Im Ngorongoro Krater muss Gott die Welt erschaffen haben. Der größte Vulkankrater der Welt gleicht dem Paradies auf Erden. Dass, hier der Ursprung allen Lebens liegt, ist gar nicht so abwegig, denn hier wurden die ältesten Menschenknochen der Erde gefunden. 3,6 Millionen Jahre sind die alt. Aber abgesehen davon, ist der Ngorongoro Krater im Norden Tansanias das schönste Tierparadies, das ich je gesehen habe. Die Ngorongoro Conversation Area grenzt an die Serengeti an und liegt nah an der Stadt Karatu und dem Lake Manyara.

Vom Kraterrand hinunter auf den Kraterboden des Ngorongoro Krater

Safari im Ngorongoro Krater Tansania

Als wir von der Serengeti aus zurück nach Karatu fahren wollen, ist unser Ziel zunächst der Ngorongoro Krater. Wir wollen natürlich in den Krater hinunter fahren. Das Problem ist nur, dass uns auf den holprigen Straßen eine Feder an der Achse gebrochen ist und Guide Iddy seitdem den Fuß vom Gaspedal genommen hat. Bevor wir die steilen Kraterwände hinunter fahren, checkt Iddy nocheinmal, ob der Jeep das aushalten wird. Glücklicherweise ist Iddy genauso abenteuerlustig wie wir und unserer Fahrt hinunter zum Kraterboden steht nichts mehr im Wege. Die Straßen sind steil und holprig, wir winden uns die Kraterwände hinunter. 800 Meter Höhenunterschied liegen zwischen dem Kraterrand auf 2.300 Meter NN. und dem Kraterboden.

Auf der Suche nach den Big Five im Ngorongoro Krater

Safari im Ngorongoro Krater Tansania

Das riesige Kraterloch sieht von oben so umspektakulär aus, was wird uns unten erwarten? Der Besuch des Ngorongoro Kraters soll laut diverser Reiseführer der Höhepunkt jeder Tansania-Reise sein. Doch was soll unsere Erlebnisse der letzten Tage noch toppen können? Nunja, wir sind immer noch auf der Suche nach den Big Five: neben Elefant, Gepard, Löwe fehlt uns noch das Nashorn und der Büffel. Dann haben wir alle fünf Großtiere gesehen, die Großwildjäger am meisten schätzen, weil sie am schwersten zu erlegen sind. Doch gerade deswegen ist das Nashorn auch so schwer zu finden, denn es ist vom Aussterben bedroht. Werden wir im Ngorongoro Krater fündig werden? Die pure Abenteuerlust schießt uns durch den Körper als wir die Kraterwände hinunterfahren.

Unten angekommen fühlt es sich für mich so an als wäre die Zeit stehen geblieben. Wir fahren durch eine Landschaft, die nur eines kennt, den Frieden auf Erden. Es mag sich sonderbar anhören, aber die Tiere hier sind viel friedlicher als in der Serengeti. Sie haben keinen Stress, anders wie die Gnus, die durch die Serengeti wandern und tausend Gefahren ausgesetzt sind, muss keines der Tiere hier den Krater je verlassen. Der Krater ist ihre Heimat. Alles was sie kennen. Hier findet jedes Tier Nahrung und Wasser und es bleibt Zeit sich um die Wesentlichen Dinge zu kümmern wie z.B. diese Gnus hier.

Safari im Ngorongoro Krater Tansania

Der Mittelpunkt auf dem Kraterboden bildet der See Lake Magadi, in dem sich rosa Flamingos und andere Wasservögel tummeln. Aus der Ferne schimmert der See ganz rosa wegen der Flamingos. Während wir so durch die Landschaft fahren, essen wir unsere Lunchpakete auf. Was gibt es schöneres als in diesem Paradies zu essen und einfach nur sein zu dürfen?

Safari im Ngorongoro Krater Tansania

Auge in Auge mit dem König der Tiere

Safari im Ngorongoro Krater Tansania

Der Büffel gehört zu den Big 5.

Plötzlich kreuzt eine Büffelherde unseren Weg. Die Viecher stehen einfach auf der Straße und glotzen uns an. Wir haben zu warten bis sie aus dem Weg sind. Nr. 4 der Big Five wäre somit auch abgehakt. Ein Stückchen weiter liegen zwei Flusspferde nebeneinander im Gras und schnarchen.

Safari im Ngorongoro Krater Tansania

Dann sehen wir von Weitem einen Jeep in einer Kurve stehen. Was ist da? Wir sehen nichts. Iddy pirscht sich an den anderen Jeep heran und wenn dieser Jeep da nicht schon gestanden hätte, dann wären wir sicherlich einfach vorbei gefahren. Denn die Tiere Afrikas sind so gut getarnt, dass sie eins mit ihrer Umgebung werden. Im gelbdürren Gras schnarchen zwei faule Löwen vor sich hin und strecken alle Viere von sich. Es scheint ganz so als hätten sie auch grade ihre Lunchbreak hinter sich und bräuchten jetzt ein Nickerchen.

Plötzlich kreuzt eine Büffelherde unseren Weg. Die Viecher stehen einfach auf der Straße und glotzen uns an. Wir haben zu warten bis sie aus dem Weg sind. Nr. 4 der Big Five wäre somit auch abgehakt. Ein Stückchen weiter liegen zwei Flusspferde nebeneinander im Gras und schnarchen.

Es sind unsere ersten männlichen Löwen, die wir sehen. Iddy sagt, männliche Löwen sehe man nicht so häufig, da sie oft Einzelgänger seien oder durch die Steppe streifen oder im Gras liegen und schlafen würden. Sieht so aus, als hätten wir diese beiden Herren hier, ertappt. Iddy fährt uns direkt vor den Löwen, dem es allmählich etwas zu bunt wird. Er öffnet seine schweren Lieder, beginnt sich die Pfoten abzulecken. Ich kann ihm direkt in die Augen sehen. Dann reißt er das Maul auf und gähnt. Yeah! Vor mir liegt ein richtiges Prachtexemplar, stolz ist sein Blick. Von Angesicht zu Angesicht mit dem Löwen wird mir klar, weshalb er der König der Tiere genannt wird, alles in seinen Gesten wirkt majestätisch, stolz und eitel. Langsam steht er auf, wandert in die Steppe hinaus und blickt in die Weite über sein Land. Der König der Tiere. Wir haben männliche Löwen gesehen! Chaka.

Plötzlich kreuzt eine Büffelherde unseren Weg. Die Viecher stehen einfach auf der Straße und glotzen uns an. Wir haben zu warten bis sie aus dem Weg sind. Nr. 4 der Big Five wäre somit auch abgehakt. Ein Stückchen weiter liegen zwei Flusspferde nebeneinander im Gras und schnarchen.

Die Weibchen tummeln sich übrigens am anderen Ende des Ngorongoro Kraters. Sie haben sich eine Flussmündung für ihren Mittagsschlaf ausgesucht, wo sie mit ihren Kleinen spielen.

Safari im Ngorongoro Krater Tansania

Die letzten Spitzmaulnashörner im Ngorongoro Krater

Safari im Ngorongoro Krater Tansania

Eines der letzten Spitzmaulnashörnern der Welt. Im Ngorongoro Krater leben nur noch 15 Stück.

Neben all den großen Tieren ist der Ngorongoro Krater reich an vielen anderen Tieren. Insgesamt 25.000 Tiere finden hier eine Heimat. Einzig die Giraffe hat es nicht bis zum Kraterboden geschafft, ihr langer Hals stand ihr wohl im Wege dabei. Wir sehen verschiedene Vogelarten, Schakale, Antilopen und am Ende sehen wir sogar noch Nr. 5 der Big Five: das Nashorn. Unscheinbar hat es sich im hohen Gras versteckt, nur sein langes Horn ragt aus dem  fast gleichfarbigen Gras heraus. Vereinzelt steht es da und wirkt als wüsste es nicht so recht, was es hier mache. Eine traurige Tatsache ist, dass es nur noch zwischen 10 und 15 dieser prächtigen Spitzmaulnashörner im Ngorongoro Krater gibt. In den 60er Jahren waren es noch über 100. Welch ein Glück, dass wir eines von den wenigen letzten gesichtet haben. Hoffentlich schafft es das Nashorn, sich wieder zu vermehren. Doch angesichts der zunehmenden Bevölkerung Tansanias, der steigenden Touristenzahlen und leider immernoch der Wilderei wegen, scheint dies schwierig.

Safari im Ngorongoro Krater Tansania

Den Krater verlassen wir wieder durch Akazienwälder und die grünen Nebelwälder, die wie ein verschlungener Urwald wirken. Oben thront die Kraterlodge – ein Luxusressort mit Blick über das Paradies auf Erden. Wir fahren weiter nach Karatu.

Wissenswertes über den Ngorongoro Krater in Tansania

 Bernhard Grzimek setzte sich Ende der 50er Jahre dafür ein, dass der Ngorongoro Krater zur Schutzzone wird. Seit 1979 gehört er zum UNESCO Weltnaturerbe. und seit 2010 auch zum UNESCO Weltkulturerbe. Am Kraterrand befindet sich das Grab des Frankfurter Zoologen Prof. Dr. Bernhard Grzimek und seines Sohnes Michael. Michael verunglückte während der Dreharbeiten zu der Dokumentation „Die Serengeti darf nicht sterben“ im Alter von 25 Jahren als er mit seinem Flugzeug über den Krater flog. Ein Vogel hatte sich im Triebwerk verfangen.
Landschaft im Ngorongoro Krater: dichte Nebelwälder am Kraterrand, Grasland, Heide und Busch sowie der Lake Magadi.
Größe des Kraters: 26.400 Hektar groß, 21 und 17 Kilometer Durchmesser
Tiere im Krater: Big 5: Löwen, Elefanten, Geparden, Büffel, Nashörner diverse Vogelarten, Antilopen und Gazellen, Flusspferde, Gnus, Zebras, Affen uvm.
Kosten: Parkgebühr 60 $ pro Person plus Fahrer und Fahrzeug 200 $ pro Tag.
beste Reisezeit: Der Ngorongoro Krater kann das ganze Jahr besucht werden, allerdings muss man bedenken, dass während der Regenzeiten die steilen Straßen hinunter sehr rutschig sein können. Die beste Reisezeit für den Ngorongoro Krater ist daher von Juni bis Oktober (Trockenzeit) und von Dezember bis März (nach der kleinen Regenzeit).

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