In 5 Tagen um die Welt – kulinarische Weltreise

Wer sagt eigentlich, dass man in 5 Tagen nicht um die Welt reisen kann? Also, ich hab es ausprobiert und es war fantastisch! Die Sache mit meiner fünftägigen Weltreise fand allerdings eher von daheim aus statt. Ich hab die Welt fünf Tage lang entdeckt von meiner Homebase Frankfurt aus und zwar in der Mittagspause beim Businesslunch. Mein kulinarischer Around-the-World-Trip in Frankfurt also.

Wie schmeckt die Welt?

Wer in ein Land reist, der tut das meist auch, um es kulinarisch zu entdecken. Schließlich kann man eine fremde Kultur kaum besser kennenlernen als über das Essen und das müssen wir schließlich alle. Wie schmeckt ein Land, eine Kultur, wie riecht die Küche? Das sind oft prägende Eindrücke und manchmal sehnt man sich an die Geschmäcker zurück, wenn man wieder daheim ist. Weil ich grade keine Weltreise machen kann und auch nicht die Zeit habe, ständig unterwegs zu sein, hole ich mir die Welt zumindest an fünf Tagen unter der Woche in der Mittagspause auf den Tisch.

In Frankfurt leben über 180 verschiedene Kulturen in der Stadt zusammen und alle haben ihr Essen aus ihrem Heimatland mit in die Stadt gebracht. Man bekommt hier wirklich alles, von Äthiopisch bis Vietnamesisch. Mitunter ist es schwieriger in Frankfurt in der Mittagspause ein Schnitzel zu bekommen als irgendwas vom Inder. Folgt mir an fünf Arbeitstagen auf meiner kulinarischen Weltreise durch die Woche! Auch wenn die Locations alle in Frankfurt sind und ihr woanders wohnt, vielleicht findet ihr ja Inspirationen!

PS: Ich esse kein Fleisch, daher findet ihr es auch nicht auf meinem Teller, sonst ist aber alles möglich.

 

1. Tag – Montag: Marokko

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Picknickteller in der marokkanischen Picknickbar – leckerer Wochenauftakt der kulinarischen Weltreise

Dass Marokko auch kulinarisch eine Entdeckung ist, habe ich erstmals in der Picknickbar erfahren.“Schnelles Essen, das schmeckt und nicht dick macht“, heißt es bei Prinz und weiter „die Gewürze wirken wie ein Sauna-Aufguss“.  Laut Prinz plant der Gastronom und DJ eine marokkanische Fastfood-Kette mit dem Pilotprojekt in Frankfurt. Auf dem großen Picknickteller findet man dann auch kleine aber feine Köstlichkeiten aus Marokko: Hummus, Auberginenmus und gut gewürzter Kartoffel- und Karottensalat, dazu knuspriges Fladenbrot und  einen leckeren Minztee. Perfekt für den Lunch in der Mittagspause. Das kleine Restaurant wirkt eher wie ein Wohnzimmer und im Sommer kann man draußen sitzen. Das einzige was mich irritiert ist der Name, der so wenig nach Marokko klingt, aber was soll`s hauptsache es schmeckt nach Marokko!

Meine Empfehlung: Picknickteller

Wo: Picknickbar; Weißadlergasse 7 (gegenüber von Walden)

Kosten: 8-10 Euro

Extratipp: Danach am Café Wacker vorbeilaufen und einen richtig guten Esspresso für 1,50 Euro trinken. Danach kann der Bürotag weitergehen!

2. Tag – Dienstag: Pakistan

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Der nächste Stopp auf der kulinarischen Weltreise führt nach Pakistan. Ein pakistanischer Kollege schleppte mich mal mit hier hin, um mir seine Landesküche näher zu bringen. Wir aßen Samosa, die laut dem Kollegen hier im Bahnhofsviertel bei Akmal am besten schmecken. Samosa sind vegetarische Teigtaschen, gefüllt mit Kichererbsen, Kartoffeln und sonstigem Gemüse. Sie werden in grüner Joghurtsoße und mit Salatgarnitur serviert und schmecken sehr lecker. Im Nachgang kann man sich noch eine pakistanische Süßspeiße gönnen, mir sind die kleinen appetittlich aussehenden Stückchen aber zu süß.

Meine Empfehlung: Samosateller (mit 2 Samosas)

Wo: bei Akmal im Bahnhofsviertel, Elbestraße 22

Kosten: 4 Euro

3. Tag – Mittwoch: China

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Seit ich mal drei Monate lang in Peking war, um dort ein Praktikum zu machen, kann ich in Deutschland nicht mehr zum Chinesen gehen, Grund: es hat meist gar nichts mit chinesischem Essen zu tun. In China hab ich oft irgendwas gegessen ohne zu wissen was, seltsam aussehendes Zeugs auf meinem Teller war keine Seltenheit, Gemüse, das ich noch nie gesehen habe auch nicht. Aber entgegen aller Vorurteile: es hat immer verdammt lecker geschmeckt, egal was es war. Den Chinesen ist das Essen sehr wichtig, sie kombinieren die Zutaten mit größter Sorgfalt, so dass es auch immer harmonisch zu Körper und Geist ist. Das ist eine richtige Ess-Philosophie:  Ying und Yang beim Essen. Und dabei haben die Gerichte immer so schön klingende Namen wie „die drei Köstlichkeiten der Erde“ (das sind dann Kartoffeln, Auberginen, Paprika). Jedenfalls gibt es nur einen Laden, in den ich in Deutschland chinesisch essen gehe. Er befindet sich im Bahnhofsviertel in Frankfurt. Das Bahnhofsviertel als sozialer Brennpunkt ist kulinarisch sowieso eine Entdeckung wert, da hier viele Nationen nebeneinader leben, gibt es hier auch das authentischste Essen, das echte China sozusagen. Bei meinem Chinesen findet man daher auch viele chinesische Gäste und das ist ein wirklich gutes Zeichen, denn wäre das Essen nicht chinesisch genug, wäre auch kein Chinese da, logo, oder? Es ist Glücksache hier einen Tisch zu bekommen, da der Laden nicht wirklich groß ist, aber hier gibt es wirklich die tollsten Sachen: Nudeln und Jaozi oder wie man bei uns sagt Teigtaschen/ (sind ein bisschen wie Maultaschen – ich bin ja Schwäbin). Dazu bestelle ich einen  Jasmintee. Ich bin zwar keine große Teetrinkerin, aber der Jasmintee gehört ebenso zu meinen Chinaerinnerungen wie die Jiaozi und ist daher ein absolutes Muss. Ein Besuch hier stimmt mich immer ganz glücklich und ist eine echte Auszeit vom Büroalltag, der danach wieder viel erträglicher wird.

Meine Empfehlung: Teigtaschen (mit Gemüsefüllung oder Jiaozi mit Bärlauchfüllung)

Wo: Mian, Bahnhofsviertel, Niddastraße 52

Kosten: 8-10 Euro

 

4. Tag – Donnerstag: Deutschland – Frankfurterisch

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Kleiner Zwischenstopp auf der kulinarischen Weltreise in der Heimatstadt. Ab und zu will man einfach mal was „Deutsches“ und ich mag auch unser deutsches Essen. In unserer Abteilung ist es zur Tradition geworden, jeden Donnerstag auf den Erzeuger Markt an der Konstablerwache zu gehen, um dort zu schlemmen, was das Zeugs hält. Was ich an Frankfurt wirklich mag sind die Wochenmärkte, auf denen man wirklich gut mittagessen kann und nebenbei auch noch Lebensmitteleinkäufe tätigen kann. Seit dieser Tradition bin ich ein Marktkäufer geworden. Was es dort zu essen gibt? Eine Menge: der Pilzstand bietet allerhand leckeres aus Pilzen: Pilzmaultaschen, Pilze mit Semmelknödel, Pilz-Wrap usw, wirklich köstlich! Am Fischstand gibt es gegrillte Forelle mit Kartoffelsalat, lecker. Am beliebtesten in unserer Abteilung hat sich das Menue mit Grüner Soße und Bratkartoffeln, kleinem Salatteller und einem süß gespritzten Apfelsaft oder Apfelwein herauskristalisiert. Natürlich gibts auch Handkäs mit Musik oder Kartoffelpuffer. Als Nachtisch gönne ich mir immer eine Himbeer-Sahneschnitte am Kuchenstand. :-)

Meine Empfehlung: Grüne Soße mit Kartoffeln (Menu mit Salatteller und Apfelsaft)

Wo: Erzeugermarkt Konstablerwache, immer Donnerstag und Samstag

Kosten: 5 Euro

 

5. Tag – Freitag: Japan

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Sashimi bei Sushimoto – ein Gaumenfhochgenuss als Finale der kulinarischen Weltreise

Ich habe immer geglaubt, dass ich kein Sushi mag.  Als der Reaktorunfall in Fukushima war habe ich es auf einmal einfach so probiert. Und seit dem liebe ich es! Was jetzt Fukushima mit meiner entdeckten Leidenschaft für Sushi zu tun hat, kann ich mir auch nicht erklären. Ich glaube es liegt daran, dass ich davor einfach kein gutes Sushi gegessen habe. Jedenfalls hat mich ein Kollege mal ins Sushimoto geführt. Dort habe ich das beste Sashimi meines Lebens gegessen – ich schwöre es. Am besten man reserviert vorher einen Tisch, da der Laden immer voll ist. Hier sitzen Japaner neben Geschäftsleuten, was ich immer für ein gutes Zeichen halte. Während man auf die kulinarischen Köstlichkeiten wartet, kann man den Köchen beim garen, schneiden, kochen hinter dem Tresen zu sehen – ein echtes Esserlebnis, das einem gleich das Gefühl gibt in eine andere Kultur einzutauchen. Oder sagen wir mal, die perfekte Japan-Reise am Freitagmittag! Was anderes wie Sashimi habe ich nie probiert, es wird serviert mit grünem Tee, einer Miso-Suppe, Salat und Gemüse und einer Schale Reis. Der Thunfisch zergeht auf der Zunge. Besser kann man eine Arbeitswoche daheim nicht ausklingen lassen!

Meine Empfehlung: Sashimi

Wo: Sushimoto bei der Konstablerwache, Konrad-Adenauer-Str.7

Kosten: 17 Euro

(zugegeben meine teuerste Mittagspause, aber es lohnt sich, der Fisch ist reichlich und hey was soll`s, ab und zu muss man sich auch mal was gönnen und sich für eine Arbeitswoche daheim belohnen)

Ihr Lieben, das war meine kulinarische Reise um die Welt an fünf Arbeitstagen! Mal sehen, vielleicht finde ich noch ein paar kulinarische Verlockungen für eine Fortsetzung. Ich hoffe es hat euch ein bisschen Spaß gemacht mich zu begleiten.

 

(sorry für die schlechte Bildqualität, ist mit Handy fotografiert)