Barcelona

Barcelona im Weihnachtszauber: Gewinne einen hochwertigen Bildband!

 

ein Gastbeitrag von Bernd Rücker, Autor der vagabond Bildbände. 

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Ich kann mir kaum einen Ort vorstellen, der trotz nie abreissender Besucherströme so viel Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, spätestens dann, wenn mein Blick auf den fernen Horizont und das unendliche Blau des Mittelmeeres fällt und das leise Rauschen des Windes den Genuss eines Café con Leche an einer Strandbar in Barceloneta untermalt. In keiner anderen Stadt Europas verschmilzt Sandstrand und Großstadt zu einer solch eindrucksvollen Kulisse. Die Gegenwart des Meeres spürt man in jedem Stadtviertel, nicht zuletzt wegen der einzigartigen Farbigkeit des Lichtes, das durch schmale Gassen und breite Flaniermeilen auf die Häuserzeilen trifft.

Ich nehme den Finger vom Auslöser und betrachte die im Sonnenuntergang glänzenden Segelyachten im alten Hafen.

DBlock01-04_IMG_9136en weiten, sonnigen Stadtstrand hinter mir lassend, überquere ich die breit angelegte Hafen-Promenade und tauche unmittelbar in eine völlig konträre Welt ein: durch enge, schattige Häuserschluchten führt mein Weg in Richtung Stadtzentrum. Selbst nach all den Jahren, in denen ich hier lebe, fällt es mir noch immer schwer, mich in den winzigen Gassen des Barrio Gotico zwischen den mittelalterlich düsteren Gebäuden zurechtzufinden. Ich orientiere mich deshalb an der Steigung (die Stadt fällt zum Meer hin ab) und gelange schliesslich zur Portal del Angel – dem Herzstück der Fußgängerzone Barcelonas. Den Kaffeegeschmack noch auf der Zunge und den Wiederhall meiner Schritte in den Ohren, pralle ich auf die immerzu quirlige Innenstadt. Sonntag Abend, Vorweihnachtszeit, die Geschäfte haben nun täglich geöffnet. Obwohl die Bescherung in Spanien erst an Heilig Drei König (also am 6. Januar) stattfindet, ist die deutlich gestiegene Anzahl Shopping-Lustiger nicht zu übersehen. Meine Weihnachtseinkäufe habe ich bereits in Ruhe erledigt: meist an Nachmittagen, wenn die Einheimischen ihre traditionelle Siesta geniessen. Es wäre also nicht nötig, sich abends unter die Massen zu mischen, doch das bunt leuchtende Schauspiel tausender Lichterketten, die sich über die Straßen spannen, treibt mich hier her.

„No pasa nada“ (macht nix) ist eine der Phrasen, die man hier schnell erlernt hat. Diesem Motto entsprechend, prangt hell leuchtend über der Fußgängerzone ein „FRÖHE Weihnachten“ in meterhohen Lettern. Wäre ein solcher Übersetzungsfehler einer deutschen Stadtverwaltung unterlaufen, wäre er als peinlich empfunden und umgehend korrigiert worden. In Barcelona wird er mit einem lächelnden Achselzucken zur Kenntnis genommen, Lebensfreude hat Vorrang. Deutsche Tugenden wie Genauigkeit und Akribie, werden hier mit Schulterklopfen und anerkennendem Kopfnicken bewundert, doch wer sich unnötig Stress bereitet erntet nicht etwa verständnisloses Kopfschütteln, sondern wird mit einem ehrlich gemeinten Lächeln bedacht: Jeder darf sein, wie er möchte – „una cosa muy personal“ (eine ganz persönliche Angelegenheit), heißt es hier immer wieder.

Hinter dem violett leuchtenden Brunnen am zentralen Platz Barcelonas, der Plaça de Catalunya, prangen riesige, bunt blinkende Eiskristalle im Takt der eingespielten Musik am größten Kaufhaus der Stadt „El Corte Ingles“. Es flirrt und funkelt von den Fassaden der prächtigen Stadthäuser. Aus geöffneten Türen der Stores dringen Chart-Hits und verlieren sich im Stimmengewirr temperamentvoller Unterhaltungen.

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Ich bewundere die ansteckende Gelassenheit der Barcelonesen, die dem turbulenten Einkaufstreiben Einhalt gebietet und aufkommende Hektik gar nicht erst zulässt. Selbst wenn sich an Kassen scheinbar endlose Schlangen bilden und die Kassiererin sich Zeit nimmt, um das Baby ihrer Freundin mit Liebkosungen zu überschütten, entkräftet das verständnisvolle Lächeln der Wartenden jeglichen Anflug meiner Ungeduld.

Barcelona

Als wäre ich in eine andere Stadt versetzt, befinde ich mich nach dem Überqueren der Gran Via inmitten mehrspuriger, rechtwinklig aufeinander treffender Straßen.

Das Eixample – die „Erweiterung“ im Schachbrettmuster – haben die Stadtplaner der Jahrhundertwende auf dem Reissbrett entworfen. Es irrt, wer deshalb monotone Tristesse erwartet: Contemporary Architecture und Bausünden aus und nach der Zeit des Sozialismus durchbrechen die Durchgängigkeit der prachtvollen Jugendstil-Fassaden rechts und links des Passeig de Gracia – Barcelonas Prachtmeile. Der Kontrast könnte kaum größer sein, doch mein Blick gilt stuckverzierten Fassaden, unzähligen gläsernen Erkern, ornamentverzierten Straßenlaternen und prächtigen Statuen auf den Dächern imposanter Stadthäuser. Wie Bienenschwärme brausen Motorroller an Flagship-Stores der Luxus- und Edelmarken vorbei, die sich nicht etwa arrogant über globale Modeketten erheben, sondern im friedlichen Miteinander existieren. Vielleicht ist dies der städtebauliche Ausdruck der allseits fühlbaren Toleranz, die sich die Katalanen auf die Fahne schreiben: Ich beobachte einen gut gelaunten Strassenfeger Fremden den Weg erklären, Männer in feinem Zwirn mit bärtigen Herrn im Blaumann scherzen und angeregt diskutierende Passanten, die sich an einem Kinderwagen vorbeidrängen, der den Gehweg versperrt – nicht ohne ein Lächeln für das Kleine und seine Eltern übrig zu haben – eben dieses tollerante Miteinander, das ich sehr zu schätzen gelernt habe.

Auch wenn ich die parallel verlaufende Rambla de Catalunya mit ihren gemütlichen Straßencafés gewöhnlich bevorzuge, ist heute der Passeig de Gracia Ziel meines Streifzugs: Hunderte von Lichterketten zu meterhohen Kronleuchtern geformt, hängen an Seilen über der mehrspurigen Fahrbahn, Hotels lassen Ihre geschmückten Fassaden in feierlichem Licht bestrahlen und unter dem als Drachenrücken geformten Dach der berühmten Casa Battló blicken totenkopfartige Balkone blutrot leuchtend ins Blitzlichtgewitter ungläubig starrender Touristen.

Antonio Gaudi, der Erbauer dieses Gebäudes, hat mit seinen Entwürfen die Entwicklung des Stadtbildes entscheidend beeinflusst: Die auf der anderen Straßenseite liegende Casa Mila – im Volksmund liebevoll „la Pedrera“ (der Steinbruch) gennant ist in ihrer Wirkung auf mich nicht minder beeindruckend. Eines seiner Bauwerke ist bis heute nicht fertiggestellt: Die seit 150 Jahren im Bau befindliche Sagrada Familia im nördlichen Teil des Viertels. Selbst nach gefühlten zehn Besuchen bleibt die Kathedrale für mich unerfassbar. Es grenzt an ein Wunder, wie eine derart kühne Konstruktion überhaupt realisiert werden kann: mit unzähligen Figuren und Ornamenten an der Aussenhaut und einem Säulenwald im Inneren, ein im wahren Wortsinn fantastisches Bauwerk, dessen Vollendung für das Jahr 2026 geplant ist. Einer weiteren, oft gebrauchten Phrase „mas o menos“ (Mehr oder weniger) entsprechend, will ich dieser Jahreszahl allerdings nicht zu viel Wert beimessen und genieße einstweilen die bunt leuchtenden skulpturalen Baukräne, die fester Bestandteil des Stadtbildes geworden sind.

Bernd Rücker ist Fotograf und Autor der bei vagabond books erschienenen Bildband-Reihe CITY IMPRESSIONS. Der Bildband Barcelona ist Teil dieser Buchreihe über die schönsten Metropolen der Welt und für 49,80 Euro im Buchhandel erhältlich.

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