Konstanz, am See

Susi von Black dots white spots hat zur Blogparade aufgerufen, ein Apell an alle Blogger kleine Städte in ihren Blogs vorzustellen. Ich denke dabei sofort an Konstanz. Fünf Jahre lang habe ich in dieser Stadt gelebt und studiert. Obwohl ich als Einwohnerin nie wirklich warm geworden bin mit der Stadt an der Schweizer Grenze, weil sie mir dafür einfach immer zu klein und zu weit weg von den Hot Spots war, mochte ich die Stadt mit den Augen einer Touristin immer gern und so kommt es, dass ich den Bodensee im Sommer vermisse, vor allem dann, wenn ich bei 25 Grad im Schatten durch Frankfurter Bürohochhausschluchten laufen muss. Leben, wo andere Urlaub machen, ist Luxus. Das habe ich jetzt kapiert.

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Konstanz, am See – die Imperia als Wahrzeichen am Hafen

Konstanz, das ist der See.  Dort gibt es eine Apotheke am See, eine Fahrschule am See, eine Bäckerei am See und so weiter, alles ist am See und heißt auch so. Der See bestimmt das Leben. Er lockt die Gäste. Und er ist schön anzuschauen. Auch eine Bootsfahrt ist lustig, auf dem See. Man kann mit einer Fähre übersetzen, nach Meersburg, auch schön, oder Friedrichshafen. Aber am schönsten ist´s immer in Konstanz. Weil Konstanz alles hat: Läden zum Shoppen, so richtig kleine, schnuckelige. Aber auch das große, moderne Shoppingcenter, genannt Lago – natürlich musste es irgendwie nach See benannt werden, wenn auch italienisch (Lago = See), vielleicht wurde das als innovativ und modern betrachtet, klingt zumindest anders als See, heißt aber gleich? Lokalpatriotismus, aber doch weltoffen?

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Konstanz – Blick auf die Seepromenade

Konstanz hat auch die Hafenprommenade, auf der es sich gut flanieren lässt, einen Hafen mit all den schönen Segelschiffen (ich liebe Segelschiffe) und einen Biergarten am Hafen (ich liebe Biergärten und ich liebe Häfen). Konstanz hat Cafés, alternative Kneipen und natürlich auch einen Mc Donalds. Konstanz ist elitär und studentisch. Es gibt dort Stadtpavillionkonzerte am Sonntagvormittag, von denen ich nie eins besucht habe und es gibt ein Theater. Und hey, Konstanz hat sogar einen eigenen Tatort in der ARD und die Leiche, die liegt immer im See! In den Kneipen sitzt man mitunter direkt neben seinen Professoren. Es gibt viele alte Leute und viele Studenten, aber ob es Menschen zwischen 35 und 60 auch dort gibt, weiß ich nicht.

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Konstanz – Konzil

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Konstanz – schöne Altstadt

Konstanz hat eine wunderschöne mittelalterliche Altstadt. Ein Konzil, in dem von 1414 bis 1418 die Papstwahl stattfand, das einzige Konzil nördlich der Alpen. Auch das gotische Münster ist heute noch Zeuge, dass Konstanz einmal wichtig war im Mittelalter. Im Dom-Café habe ich als Studentin so gerne meinen Cappucino geschlürft. Konstanz hat einen Marktplatz (Cafés, Cafés, Cafés), schöne Hausfassaden und ein mittelalterliches Stadttor. Konstanz hat außerdem den Rhein und die Rheinterassen. Es gibt viele Schwäne da (ich mag Schwäne). Konstanz hat eine Universität, die zu den besten des Landes gehört (zumindest in meinem Fach) und nebenbei blickt man von den Seminarräumen auf die Insel Mainau (ich mag die Insel Mainau). Zugegeben im Sommer studieren, das war nicht einfach. Es zog mich schon damals lieber hinaus an die touristischen Hot Spots. Das wären der schon genannte Hafen, die Inseln Mainau und Reichenau und das Seebad Horn, das alle nur s`Hörnle nennen. Die Mainau war mein Paradies, das ununterbrochen nach Rosen duftete. Abends, wenn keine Touristen mehr durch die Blumeninsel stolpern, ist es dort so angenehm ruhig, da braucht man keinen Wellnessurlaub mehr. Auf der Reichenau gibt es stattdessen Gemüse, das überall hin transportiert wird, früher bauten das Mönche in ihren Kräutergärten an, heute bimmeln die alten Klosterglocken über die Abendstille des Sees. Das ländliche Idyll und das Abendrot über dem See verzaubern die Studentenstadt im historischen Kostüm. Das allerbeste in Konstanz ist aber das Hörnle. Da lässt es sich nämlich gut im Schatten alter Bäume liegen, ein Eis essen und auf den See schauen. Ein Sprung hinein in den See, das ist Freiheit, das ist Leben. Das muss man erleben. Denn das ist es, was der See ist. Deswegen kann man auch nicht auf den Zusatz am See verzichten. Und das vermisse ich, wenn in Deutschland mal Sommer ist. Das vermisse ich wirklich sehr. Deswegen steht auf meiner To-Do-Liste ganz weit oben: nach Konstanz, an den See fahren.

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Konstanz – am Hafen, wo die Schiffe liegen, da ist`s immer schön

Dieser Artikel wurde von Hostelworld Deutschland zum besten Lokalreport 2013 nominiert.