Der Striezelmarkt Dresden gilt als ältester und traditionsreichster Weihnachtsmarkt Deutschlands. Überhaupt gilt Sachsen als das Weihnachtsland schlechthin, immerhin kommen sämtliche Weihnachtstraditionen von hier. Für mich ist es daher Ehrensache, dem Striezelmarkt in Dresden einen Besuch abzustatten.

 

Striezelmarkt Dresden — wo Weihnachten zuhause ist!

Striezelmarkt Dresden

Im Jahr 1434 gab es noch keine Weihnachtsmärkte in Deutschland. Und auch der Striezelmarkt war wie in vielen anderen Städten auch (z.B. in Frankfurt) ursprünglich ein gewöhnlicher Lebensmittelmarkt. Hier konnten die Bürger der Stadt ihr Weihnachtsessen einkaufen. Im Mittelalter galt vom St. Martinstag an eine 40-tägige vorweihnachtliche Fastenzeit, die am 25. Dezember endete. Dann durften die Menschen wieder Fleisch essen und das konnten sie auf dem Markt erwerben. Während dieser Zeit wurde nur Fastenbrot gegessen. Das war den Dresdnern aber zu fade, sie schafften es tatsächlich das Butterverbot während der Fastenzeit aufzuheben und mischten dem Fastenbrot reichlich Butter unter. Sie streuten Puderzucker drauf und verkauften das Fastenbrot von nun an als den in Windeln gewickelten Leib Christi und sie nannten es „Struzel“ oder „Striezel“. Der Dresdner Christstollen war geboren und wurde zum beliebtesten Weihnachtsgebäck aller Zeiten (mehr zum Dresdner Stollen hier). Seit 1474 wird der Dresdner Striezel verkauft und er verlieh dem Weihnachtsmarkt von nun an auch seinen Namen. Jedes Jahr am 2. Advent wird das Dresdner Lokalgebäck Nr. 1 mit dem Stollenfest gefeiert. Wie zu Zeiten August des Starken wird dann von den Stollenbäckern Dresdens ein riesiger Stollen auf den Striezelmarkt gefahren und Stücke davon an die Menschen verteilt – besondere Anziehungskraft dürfte dabei das Stollenmädchen als Repräsentantin des Striezel erhalten. Übrigens kann man in der „Weihnachtsbäckerei“ auf dem Striezelmarkt auch heute noch den Stollenbäckern zusehen, wie sie einen echten Dresdner Stollen backen.

Weihnachtskunst aus dem Erzgebirge ziert den Striezelmarkt in Dresden

Striezelmarkt Dresden

Mit den Jahren wurden immer mehr Waren auf dem weihnachtlichen Striezelmarkt verkauft, Händler und Handwerker kamen in die Stadt und boten ihre Waren an, vor allem aus dem nahegelegenen Erzgebirge. Bis heute ist das erzgebirgische Kunsthandwerk von unseren Weihnachtsmärkten nicht mehr wegzudenken, überall im Lande gibt es die Nussknacker aus dem Erzgebirge zu kaufen. Das schöne an Traditionen ist ja, dass sie all diese Jahrhunderte unbeschadet überstanden haben. Die erzgebirgische Weihnachtskunst ist kennzeichnend auf dem Striezelmarkt, denn so schreitet man schon durch den Schwibbogen als „Eingangstor“ auf dem Altmarkt, auf dem der Striezelmarkt stattfindet. Der Schwibbogen – ein Lichterbogen, ist im Erzgebirge an jedem Fenster zur Weihnachtszeit zu finden. Auf dem Striezelmarkt kann man sogar drüber wandern und dabei den Blick über den Weihnachtsmarkt auf dem Altmarkt genießen. Außerdem befindet sich auf dem Dresdner Striezelmarkt die weltgrößte Stufenpyramide, ebenfalls ein Erzeugnis aus dem Erzgebirge. Mit über 14 Metern bildet sie neben dem Weihnachtsbaum den glänzenden Höhepunkt des Striezelmarktes. Besonders schön sind die Holzfiguren, die sich im Kreis drehen.

Weitere handwerkliche Kunstfertigkeiten aus der Region sind die Herrnhuter Sterne aus der Lausitz, die ebenfalls von hier aus die Weihnachtsmärkte der Republik erobert haben. Oder wer kennt die bunt leuchtenden Papiersterne nicht? Plauner Spitze, mundgeblasener Christbaumschmuck aus regionalen Manufakturen und Porzellanfigürchen sind traditionelle Waren, die schon seit vielen Jahren auf dem Striezelmarkt verkauft werden und von dort aus die Welt zur Weihnachtszeit erobert haben.

Kulinarische Verlockungen auf dem Striezelmarkt

Neben dem Dresdner Stollen gibt es auf dem Striezelmarkt in Dresden noch viele weitere Köstlichkeiten zu probieren. Von der Bratwurst bis zu den Pommes ist alles dabei. An regionalen Spezialitäten ist noch der Pulsnitzer Pfefferkuchen erwähnenswert, eine Art Lebkuchen. Und der Pflaumentoffel. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob man das wirklich essen kann, denn ich kenne den Pflaumentoffel vom Nürnberger Christkindlesmarkt und vom Frankfurter Weihnachtsmarkt als Zwetschgenmoh oder Zwetschgenmännle, das man nicht essen kann. Jedenfalls besteht ein Pflaumentoffel aus gedörrten Zwetschgen und gehört zum Striezelmarkt genauso wie der Schwibbogen. Du solltest auf jeden Fall den weißen Glühwein am Stand von Schloss Wackerbarth probieren, den Winzer habe ich bereits im letzten Jahr bei einer Sektverkostung besucht und auch der Glühwein schmeckt hier am besten.

Striezelmarkt Dresden

 

Märchenhaftes Weihnachtsflair auf dem Striezelmarkt

Neben den Lichtern, dem Geschmack von Glühwein und dem Duft von den Pfefferkuchen und frischen Tannenzweigen ist es aber vor allem die zauberhafte Märchenwelt, die den Dresdner Striezelmarkt so bezaubernd machen. Hier strahlen garantiert nicht nur Kinderaugen, sondern auch ich gerate in Verzückung als ich durch den weihnachtlichen Winterwald schlendere und die Märchenfiguren aus meinen liebsten Märchen von den Brüdern Grimm entdecke. Da wäre Frau Holle, die ihre Kissen schüttelt, damit es bei den Menschen auf der Erde schneit oder die sieben Zwerge, die auf einer Bude hocken und sich Nudeln aus dem Wok schmecken lassen, und da wäre ihr Schneewittchen hinter den sieben Bergen und die Bimmelbahn für die Kids. Da wäre das Lebkuchenhaus, bei dem Hänsel und Gretel auf die böse Hexe treffen und der Bär zwischen Schneeweißchen und Rosenrot im Wald und die goldene Gans darf im weihnachtlichen Märchenwald auch nicht fehlen. Die Märchenfiguren aus den beliebten Märchen der Brüder Grimm vermischen sich mit den regionalen Weihnachtsfiguren aus dem Erzgebirge, dem Nussknacker und natürlich den Wichteln und Zwergen, die im Bergbau des Erzgebirge ihre ganz eigenen Weihnachtstraditionen haben. All das macht den Striezelmarkt wirklich märchenhaft schön, vor allem vor der bezaubernden historischen Kulisse der  Dresdner Altstadt.

Weihnachtsmarkt vor der Frauenkirche in Dresden

Weihnachtsmarkt Dresden

Selbstverständlich schaue ich mir auch noch den Weihnachtsmarkt vor der Frauenkirche in Dresden an, der nur ein paar Schritte entfernt, auf dem Neumarkt liegt. Auch dieser Weihnachtsmarkt ist wunderschön und absolut sehenswert. Die Buden haben hier ein historisches Motto und verkörpern die Zeit um 1830 bis 1920. Die Marktstände und ihre Verkäufer tragen alle historische Gewänder und auch die Waren erinnern an längst vergangene Zeiten. So kann man hier z.B. historisches Holzspielzeug erwerben. Ich probiere auf dem historischen Weihnachtsmarkt vor der Frauenkirche ein Mühlenbrot mit einer Gemüsefüllung aus dem Holzbackofen und trinke einen Apfelzimt-Glühwein an der Glühweinpyramide. Die ist zwar nicht so groß, wie die auf dem Striezelmarkt, aber hier gibt es Glühwein in allen erdenklichen Sorten und schmecken tut mir der auch sehr gut. Doch ganz egal, ob man auf dem Alten oder auf dem Neumarkt ist, obwohl es ein Samstagabend ist, herrscht hier kein Gedränge zwischen den Buden. Ganz im Gegenteil, die Atmosphäre ist entspannt und gesellig, ganz so, wie sie sein sollte, wenn man sich auf einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trifft.

Wem das noch nicht ausreicht, dem sei noch der mittelalterliche Weihnachtsmarkt im Stallhof empfohlen. Dort habe ich es leider nicht mehr hingeschafft, weil ich kalte Füße bekommen habe. Insgesamt gibt es in Dresden 11 (!) Weihnachtsmärkte, was zeigt, dass Weihnachten in Sachsen eine wirklich große Rolle spielt, weil Weihnachten hier zuhause ist!

 Öffnungszeiten Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche und Striezelmarkt: täglich von 10 bis 21 Uhr, Fr. und Sa. bis 22 Uhr. Die Weihnachtsmärkte finden bis 24.12. um 14 Uhr statt.

 

Noch mehr Weihnachtszauber in Dresden

  • Dresdner Winterlichter auf der Prager Straße
  • Stallhöfisches Adventsspektakel (mittelalterlicher Weihnachtsmarkt im Stallhof/Schlossplatz)
  • Romantischer Weihnachtsmarkt am Schloss, Taschenbergpalais
  • Dresdner Hüttenzauber (Aprés Ski und Hüttengaudi) auf dem Postplatz
  • Augustusmarkt mit internationalem Flair, Hauptstraße/Barockviertel Dreden

Auf diesen Seiten findt man übrigens alles rund ums Thema Weihnachten in Sachsen mit noch mehr Tipps und Infos zu Traditionen:

http://www.sachsen-tourismus.de/reisethemen/weihnachten/

 Übernachten in Dresden: Hotel Relais & Chateaux Bülow Palais *****S,Königstraße 14, 01097 Dresden (im Barockviertel).  Webseite: www.buelow-palais.de

 

Ich wurde von Sachsen Tourismus Marketing zu diesem Besuch auf dem Dresdner Striezelmarkt eingeladen. Herzlichen Dank für die vielen Eindrücke.

Diesen Beitrag steuere ich außerdem zum Reiseblogger Adventskalender auf dem Teilzeitreisender.de Blog im 10. Türchen bei. Dort gibt es übrigens noch ganz viele nette Weihnachtsgeschichten von meinen Bloggerkollegen zu entdecken.

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