My Mexican Roadtrip

Mexiko – ich hab euch schon viele Bilder und Berichte gezeigt und hier noch einmal einige Eindrücke von den unterschiedlichen Orten und Begegnungen auf meinem Roadtrip. Viele der Bilder sind aus dem fahrenden Bus gemacht worden, daher ist die Qualität auch nicht so gut wie sonst.

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Mexiko – das Land der unendlichen türkisblauen Karibikstrände, das Land uralter Indianerstämme, der Maya, das Land der Torillas und Enchiladas, das Land von Tequilla, Gitarrenmusik, bunten Trachten und Sombreros. Es ist auch das Land der Drogenkriege, der Mafia, der Polizeistreifen. Deswegen ist mein Roadtrip, kein Roadtrip als solcher, sondern eher straff durchorganisiert, in einem Tourireisebus, ich bin irgendwie eben ein Angsthase geworden. Ich habe nur einen Bruchteil von diesem Land gesehen, genauer gesagt, einen Bruchteil der Halbinsel Yucatan. Aber es war schön da. Die Eindrücke sind geblieben. Und ich muss noch einmal zurück kehren, irgendwann einmal, ich weiß das.

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Mexiko: Nein, das war nicht unser Touribus… (zum Glück) 🙂

Wer seinen Roadtrip durch Mexiko auf eigene Faust unternehmen will: die Straßen sind perfekt ausgebaut und gut beschildert, häufige Polizeikontrollen vor jeder größeren Stadt sorgen für Sicherheit. Wir starten den Mexiko Trip wie alle Touris in Cancun, dem Schlangennest. Jedenfalls ist das die ursprüngliche Bedeutung des Namens der Stadt, die es erst seit gut 50 Jahren gibt, erschaffen für die amerikanischen Touristen, im Urwald aus dem Boden gestampft. Coca Cola, Mercedes Benz, Hochhaustürme mit Klimaanlagen, Markenlogos prägen die Stadt, die es überall auf der Welt geben könnte. Mexiko, der Emerging Market, ein aufstrebendes Land, jedenfalls gibt das der Blick aus dem Fenster preis.

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Mexiko: on the road – bei Cancun

„Mexikaner lieben Coca Cola“, erzählt Reiseleiterin Alexandra und Fast Food. Das erklärt, warum das Coca Cola Logo in jedem noch so kleinen Dorf auf irgendeinem Gebäude aufgemalt ist. „Einen echten Nachfahren der Maya erkennt man daran, dass er klein und dick ist und keinen Hals hat,“ sagt Aleksandra. Tatsächlich sehen die heutigen Maya so aus, da ist nichts von knackigen Latinoboys und sportlichen Urwaldindianern, die man sich aufgrund ihrer Rituale vielleicht hätte so vorstellen können. Klein und dick, ohne Ausnahme, ich schwöre es. Aber irgendwie total entspannt, die Mexikaner von heute.

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Mexiko on the road: Ohne Coke geht gar nichts in diesem Land

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Mein erstes mexikanisches Mittagessen auf unserem Roadtrip steht auf dem Tisch, irgendwo auf dem Weg zwischen Tulum und Chichen Itza. Wenn man vom Winter aus Deutschland kommt und den ersten Tag in freier Natur zu mittag isst, und darum herum einfach nichts zu hören ist, außer Stille, dann schießen einem nur noch Endorphine durch den Kopf. Nachos, Tortilla, Bohnenmus, schmeckt alles nicht schlecht, dazu ein Bier namens Indio. Ich bin eigentlich kein Biertrinker, aber hier in Mexiko schmeckt mir sogar das, vielleicht weil es nicht so stark und herb ist, wie ein Hofbräu. Aber ich wollte auf diesem Roadtrip unbedingt alle bekannten nationalen Biersorten durchprobieren, das waren dieses Indio, das Sol und natürlich Corona, was mich an meine Teeniezeit erinnerte. Ich blieb dem Sol treu, erfrischend gut nach anstrengendem Pyramidenklettern (es gibt natürlich noch mehr Biersorten, die in Mexiko gebraut werden).

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Der Blick aus dem Fenster zeigt bunt bemalte Häuser, hola Senora wir sind schließlich in Mexiko und das ist bunt. Mayadörfer ziehen an uns vorüber, kleine Hütten mit Strohdach, ein Friedhof, der auch bunt ist und ich merke es gibt hier nicht nur Postkartenmotive, die man als Tourist mit nachhause nimmt. Auf der Straße nach Chichén Itzá mehren sich die spärlichen Hütten mit den Souvenirs.

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Als wir am ersten Abend in unserer Dschungel Lodge ankommen, völlig erledigt, hören wir gerade mal das Zirpen der Grillen aus dem Urwaldgebüsch. Die Lodge at Uxmal war im Übrigen der Hammer, so eine schöne Unterkunft inmitten von Dschungelgrün hätte ich mir nicht erträumen können. Wir haben Schaukelstühle vor unserer Tür und eine Badewanne, die einem Swimmingpool gleicht! Und zum Frühstück gibt es einen liebevoll zubereiteten Obsteller, selbstgemachte Ananasmarmelade, frisch gepresste Fruchtsäfte und den besten Kaffee auf dieser Reise, stark und ursprünglich, wie ich ihn mag.

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Nach den Pyramiden von Uxmal kommen wir  an einem Maya-Dorf vorbei. In Santa Elena schlendern wir durch die Straßen der Einheimischen und kommen uns mit den umgehängten Fotoapparaten wie störende Eindringlinge vor. Keiner traut sich die Kamera zu betätigen, aber hey, wir sind nicht zum Spaß da, klick, ich hab´s gewagt, das erste Foto von einem Mayamenschen und alle schauen mich an als hätte ich eine Sünde begangen und dann klicken alle anderen Fotoapparate auch und die Menschen, die sie betätigen tun so, als würden sie sich tatsächlich für den Garten des Alten interessieren, über den sie später sagen werden, was für eine alberne Show. Don Ernesto zeigt uns nämlich seinen Garten und sein Haus. Seine Gemahlin, Donna Anna, hat sich ihr schickes Mayablüschen angezogen, extra für die Reisegruppe aus Deutschland und dann gibt’s handgemachte Tortillas zum Naschen, zugegeben wirklich lecker. Don Ernesto und Donna Anna haben in einer Hängematte aus Sisal sechs Kinder gezeugt, sagt Reiseleiterin Aleksandra, sie weiß eben was Touristen hören wollen und Don Ernesto weiß das auch, denn er nickt und zwingt sich zu einem Grinsen über das faltige Gesicht. Am Flughafen entdecke ich die perfekte Lektüre zu dieser Geschichte, ein Buch mit dem Titel „Mayasutra“, es führt in die Geheimnisse des richtigen Liebemachens auf einer Sisal-Hängematte ein, die schon die alten Maya zum Schlafen nutzten, Lektüre für den Touristen, der eben einfach immer alles wissen muss. Ich wette das ist ein Bestseller, wenn man die letzten Pesos noch schnell vor Abflug verbraten will.

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Wenig später zeigt Don Ernesto wie man aus einem Agavenblatt Sisal gewinnt, das eben für Seile und die berühmten Maya-Hängematten verwendet wird. Während der ganzen Zeit komme ich mir ein bisschen wie auf einer Kaffeefahrt vor, aber wir müssen zum Glück keinen Staubsauger oder ähnliches kaufen. Die Reise geht weiter durch das Gelände, das abwechselt zwischen kargen Landschaften, Palmenwäldern und Verkehrsschildern. Manchmal nicke ich auf der Fahrt ein, obwohl Aleksandra ununterbrochen von den Mayas erzählt.

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Jede Pause ist mir willkommen, Füsse vertreten, eine Cola kaufen im Supermercato, vielleicht ein Eis, in diesen Augenblicken wäre ich am liebsten davongerannt und hätte die Reisegruppe stehen lassen. Denn was gäbe es nicht alles zu entdecken, zum Beispiel hätte ich die beiden Frauen auf der Plaza irgendeines Kaffs beobachtet, wie sie ein Schwätzchen halten oder ich hätte die Speisekarte eines Restaurants rauf und runter probiert, nur um sagen zu können, was mir eigentlich von all dem mexikanischen Essen nun am besten schmeckte. Die Kartoffeln, die unter der Erde vergraben werden? Das Bohnenmus? Sicherlich die Guacamole, die steht ganz oben im Kurs bei mir, so eine leckere Guacamole habe ich nirgendwo gegessen und wenn  zum Abendessen noch Gitarrenmusik von Trachtenboys und mexikanische Lieder, die sich bestimmt um verschmähte Liebe drehen, wie alle spanischen Lieder, dann schmeckt die Guacomole noch mal dreimal besser (ich esse im Übrigen kein Fleisch, daher spreche ich auch nicht drüber). Ich könnte Guacamole zu allem essen.

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Mexiko on the road: Familienausflugunterwegsundaheim.de_mexico-roadtrip18

Wir haben die Maya-Ruinen in Tulum gesehen, sind in der Cenote Ik Kil geschwommen und dabei um Jahre jünger geworden, wir sind auf die Pyramiden in Uxmal geklettert und haben von dort oben die Spitzen der Pyramiden aus dem Dach der Urwaldbäume ragen sehen, wir haben ein bisschen Zorro-Feeling in einer echten Hacienda aus dem 19. Jahrhundert geschnuppert, wir sind durch die Gassen der Kolonialstadt Merida geschlendert, haben Tequilla getrunken und sind in Chichen Itza von einem Maya-Priester gesegnet worden. Sicherlich war mein mexican Roadtrip, ein Roadtrip für Deutsche im Urlaub, aber dennoch ist das wahre Mexiko an den Fensterscheiben vorbeigezogen, ein Land auf Wachstumskurs und als touristische Destination sicherlich ganz hoch im Kurs. Mein Roadtrip endet wie alle Roadtrips in Mexiko enden: am Karibischen Meer, dem Golf von Mexiko, in der Bettenhochburg Playa del Carmen, wo ich meinen Bauch faul in die Sonne strecken werde, während es in Deutschland grau und kalt ist, und ich in den Wellen herumtobe, verträumte Blicke vom Liegestuhl durch Palmblätter in den blauen Himmel werfe und völlig übersüsste Cocktails trinken werde und Amerikaner beobachten werde, wie sie sich aufführen wie Deutsche am Ballermann. Lust auf ein paar Bilder von Kokusnuspalmen, weißen Sandstränden und türkisblauem Meer?

 

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Mexiko: Darum geht die Welt nicht unter