Es ist nur ein kleiner unscheinbarer Felsbrocken, der aus dem Meer herausragt, aber dieser Felsbrocken hat für Zypern eine größere Bedeutung. „Geologisch betrachtet“, sagt unser Guide, „gehört dieser Fels zu Afrika und nicht zu Europa“. Seit sich die Kontinentalplatten verschoben haben, vor zig Jahrtausenden, habe sich der Fels nicht mehr von der Stelle gerührt und doch seien die Gesteinsschichten ganz anders als die am Festland, das den Fels und die Insel nur ein paar Meter trennt. Für die Zyprioten ist der Fels, das Urgestein ihrer Herkunft. Der Sage nach soll hier nämlich Aphrodite, die Göttin der Schönheit und der Liebe, geboren worden sein. Aphrodite, das bedeutet, die aus dem Schaum Geborene. Bei ihrer Geburt soll sie aus dem Meerschaum, den Wellen, die sich um diesen Fels bersten, geboren worden sein. Seitdem gilt Zypern als Geburtsort der Aphrodite und als Insel der Schönheit.

Zypern Insel der Aphrodite

Der Geburtsort der Aphrodite, Göttin der Schönheit und der Liebe, auf Zypern

In Zypern entsprang Aphrodite, die Göttin der Schönheit aus dem schäumenden Meer

Und Zypern ist wirklich schön. Dessen sind sich die Zyprioten bewusst. Stolz sind sie, denke ich auf ihre Insel. Denn sie sind eine eigenständige Republik, zweigeteilt und geografisch betrachtet gehört Zypern zu Asien, politisch zu Europa und zur Europäischen Union. Zypern, die drittgrößte Insel des Mittelmeeres nach Sizilien und Sardinien, wirkt wie ein Fels in der Brandung mitten im Mittelmeer. Irgendwie lässt sich hier nichts aus der Ruhe bringen, egal wohin man die Insel gerne schieben will, sie hat sich schon immer nur sich selbst gehört und sich selbst genügt. Dabei liegt Zypern nur 96 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt, dem aktuell größten Krisenherd dieser Tage und doch wirkt es hier so friedlich, dass alle Negativschlagzeilen dieser Tage in unendliche Ferne rücken: „uns tun die nichts hier auf Zypern, winkt Ekavi gelassen ab, „wir haben noch immer britische Militärstützpunkte auf der Insel, wir sind sicher.“ Auch das gehört zur Vergangenheit Zyperns, die Briten, noch heute pflegen hier viele Briten ihren Altersruhesitz in gepflegten Häuschen mit nettem Vorgarten und akkurat gemähtem Rasen. Und der Linksverkehr ist ein letztes Relikt aus der Zeit der britischen Besatzung. Deswegen sprechen die Zyprioten auch relativ gut englisch. Und damit scheint die Welt auf Zypern in Ordnung, die Katzen schleichen wie eh und jeh die Steingässchen herauf und herunter und die alten Herren treffen sich zum Frühstück auf einen starken Mocca im Straßencafé. Ein Bummel durch den alten Hafen von Limassol am Morgen wirkt wie eine Entschleunigunsreise als begebe man sich in einen Trichter, so weit weg von all den Problemen, welche die Welt in diesen Tagen beherrschen.

Zypern

Zypern – mediterranes Klima am Strand von Limassol

Zypern

In nur 3,5 Flugstunden lande ich im Südwesten der Mittelmeerinsel Zypern in Paphos. Beim Abflug in Düsseldorf prasselte Regen an mein Fenster der Germania-Maschine, bei der Landung in Paphos scheint die Sonne: 25 Grad im November! Irgendwie konnte ich das erst glauben als ich mich traue meine Jacke auszuziehen und feststelle, dass ich nicht friere. Wir fahren nach Limassol und checken uns im Mediterrean Hotel ein, von meinem Balkon blicke ich auf den Sonnenuntergang  auf dem Meer und höre das sanfte Rauschen der Wellen, das mich in dieser ersten Nacht in den Schlaf wiegt. Am nächsten Morgen schlendere ich nach dem Frühstück hinunter zum Strand und ziehe meine Schuhe aus, stecke meine Zehen in den braunen Sand und lasse das Meer um meine Waden fließen. Ich kann es nicht fassen wie glücklich mich das grade macht, gestern den Winter Deutschlands und heute das Meer und das mediterrane Klima. Ich glaube mit jeder Sekunde zu spüren, wie heilsam dieses Klima gerade für mich ist. Es wirkt auf mich wie eine Befreiung von einem schweren dicken Kloß, den ich grade abwerfe. Dann stürmt Janett euphorisch auf mich zu, „ich war im Meer schwimmen“, sie strahlt über das ganze Gesicht. Die ersten Badegäste watscheln in ihren Badeschlappen zum Strand, um ein paar Runden zu schwimmen, das Meer ist angenehm warm. Auf dem Steg beenden grade Russinnen ihre Yoga-Session und Tim kommt von seiner morgendlichen Joggingrunde zurück und wirkt genauso glücklich. Der Tag beginnt langsam, er beginnt für jeden ein bisschen anders, aber er beginnt mit einem zufriedenen Lachen im Gesicht.

Zypern

Zypern für Superreiche – der Jachthafen von Limassol

Zypern Limassol Jachthafen

Der Jachthafen von Limassol in Zypern – ein Prestigeprojekt und Domizil der Superreichen

Wir schlendern durch den alten Hafen von Limassol, in der Nebensaison wirkt alles hier verlassen, am Morgen sowieso. Abends treffen sich die Zyprioten hier auf einen Aperitif, einen Mocca.

Zypern Limassol

Am alten Hafen von Limassol in Zypern

Der neue Jachthafen wirkt dagegen wie ein Kontrastpunkt. Während sich im alten Teil hauptsächlich Einheimische treffen, treffen sich im neuen Jachthafen von Limassol reiche Ausländer auf ihren Jachten oder in ihren neugebauten Appartements mit Seaview. In Zypern wird gebaut was das Zeugs hält. Überall stehen unfertige Rohbauten herum. Am Jachthafen von Limassol werden Luxusappartements für ausländische Millionäre gebaut, für die der Sommer im Winter zur Kapitalanlage wird. Ekavi überrascht uns plötzlich als sie mit einem Caddy angefahren kommt: zufällig arbeitet eine alte Schulfreundin in der Verwaltung des Hafens, sie nimmt uns mit auf einen kleine Hafenrundfahrt und wir schauen uns die Luxusjachten aus der Nähe an. Nette Schätzchen ankern hier unter der Novembersonne von Zypern.

Zypern für Golfer: mein erster Golfkurs im Golfclub Elea

Zypern Golfplatz Elea

Der Elea Golfclub auf Zypern in traumhafter Lage mit Blick aufs Meer und zwischen Oliven- und Johannesbrotbäumen

Wer es gerne luxuriös mag, der kann das in Zypern bekommen. Vor allem russische Millionäre entdecken die Insel für sich, aber auch Briten und andere Nationalitäten wissen das milde Klima Zyperns auch im November zu schätzen. Der Sommer im Winter liegt für uns Europäer wohl in keinem europäischen Land näher als in Zypern. Um auf den Spuren der Luxusurlauber weiter zu weilen, besuchen wir am Mittag den Golfclub Elea. Hier sollte ich meine erste Golf Lektion von Golftrainer Neil Sweany bekommen. Bisher dachte ich, Golf sei kein wirklicher Sport, sondern eher was für betuchte Rentner, die ihre gesellschaftlichen Beziehungen bei einem Golfturnier pflegen. Aber nachdem mir Neil erklärt hatte, wie man einen Golfschläger richtig hält, treffe ich ganz entgegen meiner eigenen Erwartungen,  sogar den Ball und schaffe es doch tatsächlich mit 2 Schlägen den Ball ins Loch zu kriegen, so wie es Neil vorgegeben hatte. Mehr als zwei Schläge, darf es nicht brauchen, hatte er gesagt. Das war die erste Einführung auf der Driving Ranch. Jetzt geht es weiter, zum richtigen Bälle schlagen. Neil macht es vor. Es komme auf die richtige Körperhaltung an, der Schläger muss in L-Form gehalten werden und dann fliegt er auch. Neils Ball verschwindet im Himmel, irgendwo da oben, nicht mehr sichtbar für unsere Augen, 200 bis 300 Meter weiter landet er im grünen Rasen des Golfclubs. Nie im Leben, dachte ich, dass ich das auch schaffen könnte, ich wollte mir grade schon eine Ausrede für meine Flucht vom Golfplatz parat legen, als mir Neil bereits einen Schläger in die Hand drückte. Da stand ich also, in der Hand den Schläger, am Boden dieser kleine weiße Ball und der Blick in die Ferne gerichtet. Am Horizont glitzerte das Meer in der Mittagssonne hervor. In dieser Minute hatte ich furchtbare Angst mich vor allen zu blamieren. Ich erinnerte mich gerade an meine Minigolfversuche, das waren keine großartigen Leistungen. Aber versuchen wollte ich es zumindest mal. Ich führte meine Körperbewegung also so aus, wie es mir Neil vorgemacht hatte und plötzlich flog mein Ball tatsächlich ebenso in Richtung Horizont und verschwand in der Weite. Ich konnte es kaum fassen, und musste gleich den nächsten Ball schlagen und den nächsten. Ich hatte Feuer gefangen. Mit Ausnahme ein paar weniger Bälle, die über den trockenen Boden von Zypern holperten, schlug ich die Bälle gen Himmel als hätte ich nie was anderes gemacht. Neil fragte sogar, ob ich tatsächlich zum ersten Mal einen Golfschläger in der Hand habe, ich schmunzle ein bisschen stolz und sage ja. Er meinte ich solle auf jeden Fall in Deutschland weitermachen. Doch bis man die Platzreife erlangt, ist es ein langer und weiter Weg. Und außerdem ist Golf ein sehr zeitintensiver Sport und natürlich auch kostspielig. Obwohl mir der Golfschnupperkurs sehr viel Spaß machte und ich all meine Vorurteile über den langweiligen Rentnersport für Betuchte ad acta gelegt habe, weiß ich dass ich die Zeit einfach nicht haben werde, um mich diesem Sport weiter zu nähern.

Zypern

Zypern ist wie eine Befreiung von Alltagssorgen

 

Zypern bietet also auch für elitäre Wünsche jede Möglichkeit. Die Insel der Schönheit im östlichen Mittelmeer hat viel zu bieten. Neben den Badestränden, bieten die antiken Ausgrabungen der Königsstädte von Paphos mit ihren Mosaiken kulturelle Genüsse und in der Ruhe der abgeschiedenen Bergdörfer kommen Individualisten und Romantiker auf ihre Kosten. Davon werde ich dann ein anderes Mal berichten.

Fortsetzung folgt

 Infos zu dieser Reise nach Zypern:

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 FlFlug von Düsseldorf nach Paphos in Zypern mit Germania: www.flygermania.de,
Hotel in Limassol: Mediterranean: www.stademos.com.cy
Felsen der Aphrodite:Petra tou Romiou
Elea Golfclub: www.eleaestate.com

 Ich wurde vom Fremdenverkehrsamt Zypern auf diese Recherchereise eingeladen. Herzlichen Dank für die vielen Eindrücke.

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One comment

  • Janett 12. Dezember 2015   Reply →

    Haach! Ich will wieder zurück! Ich bin gespannt auf deinen zweiten Bericht!

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