Literarische Reise Afrika

Literarische Reise Afrika – die besten Romane aus Afrika. Von einheimischen oder europäischen Autoren von, aus oder über Afrika. Romane, die sich lesen lassen. Geschichten über Land, Menschen & Abenteuer aus Afrika, dem schwarzen Kontinent. Afrika übte schon immer eine große Faszination aus, auf Reisende, auf Entdecker und auch auf Schriftsteller. So viele Geschichten birgt dieser große, weite Kontinent mit all seinen unterschiedlichen Facetten und Ländern. So vieles ist uns noch unbekannt und auch für mich ist Afrika noch literarisches Neuland. Doch ich beginne auf Lesereise zu gehen und mir Romane von afrikanischen Autoren und ihren eigenen Geschichten vor zu nehmen, genauso wie Romane von europäischen Autoren, die über Afrika berichten, sei es fiktiv oder autobiografisch. Die meisten hier vorgestellten Romane habe ich erst vor Kurzem gelesen, die Liste soll noch weiter fortgesetzt werden. Hier schon einmal eine kleine Auswahl von Romanen aus Afrika.  Viel Spaß auf der literarischen Reise Afrika und beim Entdecken des Kontinents!

Literarische Reise Afrika

Literarische Reise Marokko

Sohn ihres Vaters: Roman

Tahar Ben Jelloun: Der marrokanische Autor lässt uns tief einblicken in die Gesellschaft und sogar noch tiefer hinein in die intimsten Bereiche der Familie. Er erzählt von einem Vater, dessen 8. Tochter als Sohn aufwächst, weil eine weitere Tochter den Ruin der Familie bedeutet hätte. Tahar Ben Jelloun klagt nicht an, sondern zeigt die Miserere, die in einer Gesellschaft entsteht, in der Frauen weniger wert sind als Männer, dabei zeigt er, dass Männer genauso Opfer wie Frauen sind und er gewährt intime Einblicke in die weibliche Seele in er maskulinen Welt. Die Erzählperspektive ist manchmal verwirrend, denn sie ähnelt einem Geschichtenerzähler auf einem Bazar. Ein außerordentlicher Roman von einem marrokanischen Autor. 

 

Meine Reiseberichte aus Marokko



Die Stimmen von Marrakesch: Aufzeichnungen nach einer Reise

Elias Canetti: Ein großer  Philosoph unseres Jahrhunderts schreibt die Stimmen von Marrakesch während eines mehrwöchigen Filmdrehs in Marrakesch, bei dem er anwesend ist. Er beschreibt seine Erfahrungen und Beobachtungen, allerdings aus der Sicht eines Altemänner-Romans, damit meine ich die Generation der Autoren Grass, Walser, etc., die ich nicht gern lese. Deswegen hat es mich weniger berührt.

 

 


Literarische Reise Tansania

Jakob Ejersbo: Liberty: Roman

Christian – Sohn dänischer Entwicklungshelfer, kommt als Teenager nach Tansania, besucht die internationale Schule in Moshi und freundet sich mit dem schwarzen Jungen Marcus an, der bei den schwedischen Nachbarn als Haushälter dient. Marcus träumt durch die Nähe zu den Weißen von einem kostenlosen Ticket nach Europa. Ejersbo, der in Tansania aufwuchs, beschreibt das Leben der weißen Entwicklungshelfer zwischen Alkoholexzessen, Parties und Ehestreitigkeiten. Er schreibt davon, wie Entwicklungsgelder veruntreut werden, Morde vertuscht, wie schwarze Haushälterinnen ihren Herren spezielle Dienste genehmigen, weil sie von der Freiheit Europas träumen. Dazwischen wachsen Christian und Marcus auf, Marcus preist sich den weißen auf männliche Art an, durch ihn erfahren wir, dass die Welt der Schwarzen nicht viel besser ist, da gibt es ebenso Korruption und sexuelle Ausbeutung. Ejersbo weist auf alle Probleme Tansanias nach der Revolution und dem eigentlichen Ende der Kolonialzeit hin: auf die Schwächen der sozialen Ordnung, der fehlenden gesellschaftlichen Struktur auf Kriminalität, sexuelle Ausbeutung, auf Aids und Drogenkonsum, auf den Aberglauben in der Gesellschaft, usw. Es ist ein Entwicklungsroman zweier Jugendlicher, die ihren Platz in der Welt suchen. In dem Roman handeln nahehzu alle Personen egoistisch und triebhaft, als gehöre es  zum Leben in Afrika, sich wie Wilde zu benehmen und alle Moral über Bord fallen zu lassen. Einzig Claire, die spätere Freundin von Marcus, scheint durchweg gut zu sein. Die Tansania-Triologie von Jakob Ejersbo wurde mit dem Dänischen Buchpreis ausgezeichnet, der Autor verstarb mit 40, bevor er die Triologie beenden konnte. Das Buch liest sich flott, spannend und gibt einen Eindruck in die gesellschaftlichen und polititschen Problematiken Tansanias, auch viele Nebenthemen wie z.B. die Diamantenmininen werden angesprochen. Allerdings nervt es auch durch die immergleichen pornografischen Szenen. Die Hälfte des Umfangs hätte dem Roman nicht geschadet. Trotzdem eine Leseempfehlung für Tansania-Reisende.

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Meine Reiseberichte aus Tansania


Literarische Reise Kenia

Autor: Henning Mankell: Der Chronist der Winde

Nelio ist 10 Jahre alt als er stirbt. Seine bewegende Lebensgeschichte rührt die Menschen in seinem Umfeld und auch den Leser nimmt sie in seinen Bann. Nelios kurzes Leben ist voller Ereignisse. Er wächst in einem afrikanischen Dorf auf, die Welt könnte gut sein. Würden nicht eines Tages Banditen das Dorf überfallen, Familienangehörige töten, Frauen verschleppen. Nelio gelingt die Flucht. Mit fünf Jahren kämpft er um ein Leben, das dem Leser brutal erscheint. Er schlägt sich als Kind durch bis in die Stadt, dort findet er ein Zuhause in einer alten Reiterstatue, er schlägt sich als Straßenjunge durch, schließt sich einer Gruppe von Straßenjungen an, überlebt irgendwie von Tag zu Tag. Doch Nelio ist kein gewöhnliches Straßenkind. Seine Aura verändert all die Menschen in seinem Umfeld. Nelio ist so dreckig wie Straßenkinder dreckig sind und doch so weiße, dass keiner ihn verachten würde. Niemals stiehlt er, niemals betrügt er. Bei all dem Leid und den Grausamkeiten, die er in seinem jungen Leben erleben musste, versucht er menschlich zu bleiben, ein würdiges Leben für sich und für die, die ihm nahe sind, zu leben. Nelio übernimmt Verantwortung, wo er kann und das macht ihn zu einem Vorbild in einer Welt, die grausam und brutal scheint. Der Leser erfährt schon im ersten Kapitel, dass der Straßenjunge Nelio an einer Schusswunde auf einem Dach unter der afrikanischen Sonne stirbt. Doch wie es dazu kam, und warum seine Geschichte erzählt werden muss, dass erfährt man vom Chronist der Winde. Henning Mankell ist als schwedischer Krimiautor bekannt geworden. Doch sein Herz hieng an Afrika. Neben seinen Krimis gibt er den afrikanischen Straßenjungen ein Gesicht und weißt auf die Ungerechtigkeiten dieser Welt hin. Henning Mankwell verbrachte viel Zeit in Kenia. Der Roman ist absolut lesenswert!

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