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Lügde ist eine kleine Stadt im Kreis Lippe und gehört zum östlichen Teil des Naturparks Teutoburger Wald. Die kleine Stadt ist bekannt für ihre intakte historische Altstadt mit vielen alten ostwestfälischen Fachwerkhäusern und einer nahezu vollständig erhaltenen Altstadtmauer mit zwei Wachttürmen. Der Anblick der Altstadt gibt ein verträumtes Bild längst vergangener Zeiten ab. Ein Ausflug nach Lügde ist auch eine Reise in die Provinz Deutschlands.

Lügde

Ich fahre von Detmold aus nach Lügde. “Gestern”, so erzählt mir Carolin Nasse, vom Tourismusverband, “stand hier noch das Hochwasser auf den Straßen”. Heute morgen ist davon nichts mehr zu sehen, die Sonne steht hoch am Himmel und es verspricht ein heißer Sommertag zu werden. Einzig die paar Sandsäcke vor einem alten Fachwerkhaus deuten noch auf die drohende Flutkatastrophe des Unwetters von gestern Abend. “Die Fachwerkhäuser hier haben keine Keller, daher können sie auch nicht vollaufen”, sagt Carolin Nasse. Pragmatisch, denke ich. Mit der Hochwassergefahr sind die Bewohner der Altstadt von Lügde seit Jahrhunderten vertraut, dabei ist die Emmer so ein unscheinbar dahin fließendes Gewässer.

Lügde

Seit 784 gibt es die Stadt im Weserbergland schon. Seit dem 12. Jahrhundert sieht sie aus, wie sie auch heute noch aussieht: mit der Stadtmauer und den zwei Wehrtürmen. Die meisten Fachwerkhäuser stammen aber aus dem 18. und 19. Jahrhundert und sind ganz im Stile der Lippischen Bauweise erbaut (im Freilichtmuseum Detmold kann man übrigens einen sehr guten Einblick in die Bauweise alter Fachwerkhäuser bekommen, ein Besuch lohnt sich sehr). Zusammen gibt das ein Bild wie aus einer Märchenfilmkulisse ab. Lügde zählt damit zu einer der besterhaltensten Altstädte in Nordrhein-Westfalen.

Lügde

Lügde

Lügde – Stadt der Osterräder

Wir bummeln durch den Ortskern und einmal entlang der Altstadtmauer. Man grüßt auf den Straßen, hält ein Schwätzchen hier und eines da. Wir genießen einen Kaffee im Emmerauenpark. Gegenüber der Emmer grasen Kühe auf der Weide und man hat von hier aus den besten Blick auf den Osterberg. Von hier werden an Ostern sechs Osterräder ins Tal hinuntergerollt. Es handelt sich dabei um Eichenholzräder, die in Wasser getränkt werden und mit Stroh befüllt werden, dann werden sie angezündet und an Ostern ins Tal hinuntergerollt. Wenn sie unten an kommen, soll es ein Jahr mit einer guten Ernte werden. In diesem Jahr, kamen die Räder im Dorf an, es wird also ein gutes Erntejahr werden. Der Osterräderlauf von Lügde ist ein uralter germanischer Brauch, den die Bewohner von Lügde bis heute nach strengen traditionellen Vorgaben zelebrieren und für den sie offiziell den Titel Lügde – Stadt der Osterräder, tragen dürfen. Im zweiten Weltkrieg wollten die Nazis das alte germanische Brauchtum für ihre Propaganda missbrauchen, sie wollten die Zahl der Osterräder von sechs auf sieben erhöhen und die Osterräder mit Hakenkreuze versehen. Das wollten die Lügder weder dulden noch mit sich machen lassen. Ihren Osterräderlauf gibt es schließlich seit Jahrhunderten und so zettetelten sie einen kleinen Aufstand an.

Lügde

Störche im Weserbergland

Wir fahren mit dem Auto in Richtung Kloster Falkenhagen und machen unterwegs einen kurzen Stopp bei den Störchen in Elbrinxen. Schon von weitem fliegen die rießigen Vögel über unsere Köpfe und zielen ihre übergroßen Nester an. Was für ein Geklapper sich da plötzlich breit macht. Noch nie habe ich Storchennester aus solcher Nähe gesehen. In jedem Nest hocken ein paar Junge, die gierig ihre Schnäbel aufstrecken und sich von ihren Eltern füttern lassen. Sie sind schon ganz schön groß und werden wohl bald flügge werden und von dannen ziehen. Im Herbst machen sie sich ja schon wieder auf die lange Reise nach Afrika. Aber sie kommen jedes Jahr zurück nach Elbrinxen bei Lügde.

Lügde Störche

Kloster Falkenhagen bei Lügde

Am Fuße des Köterbergs steht Kloster Falkenhagen, ein altes Zisterzienserinnenkloster. Dazu gehört auch dieses hübsche Fachwerkhaus – es ist das älteste Fachwerkhaus in Nordrhein-Westfalen. Heute wohnt der Pastor hier.

Kloster Falkenhagen - Lügde

Picknick auf dem Köterberg bei Lügde

Von hier aus führen Wanderwege auf den Köterberg, der höchsten Erhebung im Teutoburger Wald und im Eggegebirge. 496 Meter ist der Köterberg hoch, für jemand aus Süddeutschland kein Grund von einem Berg zu sprechen, aber steil hinauf geht es trotzdem. Oben gibt es ein Restaurant, das auch gerne von Motorradfahrern angesteuert wird. Man hat hier an Tagen mit guter Sicht einen guten Rundum-Blick über den Teutoburger Wald und sogar den Harz. Aber aufgrund der Hitze ist es heute eher diesig. Wir setzen uns daher in den Schatten eines Baumes und picknicken erstmal.

Köterberg - Lügde

Tipps für einen Ausflug nach Lügde in den Teutoburger Wald

Start: von Detmold kann man Lügde mit der Touristiklinie 797, dem Lippe, mobil erreichen. Eine Buslinie, die die Highlights und wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Teutoburger Wald ansteuert. Start ist am Bahnhof in Detmold. Infos zum Lippe mobil*

Übernachtung: entweder in Detmold oder wie wir in Bielefeld im Mercure Hotel am Johannisberg

*Ich wurde von Teutoburger Wald Tourismus und Lippe Tourismus zu diesem Ausflug eingeladen. Dieser Beitrag ist Werbung.

 

 

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