Diese Insel ist ein einziger Felsbrocken umschlossen vom Meer. Malta. Nicht wirklich groß, ungefähr so wie Lichtenstein oder Bremen, aber trotzdem ein eigenständiger Staat. Ein kleiner Inselstaat mitten im Mittelmeer, südlich von Sizilien und nördlich von Tunesien. Und doch ist dieser Fels mitten im Mittelmeer, zwischen den Kontinenten, so reich an Geschichte und so voller Leben. Als strotze die Felseninsel über alle Zeiten den Winden aus Norden und Süden. Genau diese Kontraste faszinieren an Malta.

Malta Highlights: Prähistorische Tempel Hagar Qin und Mnajadra

Malta Highlights - Hagar Qin

3.600 Jahre alte Megalithische Felstempel deuten auf eine reiche prähistorische Kulturgeschichte von Malta hin.

Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. Ich wollte es nicht so recht glauben, dass es Mitte Oktober noch 25 Grad haben kann. Mit meinen Jeans und der Lederjacke wirke ich völlig deplaziert neben FlipFlop und knappen Shorts-Trägerinnen. Direkt vom Flughafen aus kommend lege ich auf dem Weg ins Hotel an den Ruinen der Megalitihischen Tempelanlage von Hagar Qim im Süden von Malta einen Stopp ein.

Vor 3.500 Jahren, in der Jungsteinzeit, schleppten die Menschen 20 Tonnen schwere Kalksteinquader hier her. Sie türmten sie, gott weiß, wie, aufeinander zu einer Tempelanlage. Es ist heute nicht mehr vorstellbar, welche Kräfte die ersten Menschen auf Malta aufbrachten, um hier ihren Gottheiten zu dienen. Es lässt sich heute nur noch erahnen, dass dies ein magischer Ort auf Malta sein muss. Die „stehenden Steine“ wie Hagar Qim übersetzt heißt, richten sich nach der Sonneneinstrahlung aus.

Ein Weg führt 500 Meter tiefer hinunter zur Küste. Alle fünf Minuten hupt eine grinsende Fahrerin in einem Caddy  – wer nicht gehen kann, fährt mit. Unten versteckt sich unter einem ufoartigen Gebäude ein weiterer Tempelkomplex: Mnajadra. Beide prähistorischen Kalkstein-Tempel sind weltweit einzigartig und gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. Bis heute geben die merkwürdigen Felstempel Rätsel auf. Die beeindruckendste Ausgrabung ist die „Fat Lady“, eine 4.000 Jahre alte Frauenfigur mit üppiger Oberweite.

Malta Highlights: St. George`s Bay

Malta Highlights - St. George´s Bay

Ich fahre weiter nach St. George`s Bay an der Ostküste von Malta, wo mein Hotel liegt. Endlich kann ich meine Winterklamotten im sommerlichen Malta von mir reißen und mit dem Bikini tauschen.

Das Meer ist frisch und salzig. Die Wellen preschen die Felsen hinauf. Das Dämmerlicht des nahenden Abends taucht die häuserumschlungene Bucht in einen zartrosa Pastellton. Ich bin die letzte Meerbadende des Tages, alle anderen Touristen duschen schon.

In St. George`s Bay gibt es auch einen Sandstrand. Allerdings ist der Strand so schmal wie ein breiterer Gehweg, liegt an einer stark befahrenen Straße und ist künstlich aufgeschüttet. Malta glänzt nicht durch seine Sandstrände. Dafür sind die felsigen Buchten umso schöner, das Wasser am Fels so klar, dass man den Boden unter den Füßen sehen kann.

Malta Highlights: St. Julian`s Bay

Malta Highlights - St. Julian`s Bay

Abends bummle ich durch St. Julian´s Bay und St. George Bay. Beide gehören quasi zusammen. Restaurants, Cafés, Diskotheken, Irish Pubs und Kinos füllen die Straßen. Sonntagabends treffen sich einheimische Jugendliche vor einem Kiosk in der Ortsmitte, ansonsten gehört der Ort den Touristen und Sprachschülern. Im Restaurant an der Spinola Bay lässt sich ein romantischer Abend mit Blick auf die verträumte Bucht verwirklichen. Ich laufe vorbei an alten Schiffsgaragen die ahnen lassen, dass diese schillernde Bucht einst ein einfaches Fischerdorf war. Auf dem Rückweg gönne ich mir ein Eis an der St. George`s Bay und einen Aperol Spritz an einer Pizzeria. Gegenüber tönt aus einem Lautsprecher Housemusic. Eigentlich sollte der Typ hinterm Tresen Pizzaschnitten verkaufen, stattdessen ravt er sich einen ab. St. Julian`s Bay ist voller Leben, die Party- und Ausgehstadt Maltas.

Am nächsten Morgen fahre ich ins 20 Minuten entfernte Valetta – die Hauptstadt von Malta. Auf der  Küstenstraße, vorbei an originalen Malteser Steinhäusern. Diese Felseninsel scheint ein nie endendes Häusermeer zu sein. Jeder Quadratzentimeter scheint verbaut mit Häusern zu sein. Ein einziger Häuserfels. Und Autos. Die Luft erstickt im Dunst der viel zu vielen Autos. Mein Fahrer stöhnt, nie finde er hier einen Parkplatz. Er lässt mich irgendwo raus, Auto um Auto zischt an mir vorbei. Malta ist überbevölkert. 400.000 Malteser sitzen auf der Felseninsel mitten im Mittelmeer und alle wollen autofahren.

Malta Highlights: Hauptstadt Valetta

Malta Highlights - Valetta

Valetta ist so großartig, wie es auf Bildern aussieht. Gelbe Sandsteinfassaden im Barockstil ragen in den blauen Himmel über dem Mittelmeer hinein. Von bunten Holzbalkonen baumelt die Wäsche zum Trocknen. Ich blicke durch die geradlinigen Häuserschluchten bis zum anderen Ende der Halbinsel, auf der die Hauptstadt Maltas liegt. Die Kuppel der St. John`s Kathedrale übertrumpft das Stadtbild von Valetta.

Vom Grandmasters Palace, dem Sitz des Präsidenten, gehe ich hinüber zu den Upper Barakka Gardens. Ursprünglich war hier im 15. Jahrhundert ein Johanniterorden stationiert. Heute drängeln sich Touristentrauben um die besten Plätze, um die Aussicht auf die Hafeneinfahrt zu genießen. Gegenüber blickt man auf die Three Cities – die drei Städte: Vittoriosa (Birgu), Senglea (Isla) und Cospicua (Bormla). Alles hier erinnert an die Zeit der Ritter. Malta galt als die best gesicherte Insel im Mittelmeer. Nachdem es den Osmanen im 16. Jahrhundert gelang, Valetta zu belagern, wehrte sich der Malteser Ritterorden mit einer Festungsanlage, die nur schwer einzunehmen war. Arkadengänge, Bastionen, Festungsmauern und Kreuzritterunterkünfte weisen auf eine geheimnisvolle Vergangenheit Maltas hin. Kaum zu glauben, was sich auf dieser kleinen Felseninsel über die Jahrhundert alles abgespielt haben muss. Ein Durchgangsweg der Völker des Mittelmeerraums. Noch immer prägen diese Einflüsse das Stadtbild und die Kultur. Und dann wären da noch die Engländer. Die haben ihre Pubs, ihren Linksverkehr, die roten Telefonzellen und ihre Sprache in Malta gelassen. Eine kleine Insel, aber ein großer Schmelztiegel der Kulturen.

Malta Highlights: Three Cities – Die Drei Städte

Malta Highlights - Three Cities

Mit dem Barrakka Aufzug fahre ich hinunter zum Grand Harbour. Von hier setze ich mit einem alten traditionellen Fischerboot (für nur 2 Euro für 15 Minuten Fahrt) über zu den Drei Städten. Walter fährt mich hinüber, er lässt mich kurz ans Steuer, während wir entlang der Hafeneinfahrt fahren. Ich denke daran, wie mir einmal jemand erzählt hat, wie großartig es ist, mit dem Kreuzfahrtschiff in den Hafen von Malta einzufahren. Ich bin glücklicher bei Walter im Fischerboot. Das Wasser spritzt mir während der Überfahrt ins Gesicht. In der Bucht von Vittoriosa liegen große und kleine Boote, Häuserfassaden umschließen den Hafen. Die Drei Städte (Three Cities) sind der älteste Teil von Valetta. Vorsichtig wackle ich an Land. Die Überfahrt hat sich gelohnt. Enge Gassen, wie gemalte Postkarten, erwarten mich auf dieser Seite der Insel. Ein besonderes Erlebnis ist eine Stadtrundfahrt mit den Rolling Geeks, das sind GPS gesteuerte kleine Autos, die alle Sehenswürdigkeiten ansteuern. Ein Mittagessen im Restaurant mit Aussicht auf die schöne Hafenbucht ist besonders empfehlenswert. Picturesque scenery, sage ich zum Guide, der nickt zufrieden.

Malta Hightlights: Mdina – die alte Hauptstadt von Malta

Malta Highlights - Mdina

Gegen Spätmittag fahre ich weiter nach Mdina, in die ursprüngliche Hauptstadt von Malta. Mein Fahrer wollte mir unbedingt diese Stadt zeigen, ich könne Malta nicht verlassen ohne hier gewesen zu sein, meinte er. Letzte Woche hätte er ein Fernsehteam hier her gebracht. Begeistert wären die gewesen. Der Fahrer besteht darauf mir die Altstadt zu zeigen. Im Schnelldurchgang führt er mich durch die engen Gassen. Pferdekutschen traben über das Altstadtpflaster an ockergelben Sandsteinwänden blühen pinke Bougainville. Mdina war einst die Hauptstadt von Malta. Heute, so sagt mein Fahrer, sei es eine verschlafene Stadt. Bis auf die Touristen habe er hier noch nie einen Einheimischen gesehen.

Malta Hightlights: Marsaxlokk – traditionelles Fischerdorf im Süden von Malta

Malta Highlights

Malta Highlights – die bunten Fischerbote von Marsaxlokk

Wir fahren weiter in den Süden Maltas. In dem Fischerdorf Marsaxlokk liegen bunte Fischerbote im Hafen – typische Fischerboote von Malta. Der Himmel dahinter färbt sich in ein graues Blau und lässt die Farben des Meeres, der Boote und der Häuser nur noch intensiver strahlen. Ein Bummel durch das kleine Fischerdorf wirkt wie eine kleine Siesta vom hektischen Treiben der Hauptstadt. Im Hafen flicken alte Fischer ihre Netze und streichen ihre Boote. Marsaxlokk mag wegen dieser Szene ebenfalls ein Touristenmagnet sein, aber einer, in dem noch alles ein bisschen langsamer scheint. In einem Restaurant am Hafen esse ich zu mittag. Dann fahre ich zurück nach St. George´s Bay, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages mit einem kurzen Sprung vom Felsen ins salzige Meer zu nutzen. Besser könnte ein Tag im Oktober nicht sein.

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Malta Highlights erkunden

 

 Übernachten: Corinthia Hotel St. Georges
Restaurant Tipps: St. Julian`s Bay/Spinola Bay: Gululu Restaurant
Vittoriosa (Drei Städte): Don Berto (direkt am Hafen)
Marsaxklokk: div. Restaurants am Hafen
Sightseeing: Rolling Geeks Tour (GPS gesteuerte, sprechende Autos, Vittoriosa)

 

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Ich wurde von Tourismus Malta nach Malta eingeladen. Vielen Dank dafür.