Steil schlängelt sich die Straße durchs Gebirge, eine karge raue Gegend scheint das Hinterland von Zypern zu sein. Olivenbäume säumen den Weg, hin und wieder bunt gefärbtes Herbstlaub an den Bäumen und  Häuschen in erdigen Farben. Von Limassol im Süden der Insel fahren wir hinein in das Hinterland von Zypern, schrauben uns die Serpentinen hoch und wieder runter und blicken über die Weite bis wir die malerischen Bergdörfer von Zypern erreichen. Als erstes kommen wir durch das romantische Dörfchen Vasa. Hier machen wir eine erste Pause. Der Wirt in der Taverne auf dem Dorfplatz serviert uns erstmal einen kräftigen Mokka, wie man ihn hier in Zypern trinkt und reicht dazu kandierte Früchte z.B. grüne, noch unreife Walnüsse. Die kandierten unreifen Walnüsse schmecken eigentlich ganz gut. Es sind die einzigen Süssigkeiten, die sich die Bauern einst hier in den Bergdörfern von Zypern leisten konnten. Im Innern des Gebäudes ist ein kleines Weinmuseum untergebracht, es schildert die Geschichte des Weinanbaus hier im bergigen Hinterland von Zypern. Alte Pressmaschinen stehen neben Schwarzweißfotografien, mit Eseln wurde die Ernte nach Hause gebracht, es muss ein mühsamer Job gewesen sein.

von Vasa mit dem Mountainbike durch die Bergdörfer von Zypern

Für mich heißt es jetzt auch rauf auf den Esel. Und zwar den Drahtessel. Mit Mountainbikes wollen wir die ländliche Umgebung erkunden. Denn hier in den Bergdörfern von Zypern scheint die Welt noch in Ordnung zu sein: alles hier wirkt so friedlich, still und leise, kein einziges Auto kommt mir auf der Straße entgegen und auch das Dorf Vasa wirkt wie verlassen. Nur hin und wieder schlürft ein Alter die Pflastersteine hinunter oder schaut eine ältere Dame aus der Tür heraus. Wir werfen einen Blick in eine winzige Kapelle, unser Radguide von Bikin‘ Cyprus Adventures erzählt, dass sie gerne für Hochzeiten genutzt wird – kein Wunder, die Bergdörfer von Zypern sind romantische Kleinode.

Weinverkostung in den Bergdörfern von Zypern

Mein Rad holpert über spitze Pflastersteine, jede buntbemalte Tür hätte ich hier gerne fotografiert, jeder Winkel wirkt wie ein Stilleben aus einem Gemälde. Der nächste Stopp folgt zugleich im Weinkeller in Vasa. Vasa ist bekannt für den Weinanbau. Sowohl Weiß- als auch Rotwein bauen die Winzer hier an. Die edlen Tropfen dürfen von uns natürlich auch gleich verkostet werden, wen interessiert es hier heroben schon, dass wir noch einmal aufs Rad steigen müssen?

Die mediterrane Gelassenheit der Zyprioten steckt schnell an. Man wünscht sich, dass das Leben doch immer so leicht und locker bleiben könnte wie hier in den Bergdörfern von Zypern, wo Zeit ein Fremdwort zu sein scheint. Man wünscht sich, noch ein paar Tage hier zu verweilen unter den einfachen Landsleuten und nichts zu tun als zu trinken und zu essen, den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen.

Authentisches Zypern im Bergdorf Arsos

Zur Mittagszeit erreichen wir Arsos – ein weiteres malerisches Dorf, das in der Mittagszeit so vor sich hin dümpelt. Nur ein einziger alter Mann sitzt unter einem Coca-Cola Sonnenschirm in der November Mittagshitze, trinkt seinen Mokka und schaut uns verdutzt zu. Bestimmt fragt er sich, was sind das denn für Gestalten mit ihren Kameras um den Hals. Aus einer Taverne dümpelt leise Musik auf die Gassen und die Katzen streunen gemütlich den Wegesrand entlang. Wir schlendern ein wenig durch das Dorf Arsos, gehen an Granatäpfel-, Zitronen- und Orangenbäumen vorbei. Blaubemalte Haustüren geben einen tollen Kontrast zu den aus Sandsteingebauten Häuschen und verleihen den Bergdörfern von Zypern diesen mediterranen Touch, den man sonst nur noch auf Postkarten zu sehen bekommt.

Kochen mit Einheimischen im Agritourismo Arsorama auf Zypern

Zum Mittagessen sind wir Gast im authentischen Agritourismo Arsorama. Die Gastgeberin Zooulla lädt uns in ihre Wohnstube zum Essen ein. Wir sitzen zwischen alten Familienfotos an den Wänden, dem Sofa und Tisch mit Häkeldeckchen und können es nicht erwarten bis endlich das Essen fertig ist. Im Innenhof wurde schon die Weihnachtsdeko aufgestellt, doch Santa Claus wirkt hier bei 25 Grad im November irgendwie fehl am Platz. Dafür ist der Innenhof mit altem Holzbackofen und den süßen Gästezimmern eine echte Entdeckung wert. Wer möchte kann sich hier für ein paar Nächte einquartieren und Teil des familiären Flairs von Arsorama werden. Während wir noch den Innenhof entdecken hat Zooulla das Mittagessen aufgetischt. Sie ist eine echte Spitzenköchin! Um ehrlich zu sein, hatte ich etwas Bedenken in Zypern satt zu werden, da ich glaubte hier isst man viel Fleisch und das esse ich nunmal nicht. Aber glücklicherweise bietet die zypriotische Küche eine Vielfalt, die auch für Vegetarier absolut zufriedenstellend ist. Gemüse, Kartoffeln, Spinatstrudel. Eine typische Spezialität Zyperns ist der Haloumi-Käse. Es schmeckt alles so gut, dass wir einen Nachschub verlangen. Vielleicht ist es die Umgebung, die so hungrig macht, vielleicht auch einfach das Gefühl Zyperns. Während wir uns den Nachschub gönnen, wirft sich die Großmutter schon in Schale und bäckt für uns den Nachttisch: Kattimeri. Da müssen wir allerdings mithelfen. Und da haben sich die drei Frauen des Hauses eine schöne Aufgabe für uns ausgedacht: wer am besten Kattimeri bäckt, der sollte einen Preis gewinnen. Verrückterweise haben die drei beschlossen, dass ich das sein sollte.

die Bergdörfer von Zypern

 

Nach dem Mittagessen geht unsere Fahrt weiter nach Omodos. In Omodos besichtigen wir das Kloster des Heiligen Kreuzes. Die Spätnachmittagsonne wirft Licht und Schatten zwischen die  Arkadenbögen des Klosterhofes, im Innern ist der Prunk eine der ältesten Kirchen auf Zypern zu bestaunen. Ein Bummel durch die verschlungenen Gassen von Omodos ist ebenso empfehlenswert. Auf dem Dorfplatz sitzen die Herren des Dorfes beim Nachmittagskaffee und schwätzen über die Neuigkeiten des Tages.

Abends fahren wir nach Limassol zurück. Pünktlich zum Sonnenuntergang erreiche ich mein Hotelzimmer und schaue vom Balkon auf das letzte Licht des Tages, die Sonne, die langsam im Meer versinkt. Schade, dass die Zeit hier auf Zypern so kurz ist. Wir treffen uns zum Abendessen wieder in der schmucken und stylischen Taverne “Ta Piatakia”. Das Szenerestaurant ist ein regelrechtes Kontrastprogramm zu den idyllischen verträumten Bergdörfern, aber der Koch ist spitzenmässig. Das Essen dort ist der absolute Hammer. Moderne hippe und kreative Küche mit tollen Geschmackskombinationen. Der Spitzenkoch kocht mir als Vegetarierin sogar extra ein Menü mit Garnelen (Seafood und Fisch esse ich nämlich). Ein echter Geheimtipp für einen gelungen Abend in Limassol!

 

 Tipp: Im Anschluss durch den alten Hafen von Limassol bummeln, dort erhält man ein typisches und authentisches Bild von Zypern, da sich hier die Einheimischen jeden Abend zum Essen und Trinken treffen.

 

 Weinmuseum in Vasa
Mountainbiken in Vasa mit Bikin Cyprus Adventures
bieten auch geführte Radtouren an.
Adresse: 8 Mina Antoniou str. CY7740, Tochni. www.bikincyprusadventures.com
Agritourismo Arsorama in Arsos
authentische und hübsche Zimmer in familiärem Umfeld und eine grandiose Küche.
Adresse: 2-4, Kostenas Street (St. Philip Central Square) 4470 Arsos, Limassol: www.arsorama.com.cy
Limassol: Taverne Piatakia
Adresse: Nikodimou Mylona St.Limassol 3095.

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Vielen Dank an das Fremdenverkehrsamt Zypern für die Einladung nach Zypern und die Erkundung der Bergdörfer von Zypern. Meine Meinungen und Ansichten sind unabhängig.

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