Romantisch schlängelt sich die Donau durch das enge Tal, das an den Seiten mit hohen Felswänden umrahmt wird. Fast wie ein Rinnsal wirkt sie hier an ihren Anfängen auf der Schwäbischen Alb, im Oberen Donautal, wo ihre lange Reise beginnt. Hier starten wir unseren Roadtrip durch das Obere Donautal.

Donauquelle bei Donaueschingen am Beginn des Donautals

unterwegsunddaheim.de-donauquelle

Eigentlich entspringt die Donau in Donaueschingen, am Zusammenfluss von Brigach und Breg, das noch zum Schwarzwald gehört. In Donaueschingen spiegelt sich im Quelltopf bei schönem Wetter die Kirche St. Johann im blauen Quellwasser der Donau und von Donaueschingen im Schwarzwald beginnt sie ihre Reise durch 10 Länder bis sie schließlich ins Schwarze Meer mündet.

Ab Tuttlingen beginnt das Obere Donautal und damit einer der schönsten Flusslandschaften an der immerhin 2.857 Kilometer langen Donau. Der Verkehr auf den Straßen wird ab Tuttlingen immer ruhiger und mit jedem Kilometer fährt man in die entschleunigende Stille des herbstlichen Donautals hinein. Wir fahren durch Dörfer mit alten Kirchtürmen und Stadttoren. Den schönsten Abschnitt erreicht man von Tuttlingen aus auch schon nach wenigen Metern. Er liegt am Donaudurchbruch, dort, wo die Donau vom Schwarzwald aus kommend, die Schwäbische Alb durchbricht.

 

Am Donaudurchbruch bei Kloster Beuron ist das Donautal am schönsten

Oberes Donautal

Kloster Beuron im Donaudurchbruchstal

Hohe Felswände türmen sich vor mir auf, dazwischen liegt eingekesselt, das Donaudurchbruchstal zwischen grünen Auen schlängelt sich der Fluss durch die Felslandschaft. Mitten drin steht das Kloster Beuron. Ich kann mir gut vorstellen, warum sich die Mönche  ausgerechnet hier niedergelassen haben, der Ort strahlt eine Ruhe und ein Frieden aus, wie sonst kaum noch zu finden, und dazu wirkt er durch die Kalksteinfelsen geschützt von der Außenwelt. Stolz wirkt es, wie ein Schloss, das Kloster Beuron im Donautal. Schon seit dem 11 Jahrhundert steht es hier. „Auf geht`s! Wanderschuhe anziehen und los!“ ruft mir ein Mönch in schwarzer Kutte zu, als er mich sieht. Von hier aus kann man tatsächlich super schön wandern, z.B. zu den Höhlen der Schwäbischen Alb, die es hier überall gibt. Nicht weit von Kloster Beuron befindet sich z.B. die Lourdesgrotte. Weitere sehenswerte Höhlen in der Umgebung sind die Petershöhle, Benediktushöhle und Rote Brunnen Höhle. Alle Höhlen weisen darauf hin, dass hier einmal Menschen gelebt haben, vor allem in letzterer fand man 15.000 Jahre alte Steinwerkzeuge. Allerdings fahren wir ohne eine Höhlenbesichtigung weiter auf unserem Roadtrip durchs Donautal warten noch weitere Highlights.

Oberes Donautal

Aussicht auf Kloster Beuron vom Knopfmacherfelsen

Die schönste Aussicht aufs Donautal vom Knopfmacherfelsen

Am Aussichtspunkt am Knopfmacherfelsen sollte man unbedingt halten, denn hier ergibt sich einem der schönste Ausblick auf das Donautal am Donaudurchbruch und auf Kloster Beuron. Bei schönerem Wetter muss das herbstliche Donautal wunderschön rotgolden leuchten von den Bäumen der umliegenden Wälder. Ich sauge kurz die frische Herbstluft in immerhin 800 Metern Höhe ein. Der Sage nach soll der Knopfmacher Fidelis Martin hier mit samt seinem Pferd den Felsen hinuntergefallen sein, weil ihn eine Jungfrau, das sogenannte „Hardtfräulein“, auf die falsche Fährte lockte.

Donautal

Aussicht vom Knopfmacherfelsen

 

Burgen und Schlösser im Donautal

Oberes Donautal

Immer wieder türmen hoch oben auf den Kalksteinfelsen mittelalterliche Burgen und Ruinen, die von einem früheren Leben im Donautal zeugen. Selbst auf dem spitzesten Felsen scheint sich eine Burg zu erheben, die dem Donautal noch einmal eine Spur von Romantik verleiht. Vor allem Burg Wildenstein fand ich interessant, weil diese Burg auf einem spitzen Kalksteinfelsen gebaut ist, der nur über zwei Zugbrücken zugänglich ist. Burg Wildenstein ist eine Festungsburg mit zwei Burggräben aus dem 15. Jahrhundert. Heute befindet sich hier aber nur eine Jugendherberge, daher kann man die Burg nicht besichtigen und die Fenster in der Burgschenke sind so winzig, dass man den Ausblick gar nicht recht genießen kann.

Oberes Donautal

Wir fahren weiter immer direkt an der Donau entlang. Das Wasser schimmert klar und grün vom Grund herauf. Sie wirkt hier noch so rein und unschuldig und es ist kaum vorstellbar, welche Größe und Breite die Donau in Wien und Budapest erlangt.

 

Noch einmal richtig schön, wird die Landschaft kurz vor Sigmaringen bei Inzighofen. Hier durchfährt man die schroffen Kalkfelsen direkt am Donauufer. Die Strecke wird auch gerne von Motorradfahrern als Roadtrip genutzt.

 

Oberes Donautal

Schloss Sigmaringen am Ende des Oberen Donautals

Sigmaringen Donautal

Unser Roadtrip durch das Obere Donautal endet in Sigmaringen. Hier thront die Burg und das Schloss Sigmaringen eindrucksvoll hoch auf einem Kalksteinfelsen über der Stadt. Diese Burg ist ein Sinnbild mittelalterlicher Burgen. Aber Schloss Sigmaringen ist viel mehr als das: es ist das Hohenzollern-Schloss schlechthin. Seit 1535 ist es Residenz der Fürsten zu Hohenzollern-Sigmaringen, einem der ältesten deutschen Hochadelgeschlechts. Schloss Sigmaringen ist für jeden Fan von Schlössern ein Traum, denn hier lassen sich alle Epochen des frühen Mittelalter bis heute nachvollziehen, also von der Zeit als Raubritter durch das Land zogen und die Burg von Rittern in Rittersälen besiedelt war, bis zu fürstlichen Zeit des 19. Jahrhunderts. Seit dem 11. Jahrhundert gilt Schloss Sigmaringen als Fürstenburg, besichtigen kann man heute die größte private Waffensammlung Europas, ein Museum für Schlitten und Kutschen, Jagdtrophäen und reich verzierte Prunksäle. Ich habe Schloss Sigmaringen bereits in früheren Jahren besichtigt und begnüge mich heute nur mit dem majestätischen Anblick der Burg von der Ferne aus. Hier endet unser Roadtrip durch das Obere Donautal. Wir machen uns auf den Heimweg über die Schwäbische Alb in Richtung Schlechtbach, wo ich aufgewachsen bin.

 Der Naturpark Obere Donau liegt im Süden von Baden-Württemberg, zwischen der Donauquelle bei Donaueschingen bzw. hinter Tuttlingen im Schwarzwald und Sigmaringen auf der Zollernalb. Der Naturpark Obere Donau umfasst 1350 Quadratkilometer entlang der Donau. Der beeindruckenste Abschnitt liegt im Donaudurchbruch bei Kloster Beuron.
Tiere im Naturpark Obere Donau: hier gibt es sogar Luchse! daneben, Rehe, Füchse und Uhus.
Höhlen aus Steinzeit und Eiszeit im Donautal: Die Schwäbische Alb wurde schon in der Steinzeit und Eiszeit besiedelt. Funde von Eiszeitkunst wurden in zahlreichen Höhlen gefunden. Zu einigen Höhlen führen Wanderwege.
Burgen und Schlösser im Donautal: seit 100 n.Chr. wurden im Donautal Burgen gebaut. Über 89 Burgruinen und Burgen findet man heute insgesamt auf der Strecke Tuttlingen-Sigmaringen.
Donauradweg: Der Donauradweg führt von Donaueschingen (Quelle der Donau) parallel entlang der Donau bis nach Wien und mündet schließlich ins Schwarze Meer. Oder z.B. Etappe Donaueschingen-Passau 96 km durchs Donautal.
Wandern im Donautal: Ca. 4000 Km Wanderwege gibt es im romantischen Donautal, 214 km davon sind zertifizierte Rundwanderwege. Allen voran der Donauberglandweg und der Donau-Zollernalb-Weg. Die 10 schönsten Wanderrouten rund um Beuron findet man hier
Klettern im Donautal: die besten Felsen zum Klettern liegen zwischen Hausen und Sigmaringen und eignen sich für alle Schwierigkeitsgrade.
Übernachten: ich habe im modernen Traveljoyin in Rietheim-Weilheim übernachtet. Ein schönes und günstiges Hotel mit tollem Service.  Zum Hotel TravelJoyin*
andere Unterkünfte in der Region finden*
Litertur zum Donautal: Merian Donau – von der Quelle bis zur Mündung*
111 Orte an der oberen Donau, die man gesehen haben muss: Reiseführer*

 

Vielen Dank an meine Mutter für die Unterstützung dieser rein privaten Reise.

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