsteinpaneelen verkleidet ist. Es schimmert in golden-bräunlichen Farbtönen und symoblisiert bis heute den Glanz des Russischen Zarenreichs.

St. Petersburg Katharinenpalast und Bernsteinzimmer in Puschkin

Nach dem Rundgang durch den Katharinenpalast werfen wir noch einen kurzen Blick in den riesigen Landschaftspark, der von Katharina angelegt wurde. Leider blieb uns viel zu wenig Zeit hier in Puschkin. Um alles zu sehen wäre ein allein ein Tag notwendig gewesen, doch unser Bus wartete schon, um uns zurück nach St. Petersburg zu fahren.

Dort wartete eine Flussfahrt auf der Newa, entlang der anderen Paläste und Sehenswürdigkeiten von St. Petersburg auf uns. Doch davon erzähle ich im nächsten Bericht.

 St. Petersburg und die Paläste in Puschkin zählen seit 1993 zum UNESCO Weltkulturerbe.
Das Bernsteinzimmer galt sogar als achtes Weltwunder.
Einen Ausflug von St. Petersburg zum Katharinenpalast kannst du auch hier buchen.*

Lies auch:

Einreise nach Russland

Da ich nur einen Tag in St. Petersburg war und mit dem Kreuzfahrtschiff eingereist bin, konnte ich visumsfrei einreisen.

Normalerweise benötigst du für die Einreise nach Russland ein Visum.

Informationen hierzu gibt es z.B. hier:

Die besten Reiseführer zu St. Petersburg

Marco Polo Städtetrip für St. Petersburg
Die Marco Polo Reiseführer sind meine Lieblinge für Städtetrips.

MARCO POLO Reiseführer St.Petersburg*

 

 

 

 auch schön die Dumont Reisehandbücher mit etwas mehr Hintergrundinfos:
Dumont Reisehandbuch St. Petersburg*

 

 

 

 

Wer mehr über die Persönlichkeiten in St. Petersburg erfahren will, für den sind die hübschen und im edlen Leineneinband gemachten Merian Biografien, die ich sehr gern mag:

St. Petersburg. Eine Stadt in Biographien: MERIAN porträts*

 

 

Meine Literatur- und Filmtipps für St. Petersburg:

Katharina die Große,

Verfilmung mit Cathrine Zeta Jones, Jeanne Moreau, Omar Sharif, Hannes Jaenicke

Der Film zeigt wie die 14-jährige Prinzessin Sophie von Anhalt-Zerbst nach Russland verheiratet wird und wie sie dort als Katharina die Große nach Jahren der höfischen Demütigungen den Zarenthron besteigt. Eine gelungene Verfilmung über den Aufstieg Katharina der Großen.
Film anschauen: Katharina die Große *

 

 

 

 

Der Winterpalast,

Roman von Eva Stachniak

Der Roman handelt ebenfalls vom Aufstieg Katharina der Großen. Erzählt wird er aus der Perspektive der Spionin Warwara. Diese sieht in der etwa gleichaltrigen Katharina, die als Fremde an den Zarenhof nach St. Petersburg kommt, eine Freundin. Warwara kam als Waise und Tochter eines Buchbinders in den Winterpalast, fühlt sich dort gedemütigt und allein und wird schnell als Spionin des Kanzlers eingesetzt. In dessen Auftrag soll sie Katharina bespitzeln, doch Warwara fühlt sich mit der deutschen Prinzessin schnell verbunden, da sie ebenso einsam und gedemütigt scheint. Es beginnt eine Freundschaft zwischen der Großfürstin und der Spionin. Dabei wird die Spionin zu einer der wichtigsten Verbündeten, die im Hintergrund, die Fäden spinnt, Liebhaber durch Geheimgänge schleust und die wichtigen Verbindungen zu den Machthabern und der Großfürstin herstellt. Ein wirklich interessanter historischer Roman, der den Aufstieg Katharinas darstellt und die Intrigen und Machtspiele am Russischen Zarenhof aufzeigt. Der Roman ist spannend und liest sich flott, wenngleich die nötige Tiefe an manchen Stellen fehlt. Auf alle Fälle eine Lesemepfehlung!
Lesen: Der Winterpalast: Roman (insel taschenbuch) von Eva Stachniak *

Weiße Nächte

Fjodor M. Dostojewski

Dostojewski ist in St. Petersburg geboren und einer der wichtigsten Russischen Schriftsteller. Sein Roman Weiße Nächte spielt in jenen weißen Nächten, in denen es in St. Petersburg nicht dunkel wird. Hier begegnen sich ein Mann und eine Frau auf einer Parkbank. Dostojewski erzählt laut Klappentext eine der berührensten Liebesgeschichten der Weltliteratur. Rührend ja, mir war die Sprache ganz Dostojweski-Style halt, am Anfang zu anstrengend. Nach einer Weile hatte ich mich an den altbackenen Ton gewöhnt und es ging. Jemanden, der noch nie klassische Literatur gelesen hat, würde ich das Buch nicht unbedingt empfehlen, für alle anderen ist es aber sicher ein Lesevergnügen.
Weiße Nächte: Eine Liebesgeschichte (insel taschenbuch)*

 

 

 

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Der Ausflug nach Puschkin mit einer Flussfahrt auf der Newa und einer Stadtbesichtigung von St. Petersburg gehörte zum Ausflugsprogramm der MSC Reederei und kann so von jedem Passagier gebucht werden. Ich danke MSC Kreuzfahrten für die Organisation und Einladung zu dieser Reise. Meine Meinungen in diesem Artikel entsprechen meinen persönlichen Eindrücken vor Ort. 

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